
Bad Honnef. Am 18. April 2026 würde der Bildhauer Ernemann Sander 101 Jahre alt. Obwohl sein Name nicht jedem sofort bekannt ist, prägt sein künstlerisches Erbe bis heute das Stadtbild von Bad Honnef – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Wer durch die Fußgängerzone schlendert, kommt an seinen Werken kaum vorbei. Besonders der Tierbrunnen an der Ecke Hauptstraße/Kirchstraße ist ein markantes Beispiel: 1978 aus Muschelkalk gemeißelt, zeigt er eine lebendige Gruppe von Tierfiguren, die sich um eine zentrale Säule gruppieren.
Ein Brunnen als Teil der Stadtgeschichte
Der Tierbrunnen entstand während der Neugestaltung der Bad Honnefer Fußgängerzone um 1980. Er ist Teil eines künstlerischen Gesamtkonzepts, zu dem auch der Vogelbrunnen am Franz-Xaver-Trips-Platz (von Bonifatius Stirnberg) gehört. Sanders Werk jedoch ist bis heute ein Treffpunkt, Orientierungspunkt und Identifikationssymbol für die Bürger:innen. Selbst während temporärer Abbauphasen – etwa für Restaurierungen – wurde deutlich, wie sehr die Menschen „ihren“ Brunnen vermissen.
Leben und Werk: Vom Leipziger Ursprung ins Rheinland
Geboren 1925 in Leipzig, führte Ernemann Sanders Weg nach dem Zweiten Weltkrieg über Berlin schließlich ins Rheinland. Hier, in Bonn und Königswinter, lebte und arbeitete er viele Jahre. Seine Werke finden sich in zahlreichen Städten, doch besonders im Rheinland hinterließ er Spuren. Neben dem Tierbrunnen zählen der „Grazienbrunnen“ in Bonn und der „Eselsbrunnen“ in Königswinter zu seinen bekanntesten Arbeiten.
Kunst im öffentlichen Raum: Zugänglich und erzählerisch
Typisch für Sander war die Verbindung von figürlicher Darstellung und regionalem Bezug. Seine Skulpturen – oft aus Bronze oder Naturstein – wirken lebendig und fast schon erzählerisch. Sie zeigen Tiere, Menschen und Alltagsszenen, die bis heute Präsenz und Bedeutung im Stadtbild behalten.
Ein Vermächtnis für Bad Honnef
Ernemann Sander starb 2020 im Alter von 95 Jahren in Bonn. Doch sein künstlerisches Erbe lebt weiter – nicht nur als Kunst, sondern als gelebte Stadtgeschichte. Zum 101. Geburtstag erinnert der Blick auf den Tierbrunnen daran, wie sehr Kunst den öffentlichen Raum prägen kann: leise, dauerhaft und mitten im Alltag.










