Bad Honnef – Nach 11 von 26 Spieltagen in der ProB steht für die Dragons Rhöndorf ein . Während der Tabellenplatz aktuell nicht zufriedenstellt, sieht Headcoach Max Becker in einem Interview mit Klaus Beydemüller vor allem in der Entwicklung eigener Talente einen Lichtblick.
Die Dragons gehören zu den jüngsten Teams der Liga – und das zahlt sich aus: Fast die Hälfte der Spielminuten entfällt auf U19-Spieler, die direkt aus dem eigenen Nachwuchs stammen. Namen wie Fynn Dobiecki oder David Böning (ein Honnefer Lokalmatador) debütierten erfolgreich auf ProB-Niveau, nachdem sie noch vor einem Jahr in der 2. Regionalliga oder Jugend-Bundesliga aktiv waren.
Personelle Baustellen und verpasste Chancen
Die Saison wurde jedoch von schweren Rückschlägen geprägt. Der Ausfall von Daniel Mayr – als Führungsspieler und erfahrener Center eingeplant – hinterließ eine Lücke, die nicht geschlossen werden konnte. Becker räumt ein, dass die Tabelle „vermutlich anders aussehen würde“, hätte Mayr die gesamte Saison bestritten. Ein Ersatz wurde nicht gefunden; stattdessen setzte man auf die interne Entwicklung von Benjamin Sadikovic und Böning. Die Entscheidung, bis Weihnachten abzuwarten, zeigt, wie sehr der Verein auf setzt – auch auf die Gefahr hin, kurzfristig Punkte zu verlieren.
Aktuell trennen die Dragons nur ein Sieg von den Playoff-Rängen, doch der Puffer zu den Abstiegsplätzen ist gering. Becker betont zwar, dass man „nicht nervös“ sei, doch die (drei Siege trennen Platz 3 und 12) lässt wenig Raum für Fehler. Positiv: Durch die Nachverpflichtung nach dem Ausfall von Jonathan Bähre sind die Local Spots wieder besetzt, was die Planungssicherheit erhöht.
Nachwuchs als Schlüssel zum Erfolg
Die Dragons setzen bewusst auf eigene Talente – ein Kontrast zu vielen Konkurrenten, die junge Spieler aus der gesamten Republik rekrutieren. Becker ist stolz auf die ungeschlagenen U19- und U16-Teams, die kontinuierlich Nachwuchs liefern. Die Kooperation mit den Telekom Baskets Bonn (BBL) funktioniert dabei reibungslos: Die kurzen Wege zwischen ProB und BBL sollen perspektivisch den Aufstieg eigener Spieler ermöglichen.
Ausblick: Playoffs oder Klassenerhalt?
Becker bleibt realistisch, aber optimistisch: „Wir werden den Abstieg vermeiden und die Playoffs anvisieren.“ Ob dieses Ziel erreicht wird, hängt von der weiteren Entwicklung der jungen Spieler ab – und davon, ob die Fans das „Bigger Picture“ erkennen: ein Team, das nicht für kurzfristige Erfolge, sondern für eine kämpft.
Die restliche Saison wird zeigen, ob die Dragons es schaffen, ihre Doppellizenzspieler effektiv einzusetzen und die Lücken der Verletzten zu kompensieren. Eines ist jedoch sicher: Der Dragon Dome wird auch in den kommenden Spielen ein junges, hungriges Team erleben, das für Rhöndorf alles gibt.






