Trotzdem: Winzer Pieper bald nervlich am Ende – Brief an Bundespräsidenten und Ministerpräsidentin

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Bad Honnef | Freud und Leid liegen eng beieinander. So zeigte sich Winzer Bobbi Pieper sehr gerührt, als er von der Unterschriftenaktion der Bürgerinitiative Naturschutz Siebengebirge e.V.  erfuhr. Deren Vorsitzender Ignaz Schmitz übergab heute 2200 Unterschriften an die NRW Landtagspräsidentin, Carina Gödecke. Die Unterzeichner fordern die Verantwortlichen in Politik und Behörden auf, endlich unbürokratisch und schnell zu helfen, damit die Weinernte 2013 noch gerettet werden kann.

Und die steht jeden Tag, an dem nichts passiert, mehr auf der Kippe. Trotzdem will Winzer Pieper die Hoffnung nicht aufgeben: „Wir werden sehen, ob wir es noch hinkriegen.“

Allerdings stehen die Chancen nicht gut. Laut Pieper bewegt sich zurzeit überhaupt nichts. Der Bewahrer historischen Naturgutes im Siebengebirge: „Es ist zum Verzweifeln. Die Politiker und die Mitarbeiter in den Behörden scheinen überhaupt nicht zu erahnen, was bei uns emotional und existenziell los ist.“ Den Betroffenen geht es nicht nur um wirtschaftliche Aspekte, auch um ihr Lebenswerk.

In seiner unendlichen Not hat Pieper einen Hilfe-Brief an den Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Joachim Gauck, und die Ministerpräsidentin des Landes NRW, Hannelore Kraft, geschickt. Bitterlich beklagt er: „Mehrere Ämter, Behörden und Ministerien sind um mich herum, jeder weiß von diesen Ungerechtigkeiten und niemand sieht sich in der Lage zu helfen.“ Mit Ungerechtigkeit meint er die Basis, auf der das Gutachten des Geologischen Dienstes erstellt wurde. Sogar als Laie würde er erkennen, dass dieses Gutachten voller Fehler stecke. So fehlten eine Risikobewertung, eine Fallsimulationen, eine Berechnungen der entstehenden kybernetischen Energie, eine Sprunghöhenberechnungen und andere wichtige Details.

Auf Grund dieses Gutachtens hat die Bezirksregierung die Messlatte bei der Sicherung der Weinberge fast unerreichbar hoch gesetzt. Statt eines 50-Meter-Zauns wird nun ein 200-Meter-Schutzzaun verlangt. Alleine der kostet eine sechsstellige Summe mehr, als der im Gutachten von Dr. Feuerbach, Sachverständiger für Geotechnik – Felsbau des Eisenbahn-Bundesamtes, vorgesehene Zaun.

In dem Brief, der honnefshopping.de vorliegt, geht Pieper mit seiner Kritik noch viel weiter, nimmt bei Formulierungen kaum Rücksicht: „Es liegt in meinem Interesse, das der Öffentlichkeit zu zeigen.“ Der Brief endet: „Ich/Wir benötigen dringend Ihre Hilfe und Ihre Unterstützung, damit der Weinbau am Drachenfels eine Zukunft hat.“

 

 

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