Bad Honnef. Die Stadt Bad Honnef hat eine umfassende Schlagloch-Offensive gestartet und ruft die Bürgerinnen und Bürger zur Mithilfe auf. Ziel sei es, Schäden auf Straßen, Wegen und Plätzen schneller zu erfassen, gezielter zu bewerten und zügig zu beseitigen, teilte die Stadtverwaltung mit.
Die Initiative geht auf Bürgermeister Philipp Herzog zurück. „Schäden auf Straßen und Wegen sind für viele Menschen im Alltag unmittelbar spürbar – gerade für Autofahrer, vor allem aber auch für Fahrradfahrer und Fußgänger“, erklärte Herzog. Der Fachdienst Tiefbau habe zusätzliche Ressourcen erhalten, um Problemstellen schneller beheben zu können.
Grundlage der Offensive ist eine bereits seit Jahren bestehende digitale Erfassung von Straßenschäden. Nach Angaben der Stadt werden jährlich rund 2000 Schäden dokumentiert. Etwa 600 bis 800 davon könnten pro Jahr bearbeitet werden – teils mit Unterstützung externer Dienstleister. Für die Unterhaltung von Straßen, Wegen und Plätzen stehen im städtischen Haushalt rund 250.000 Euro jährlich zur Verfügung.
Parallel zu laufenden Reparaturen treibt die Stadt auch größere Bauprojekte voran. Dazu zählen aktuell unter anderem der Ausbau der Rommersdorfer Straße zwischen Bergstraße und Bismarckstraße sowie Arbeiten an der Klosterstraße.
Im Rahmen der Offensive sollen nun insbesondere auffällige Schadensstellen priorisiert werden. Jede Meldung aus der Bevölkerung werde vor Ort überprüft, hieß es. Die sogenannte Stadtpatrouille bewerte den Zustand und entscheide über Art und Dringlichkeit der Maßnahmen. Nicht jeder Schaden lasse sich kurzfristig beheben: Während kleinere Schäden oft punktuell repariert werden könnten, seien bei größeren strukturellen Problemen umfassendere Sanierungen notwendig.
Zugleich weist die Stadt darauf hin, dass ein Teil der Straßen im Stadtgebiet nicht in kommunaler Zuständigkeit liegt. Für diese Abschnitte ist der Landesbetrieb Straßen.NRW verantwortlich. Hinweise zu entsprechenden Schäden würden jedoch weitergeleitet.
Bürgerinnen und Bürger können Schlaglöcher und andere Straßenschäden über die Meldoo-App oder per E-Mail an die Stadt melden. Jede Meldung helfe, das Straßennetz besser im Blick zu behalten und notwendige Maßnahmen transparenter zu planen, so Herzog.












Straßen.NRW: Das ist doch die Behörde, bei der alles dreimal solange dauert wie geplant. Prost Mahlzeit.
Da braucht es keine Melde-App, sondern offene Augen der städtischen Mitarbeiter (z.B. Ordnungsamt). Wenn man sich über 2 Wahlperioden hinweg vorrangig um den Erhalt öffentlicher Fördermittel für fragwürdige Projekte und vielfältigen Marketingklamauk incl. Dachmarke kümmert, hat man am Ende ein kaputtes Straßennetz.
Schlagloch-Offensive oder Arbeitsbeschaffung für Bürger?
Betrifft: „Stadt startet Schlagloch-Offensive: Bürger sollen mithelfen“
Mit einer gewissen Fassungslosigkeit habe ich Ihren Bericht über die neue „Schlagloch-Offensive“ unserer Stadtverwaltung gelesen. Es ist ja löblich, dass Bürgermeister Herzog die Mobilität für Rad- und Autofahrer verbessern will, aber die Strategie dahinter wirft doch Fragen auf.
Wo ist der Blick für das Offensichtliche?
Da wird die Bevölkerung nun aufgerufen, per App und E-Mail Schäden zu melden. Man muss sich wirklich fragen: Haben die Mitarbeiter der Stadt eigentlich keine Augen im Kopf? Wer täglich durch Bad Honnef fährt, ob im Dienstwagen oder privat, kann die Kraterlandschaften auf unseren Straßen doch gar nicht übersehen. Dass man nun die Bürger zu „Hilfs-Sheriffs des Tiefbauamtes“ befördert, wirkt eher wie ein Ablenkungsmanöver von jahrelanger Untätigkeit als wie eine echte Innovation.
Eine Rechnung, die nicht aufgeht
Besonders stutzig machen die genannten Zahlen:
• 2.000 Schäden werden jährlich dokumentiert.
• Nur 600 bis 800 werden tatsächlich behoben.
Man braucht kein Mathematikstudium, um zu erkennen, dass der Berg an Mängeln jedes Jahr um über 1.000 Löcher wächst. Was bringt es also, wenn wir Bürger jetzt noch fleißiger in die Tasten hauen und per „Meldoo-App“ weitere Schäden melden? Damit wird die Liste der ungelösten Probleme nur noch länger, während die Kapazitäten des Fachdienstes Tiefbau offenbar hinten und vorne nicht ausreichen.
Fazit: Taten statt Apps
Anstatt die Verantwortung auf die Bürger abzuwälzen, sollte die Stadtverwaltung vielleicht lieber öfter mal die eigenen vier Wände verlassen und mit offenen Augen durch die Straßen gehen – besonders in den Nebenstraßen, die nicht gerade auf der Prioritätenliste der „Großprojekte“ stehen.
250.000 Euro Budget für eine ganze Stadt klingen angesichts des Zustands unserer Wege eher nach einem Tropfen auf den heißen (und löchrigen) Asphalt. Wir brauchen keine neuen Apps, sondern Asphaltierkolonnen, die den Rückstau der letzten Jahre endlich abarbeiten.
Antoon
Es ist grundsätzlich begrüßenswert, dass Bürgermeister Herzog das Thema Straßenschäden zur Priorität erklärt. Doch beim Blick auf die nackten Zahlen der Stadtverwaltung weicht die erste Euphorie schnell der Ernüchterung.
Wenn jährlich 2.000 Schäden neu erfasst werden, aber im besten Fall nur 800 repariert werden können, ist das keine ‚Offensive‘, sondern das Dokumentieren eines kontrollierten Verfalls. Seit Jahren fahren wir in Bad Honnef auf Straßen, die eher Teststrecken für Stoßdämpfer gleichen als moderner Infrastruktur. Dass nun die Bürger via App zu Hilfssheriffs des Tiefbauamtes werden sollen, kaschiert nur mühsam, dass die Stadt den Überblick längst verloren hat – oder schlichtweg nicht über die Mittel verfügt, den Sanierungsstau aufzulösen.
250.000 Euro Budget für die Instandhaltung sind angesichts der Kraterlandschaften in manchen Ortsteilen kaum mehr als ein symbolischer Betrag. Solange die Stadt nur Schlaglöcher stopft, statt eine grundlegende Sanierungsstrategie zu finanzieren, bleibt die ‚Offensive‘ leider nur Kosmetik. Wir brauchen keine neuen Apps, sondern Asphalt und Investitionen, die dem Namen unserer Stadt gerecht werden.