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Bad Honnef-Rhöndorf. Ein unscheinbares Möbelstück mit großer Geschichte hat in Rhöndorf seinen festen Platz gefunden: der ehemalige Plenarstuhl von Konrad Adenauer. Enthüllt wurde das historische Stück am Nachmittag von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner in der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus.
Dort ist der Stuhl nun Teil der Dauerausstellung – eingebettet zwischen weiteren Exponaten, die eng mit dem Leben und Wirken des ersten Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland verbunden sind. Bereits zur Begrüßung hatte der Vorstandsvorsitzende Stefan Vesper die Bedeutung des Objekts hervorgehoben.
In ihrer Ansprache würdigte Klöckner den symbolischen Wert des Möbelstücks. Plenarstühle seien „stille Zeugen der Demokratie“, sagte sie. Dieser Stuhl erzähle nicht nur von den frühen Jahren des Bundestages, sondern auch von einem Politiker, der die junge Bundesrepublik maßgeblich geprägt habe.
Zugleich schlug die Bundestagspräsidentin nachdenkliche Töne an. Die Akzeptanz parlamentarischer Institutionen nehme ab, die Debatten im Bundestag würden rauer. Gerade deshalb sei es wichtig, sich der demokratischen Wurzeln bewusst zu bleiben – auch anhand solcher historischen Zeugnisse.
Ein Detail macht den Stuhl besonders bemerkenswert: Er stammt nicht aus Adenauers Zeit als Bundeskanzler. Genutzt hat er ihn erst nach seinem Rücktritt im Oktober 1963 – als einfacher Abgeordneter im Bundestag. Seine Platznummer: 9.
Dass der Stuhl heute überhaupt noch existiert, ist einer glücklichen Fügung zu verdanken. Der frühere Parlamentsjournalist Stefan Reker entdeckte ihn 1994 in einem Lagerraum. Gezielt suchte er damals nach einem Stuhl mit niedriger Nummer – in der Hoffnung, ein Stück Parlamentsgeschichte zu finden. Erst später stellte sich heraus, dass es sich tatsächlich um den Sitzplatz Adenauers handelte.
Heute ist dieses Möbelstück mehr als nur ein Relikt. Es ist ein greifbares Stück Demokratiegeschichte.










