Bad Honnef. Am 26. September starten die Dragons Rhöndorf gegen die Basketball Löwen Erfurt in die neue ProB-Saison. Was dürfen die Fans von den Dragons 2026/27 erwarten?
Positiv stimmt, dass der Kader der vergangenen Saison weitestgehend zusammengeblieben ist. Das Team ist zwar nach wie vor jung, allerdings sind die Spieler keine Zweitliga-Rookies mehr. Zudem hat Headcoach Max Becker mit Mychael Paulo vom aktuellen Meister Essen Miners, dem ProA-erfahrenen Justin Onyejiaka sowie dem athletischen US-Amerikaner Sahmi Willoughby durchweg seine Wunschverstärkungen erhalten.
Außerdem steht Routinier Daniel Mayr wieder zur Verfügung, der die gesamte vergangene Spielzeit aufgrund eines Achillessehnenrisses pausieren musste. Nominell ist das aktuelle Team im Vergleich zur vergangenen Saison also tendenziell stärker einzuschätzen. Das Umfeld blickt der kommenden Saison daher selbstbewusst entgegen. Die Qualifikation für die Playoffs sollte auf jeden Fall drin sein.

Klaus Beydemüller: Die Vorbereitung auf die Saison 2026/27 ist so gut wie abgeschlossen. Wie zufrieden bist du mit dem aktuellen Leistungsstand des Teams?
Max Becker (Headcoach Dragons Rhöndorf): Ich erlebe eine junge, hungrige Mannschaft, die hart arbeitet und ambitioniert ist. Es fällt den Spielern deutlich leichter, Konzepte umzusetzen als letztes Jahr, da viele Spieler schon mehrere Jahre im Programm sind und so die neuen Spieler mitziehen. Ich bin sehr zufrieden mit dem Ist-Zustand, an dem wir uns befinden.
Die Testspiele lieferten gute Ansätze. Allerdings konntest du kein einziges Mal auf den kompletten Kader zurückgreifen. Bleibt die tatsächliche Spielstärke der Dragons daher auch für dich eine Wundertüte?
Max Becker: Natürlich wäre es optimal gewesen, auch den vollen Kader schon beisammengehabt zu haben. Allerdings ist es unser Ziel, dieses Jahr unser System und unseren Basketball zu spielen, egal, wer am Ende auf dem Feld steht. Wir glauben an die Qualität jedes einzelnen unserer Spieler. Und genau das haben wir in der Vorbereitung schon gut umsetzen können.
Wie zuversichtlich bist du, die angeschlagenen Spieler zum Saisonstart, am 29. September gegen Erfurt, fit an Bord zu haben?
Max Becker: Ich bin vorsichtig mit Prognosen. Es sieht allerdings nicht schlecht aus, dass wir gegen Erfurt auf einen tiefen Kader zurückgreifen können.
Interessant war zu sehen, dass die Mannschaft extrem schnell agiert und oft ein „positionsloses Spiel“ pflegt. Oder habe ich das falsch wahrgenommen?
Max Becker: Wir wollen den schnellen Spielstil der letzten Saison auch dieses Jahr fortführen – das ist Teil unserer Identität. Unser Kader ist so zusammengestellt, dass fast alle Spieler mehrere Positionen bekleiden und vor allem verteidigen können. Das macht uns schwerer ausrechenbar.
Das Team ist sehr jung besetzt, auf der anderen Seite verfügen mehr Spieler als in der abgelaufenen Saison über ProB-Erfahrung. Stimmt dich das zuversichtlich, dass die Mannschaft von Beginn an konkurrenzfähig ist?
Max Becker: Ja, ich bin absolut überzeugt davon, dass wir von Beginn an in der Liga gut mitspielen können und werden. Wir haben eine spannende Mannschaft, in der jeder Spieler Gefahr ausstrahlen kann, und viele Jungs haben nach einer guten Debütsaison viel Selbstvertrauen, um den nächsten Schritt zu gehen. Die Erfahrung von Mychael Paulo und Daniel Mayr wird uns zusätzlich guttun.
Es wird immer gesagt, dass der Süden der ProB nicht ganz so stark besetzt ist wie die Nord-Staffel. Siehst du das genauso?
Max Becker: Letzte Saison waren beide Staffeln schon deutlich enger beieinander als im Jahr zuvor, in dem sieben von acht Playoff-Serien an den Norden gingen. Und dieses Jahr sehe ich sie sogar noch näher beieinander, vielleicht sogar gleichwertig. Das ist so früh noch schwer zu beurteilen.
Wer zählt für dich, von den Kadern her betrachtet, zu den Topteams im Süden?
Max Becker: Da muss man klar Leverkusen nennen. Sie konnten einige Leistungsträger aus der ProA halten und haben ihren Kader mit starken Neuzugängen bereichert und sind für mich der Favorit. Fellbach hat ein starkes Team beisammen und auch Coburg ist wieder gut besetzt. Reutlingen hat für einen Aufsteiger einen spannenden Kader.
Ich bin aber vorsichtig. Ulm hatte letztes Jahr niemand so wirklich auf der Rechnung und ist am Ende aufgestiegen. Prognosen sind eben nur vage und die Saison ist lang und unberechenbar.
Das Erreichen der Playoffs ist für uns das erklärte Minimalziel. In dieser Saison darf’s aber ruhig auch ein bisschen mehr sein, oder?
Max Becker: Wir wollen in die Playoffs, das ist unser Ziel. Das wird nicht einfach werden, wir glauben aber an uns. Alles andere wird sich aus der Saison ergeben und hängt auch von einigen Faktoren ab, die man weniger kontrollieren kann.
Was ich sicher sagen kann: Wir werden eine junge, energetische Mannschaft aufs Feld bringen, die mit schnellem und aggressivem Basketball die Fans begeistern will.










