Die Berichte über das Gymnasium auf der Insel Nonnenwerth erinnern an die Geschichte des Gymnasiums Schloss Hagerhof in Bad Honnef vor fast 30 Jahren. Die Geschichten begannen vielleicht unterschiedlich, führten aber zu vergleichbaren Ausgangslagen. Nonnenwerth wurde ohne Rücksicht auf die Belange der Schule verkauft, an einen Käufer, der offenbar nie vorhatte, die Schule zu erhalten.

Die Altbesitzer des Hagerhofs seinerzeit beuteten die Schule aus, wirtschafteten sie herunter und wollten sie dann von der kreditgebenden Bank günstig aufkaufen, um sie einer anderen, gewinn-bringenderen Nutzung zuzuführen. Die Wende brachte ein Traum, der Traum von einer Sportschule mit einem Basketball-Zentrum, geträumt von einem Geschäftsmann, Franz-Ludwig Solzbacher aus Bad Honnef. Er suchte Mitstreiter unter Geschäftsleuten außerhalb der Schule, aber vergeblich. Da kamen Eltern und Lehrer ins Spiel. In einem Prozess, der sich über mehr als ein Schuljahr erstreckte, musste die Idee einer Eltern-Schule erwachsen, der Glaube an die Möglichkeit des Erfolges.

Endlose, gegen Ende fast tägliche Konferenzen; eine Schulkonferenz, die geschlossen hinter der Idee stand; Eltern und Lehrer, die sich an der Rettung der Schule je nach ihren Möglichkeiten beteiligten, in Form von Beteiligungen, Krediten, Spenden, handwerklichen Arbeiten, Mitarbeit in der Schulpflegschaft und im Förderverein, der über seine Gemeinnützigkeit Spenden in großem Umfang sammeln konnte. Auch die Presse spielte eine Rolle, wofür hatte man ihre Vertreter in der Elternschaft!

Der Rat der Stadt Bad Honnef schrieb die Nutzung des Hagerhofs als Schule für einige Jahre fest. Die Schüler demonstrierten vor dem Honnefer Rathaus und „besetzten“ ihre Schule. Doch alles schien vergeblich, eine Woche vor Schuljahresende war das benötigte Geld nicht zusammen, die Schule wurde Freitagabend geschlossen, um den Eltern noch die Möglichkeit zu geben, eine neue Schule zu suchen. In den nächsten zwei Tagen liefen die Telefone heiß, und am Sonntag wurde beschlossen, noch einen letzten Versuch zu unternehmen.

In der Woche danach brachten die Eltern in einer Gewaltaktion eine ausreichende Summe zusammen, ausreichend, um die Altbesitzer auszustechen, und kauften die Schule. Die letzten Verhandlungen mit der Bank in Frankfurt sollten vor dem Gebäude von den Schülern und Lehrern unterstützt werden. Dazu kam es nicht, im Innern des Gebäudes wurde der Kaufvertrag unterzeichnet, die Busse zum Zoo umgeleitet, die Schule war gerettet.

Allen Schülern, Eltern und Lehrern viel Glück und Erfolg bei den Bemühungen um den Erhalt ihrer Schule.

Hans-W. Boecker, Bad Honnef

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