Bad Honnef. Der Schulneubau in Bad Honnef ist mit dem Architekturpreis Bonn/Rhein-Sieg 2026 des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA) ausgezeichnet worden. Die Preisverleihung fand im Kunstmuseum Bonn statt. Neben dem Entwurf des Aachener Architekturbüros Hausmann Architektur hob die Jury besonders hervor, wie eng die Gestaltung des Gebäudes mit dem pädagogischen Konzept der Schule verbunden ist.
In ihrer Begründung bezeichnete sie die Architektur als „aktiven Co-Pädagogen“. Die Schule sei ein „wegweisendes Best-Practice-Modell für zeitgemäße Bildung“.
30 Millionen Euro für den Schulcampus
Rund 30 Millionen Euro hat das Erzbistum Köln nach eigenen Angaben in den Neubau, eine Sporthalle und die Neugestaltung des Schulparks investiert. Das Geld stammt im Wesentlichen aus Kirchensteuermitteln. Gebaut wurde während des laufenden Schulbetriebs.
Das Gebäude unterscheidet sich deutlich von einer klassischen Schularchitektur mit langen Fluren und abgeschlossenen Klassenräumen. Stattdessen sind jeweils vier Klassenräume zu sogenannten Lernclustern zusammengefasst. Sie gruppieren sich um ein gemeinsames Forum, das als offener Lern- und Begegnungsbereich dient. So sollen unterschiedliche Unterrichtsformen und auch jahrgangsübergreifendes Arbeiten möglich werden.
Für Katherin Bollenbeck, Bereichsleiterin Bau und Nachhaltigkeit beim Erzbistum Köln, ist die Auszeichnung eine Bestätigung des eingeschlagenen Weges. Besonders freue sie, dass die Jury nicht nur die Architektur, sondern auch die Verantwortung des Erzbistums als Bauherr gegenüber der Stadtgesellschaft gewürdigt habe.
Historische Gebäude bleiben Teil des Campus
Beim Neubau wurde der vorhandene Schulstandort nicht einfach durch neue Gebäude ersetzt. Das denkmalgeschützte Haus Magdalena und der historische Park blieben erhalten und bilden weiterhin den Mittelpunkt des Campus. Ein überdachter Weg verbindet die alten und neuen Gebäudeteile.
Auch andere Spuren der Schulgeschichte sind geblieben: Die historische Glocke erhielt einen Platz in einem neuen Glockenturm, Fenster der früheren Kapelle wurden in den Neubau integriert. Zum Ensemble gehört außerdem ein eigenständiger Raum der Stille. Der Holzbau hebt sich mit seiner künstlerisch gestalteten Fassade von den übrigen Gebäuden ab.
Schulleitung sieht Konzept im Alltag bestätigt
Wie sich die neue Architektur auf den Unterricht auswirkt, erlebt Schulleiter Ralf Saal täglich. Die Lerncluster ermöglichten es, den Unterricht stärker auf unterschiedliche Bedürfnisse auszurichten. Zugleich seien sie Orte der Begegnung. Dass Schülerinnen und Schüler ihren Lernort selbst wählen könnten, werde von den Kindern und Jugendlichen als besondere Möglichkeit wahrgenommen, berichtet Saal.
Auch Thomas Pitsch, Leiter des Bereichs Schule und Hochschule im Erzbistum Köln, sieht in dem Projekt ein Beispiel dafür, wie Schulentwicklung und Architektur zusammenwirken können. Das pädagogische Konzept und die bauliche Umsetzung seien von Anfang an gemeinsam entwickelt worden.
Schule blickt auf mehr als 125 Jahre zurück
Die Erzbischöfliche Gesamtschule St. Josef hat eine mehr als 125-jährige Geschichte. Seit 1993 befindet sie sich in Trägerschaft des Erzbistums Köln. 2016 wurde die Schule in eine Gesamtschule umgewandelt. In Kooperation mit der Stadt Bad Honnef lernen dort Kinder mit Haupt-, Real- und Gymnasialempfehlung gemeinsam. Die Schule ist vierzügig und arbeitet im Ganztagsbetrieb.
Die Grundsteinlegung für den Neubau war am 7. Februar 2019. Am 29. August 2022 wurde das Gebäude gesegnet.
Quelle: Erzbistum (redaktionell bearbeitet)









