Aus für die Inselkonzerte?

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LeserInnenbrief

Um das unakzeptable Vorgehen des BUND-Kreises im Streit um die Durchführung der geplanten Grafenwerther Inselkonzerte zu bewerten, hilft manchmal ein Blick in die Geschichte: „Insel wurde zum Ausflugsort. 1906 eröffneten die Inselgaststätten. Seit 1908 existiert die KD-Anlegestelle. 1911 Bau der Grafenwerther Brücke und einer Freilichtbühne (!); in den 1920er-Jahren eines Sportplatz es und eines weiteren Anlegers. Nach der Erbohrung der Mineralquelle 1936-38 entstand das Mineralfreibad. 1949/50 errichtete die Bad Honnef AG das Rheincafé mit Schiffsagentur. Seit 1953 gibt es Tennisplätze auf der Insel. In den 1960er-Jahren Verlegung des Freibades. 1976 Bau der Berck-sur-Mer-Brücke; seither ist die Insel für den Autoverkehr gesperrt. Zwischen 1992 und 2000 fanden auf Grafenwerth Dressurreitveranstaltungen statt.“ Dies nur kleine Ausschnitte aus dem Wikipedia-Beitrag zur Insel Grafenwerth.
Klingt dies alles nach dem Ausschluss von Menschen bei der Nutzung der Insel? Das Gegenteil ist der Fall: Gerade die Bewilligung der Fördermittel aus dem Städtebauprogramm „Zukunft Stadtgrün“ zeigt, dass Bund und Land NRW die Pläne der Stadt zur Aufwertung der Insel für die Naherholung anerkannt haben. Das Ergebnis des umfangreichen Umbaus spricht für sich und steht im Einklang mit den Bestimmungen und Auflagen für Landschaftsschutzgebiete und des Naturschutzes, gerade auch durch die Aufwertung ökologisch wertvoller Flächen. Auf das neue Erscheinungsbild der Insel können die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger stolz sein. Dass sie es wertschätzen und nutzen, ist in den letzten Monaten nach Beendigung der „gröbsten“ Baumaßnahmen bei jedem Spaziergang belegbar.
Und jetzt möchte der BUND die Durchführung einer kleinen Konzertreihe in letzter Minute torpedieren? Was folgt dann in der Konsequenz: Absage von „Klassik auf der Insel“, Rhein in Flammen“, „R(h)einspaziert“? Da scheint es nicht weit zu Schwimm-, Spiel- und Sportverbot, Abschaffung von Anlegern und Inselgastronomie und einer generellen Zugangsbeschränkung. Übernimmt der BUND dann auch die Kosten für den Ausfall der Konzerte und die Mehreinnahmen der Stadt an den Veranstaltungstagen?
Die Initiative des BUND erweist dem wohnortnahen Naturschutz einen Bärendienst, denn dieses berechtigte Anliegen kann man nur mit, nicht gegen die Menschen fördern. Und es ist in höchstem Maße asozial, denn es trifft Kinder und Jugendliche, Familien, Freundeskreise und Vereine, für die unsere Insel Grafenwerth ein beliebter und viel genutzter Treffpunkt und eine stadtnahe grüne Oase bleiben muss.

Dr. Ute Herborg, Bad Honnef

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