Bund plant Ankauf der dbb Tagungsstätte in Königswinter

Sebastian Hartmann, MdB: 8 Millionen Euro für ein Einsatznachsorgezentrum für Hilfs- und Rettungskräfte

0
Sebastian Hartmann | Foto: Land NRW

Königswinter –  „Das ist ein großer Erfolg für die Region Bonn/Rhein-Sieg“, freut sich Hartmann: In der „Bereinigungssitzung“ zum Bundeshaushalt 2022 werden nun bis zu 8 Millionen Euro für den Aufbau eines „Einsatznachsorgezentrum zur Behandlung und Erforschung von posttraumatischen Belastungsstörungen von zivilen Hilfs- und Einsatzkräften“ in Verbindung mit dem „Erwerb der dbb Akademie und Tagungszentrum des Deutschen Beamtenbundes (dbb Forum) in Königswinter bei Bonn“ zur Verfügung gestellt. So lautet der Beschluss des Haushaltsausschusses. Das Geld wird erstmalig zur Verfügung gestellt. Die Idee und Initiative geht auf einen Vorschlag des SPD-Abgeordneten Hartmann zurück.

Hartmann setzt sich seit längerem für eine bessere Betreuung und Einsatznachsorge für Einsatzkräfte ziviler Hilfsorganisationen ein. So regte er Anfang März die Schaffung eines Bundeszentrums für die psychosoziale Notfallversorgung im Raum Bonn/Rhein-Sieg an. Es resultierte aus den Erfahrungen der jüngsten Katastrophenlagen wie der Corona-Pandemie, dem Hochwasser und aktuell des Krieges in der Ukraine. In einem Beitrag der Zeitung „Behörden Spiegel“ begründet der SPD-Politiker den Vorschlag öffentlich mit dem großen Bedarf und der engen Vernetzung aller nationalen wie internationalen Einrichtungen vor Ort.

„Die Erfahrung vieler ziviler und militärischer internationaler Einsätze, die Flüchtlingsbewegung 2015/16 und aktuell die Aufnahme teilweise traumatisierter Flüchtlinge aus der Ukraine haben einen Bedarf an psychosozialer Notfallversorgung ebenso wie der Einsatznachsorge erneut deutlich gemacht“, schreibt Hartmann. Der SPD-Politiker erinnert daran, dass mehr als 2.250 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr derzeit international im Einsatz sind, außerdem nahezu 1.000 Fachkräfte im Entwicklungsdienst, vorwiegend von der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ). Mehr als 7.000 Freiwillige wurden 2019, im letzten Jahr vor Corona, ins Ausland vermittelt. Hinzu kommen zahlreiche Menschen im Dienst nationaler und internationaler Hilfsorganisationen.

Die in dem neuen Zentrum gewonnen Erfahrungen, Erkenntnisse und Forschungsergebnisse sollen nach Vorstellung des innenpolitischen Sprechers der SPD-Bundestagsfraktion auch für die Betreuung ziviler Opfer und traumatisierter Flüchtlinge genutzt werden – international. Das gelte für UN-Hilfsorganisationen wie für die EU und unsere Bündnispartner.

 

 

 

Anzeige

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein