Dein Brief – Los kann Leben retten!

Tombola für den guten Zweck | Von Inga Höppner

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Bad Honnef-Rommersdorf – Aufregung und Stimmengewirr herrscht im Foyer des Städtischen Siebengebirgsgymnasiums an diesem Donnerstag. Trotz Maske und Mindestabspannt spürt man die Aufregung bei den Schülern und Schülerinnen, die beim Losverkauf der diesjährigen Tombola anstehen.

Noch zwanzig Lose sind im Korb, 380 Lose haben die Jugendlichen der Klasse 8a schon an den letzten beiden Tagen zu je einem Euro verkauft. Auf dem Schulhof sieht man immer wieder Kinder, die neugierig die Auslage mit den unterschiedlichsten Sachpreisen anschauen, – von der Glitzerhandtasche bis zum Jugendbuch und zu Schnürsenkeln ist Vielfältiges dabei. Die Honnefer Geschäftsleute haben auch dieses Jahr die Tombola mit großzügig Sachspenden unterstützt.

Neben dem Verkaufsstand ist ein großes, knallgelbes Banner aufgestellt, das sofort ins Auge fällt. Darauf ist zu lesen: „Dein Brief / Los kann Leben retten“, darunter ist das Logo der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zu sehen. Kann ein Brief oder ein Los ein Menschenleben retten? – Das möchten wir genau wissen und fragen Tim A. aus der Klasse 8a, die diese Aktion durchführt.

„Das Geld, das wir mit der Tombola einnehmen, wird in diesem Jahr an Amnesty International gespendet, damit diese Organisation dann das Geld zum Beispiel für Portogebühren für ihre zahlreichen Briefaktionen nutzen kann.“

Amnesty informiert, dass jedes Jahr weltweit zahlreiche Jugendliche in Schulen und Jugendverbänden am Briefmarathon teilnehmen würden. Rund um den internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember werden Briefe an Menschen in Not und an Regierungen versendet, um auf Menschenrechtsverletzungen in verschiedenen Ländern aufmerksam zu machen. Dabei werden zwei Arten von Briefen geschrieben: Appellbriefe und Solidaritätsbriefe. In den Appellbriefen fordert Amnesty die Regierungen auf, gewaltlose politische Gefangene freizulassen. Die Solidaritätsbriefe richten sich direkt an die gefangenen Menschen: Die Schreiben seien für die Betroffenen ein wichtiges Zeichen der Unterstützung, ein Signal gegen das Vergessen. Ein einzelner Appellbrief könne ungelesen ignoriert werden, aber Tausende Briefe, die die Einhaltung der Menschenrechte fordern, ließen sich nicht ignorieren, so Amnesty International.

Das Siebengebirgsgymnasium in Bad Honnef nimmt in diesem Jahr ebenfalls an dieser Aktion teil. Dies bedeute in diesem Jahr eine wunderbare gegenseitige Ergänzung beider Aktionen, so die Geschichtslehrerin der Klasse 8a. Die Idee, eine Spendenaktion für Amnesty International durchzuführen sei im Unterricht bei der Auseinandersetzung mit dem Thema Menschenrechte entstanden, als im Zuge dessen ein Mitarbeiter der Amnesty Ortsgruppe Bad Honnef in einem spannenden Vortrag über die Arbeit der Organisation berichtete.

Es komme tatsächlich auf jeden einzelnen Brief und jedes einzelne Los an, damit durch viele Geldspenden möglichst viele Briefe verschickt werden können und dadurch Druck auf die verantwortlichen Machthaber erzielt werden könne.

Jedes Los trägt also zum Erfolg einer solchen Aktion bei und damit im besten Fall auch zur Freilassung von unschuldigen Menschen, deren Leben z. B. durch Folter oder schlechte Haftbedingungen in Gefahr ist. Unter diesem Aspekt ist also die Aussage des Banners zu verstehen.

Beeindruckend ist, mit welchem Elan und Engagement die Jugendlichen sich an der Aktion beteiligen. Jetzt bleibt noch abzuwarten, wem das Losglück neue Schnürsenkel beschert, – für einen wirklich guten Zweck.

 

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