Bad Honnef – Am Samstag (06.12., 19:00 Uhr) geht’s wieder rund im DragonDome. Dann versucht Rhöndorf, zurück in die Erfolgsspur zu finden. Es wird allerdings ein hartes Stück Arbeit, denn mit LOK BERNAU ist ein absolutes Topteam zu Gast. Kein Geringerer als der Tabellenzweite gibt seine Visitenkarte ab. Abgerechnet wird bekanntlich aber erst hinterher – und Überraschungen gibt’s immer wieder.
Ein echtes Ausrufezeichen haben die Brandenburger am Spieltag vor dem Nationalmannschafts-Break gesetzt. Da verpasste Bernau dem Tabellendritten Neustadt eine empfindliche Schlappe. Vor heimischer Kulisse mussten die temps Shooters eine schmerzliche 83:110-Niederlage einstecken. Ein Highscore-Resultat, das die Stärke des Teams von Dan Oppland unterstreicht: Neben Spitzenreiter Essen erzielt keine Mannschaft in der ProB mehr Punkte pro Spiel. Rund 86 waren es bislang im Durchschnitt; zum Vergleich: Rhöndorf liegt bei einem Schnitt von 78 Punkten.
Ein Blick auf die Statistik entlarvt einen Grund für die hohe Trefferzahl: Bernau ist am offensiven Brett bärenstark. Fast 16 Offensiv-Rebounds pro Partie bescheren den Lokomotiven viele zweite Wurfchancen, die zudem hochprozentig genutzt werden. Zu den harten Arbeitern in diesem Metier gehört mit Marco Rahn ein alter Bekannter. Der 27-Jährige stand in der vergangenen Saison noch im Kader der Dragons und war ein Publikumsliebling in Rhöndorf. Dem Power Forward steht mit Akim-Jamal Jonah ein 2,10 Meter großer und erfahrener Center zur Seite. Daneben sind die großen Positionen mit Lukas Johannes Klein (17/213 cm) sowie Nevio Bennefeld (18/211 cm) beachtlich besetzt.
Traditionell kann der Kooperationspartner von ALBA Berlin überhaupt aus einem prallen Kader schöpfen. Dazu gehört seit jeher auch eine starke Guard-Achse. Viele Dragons-Fans werden sich noch an Malte Delow erinnern, der Rhöndorf seinerzeit echte Probleme bereitete und inzwischen ein arrivierter BBL- und A-Nationalspieler ist. Auch aktuell haben sie auf den kleinen Positionen einiges zu bieten. Allen voran Guy Artman Nahmias (ø 14,4 P./4,5 As.). Das spanische Duell mit Jorge Mejias (ø 15,8 P./5 As.) verspricht ordentlich Zündstoff. Beachten muss man aber auch auf jeden Fall Anton Nufer (ø 9,4 P.), Emanuel Schüler (ø 11,5 P.) und Anthony Watkins (ø 13,7 P.).
Die Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern ist bei Bernau gut ausbalanciert. Genauso wie die Spielanlage, wenngleich LOK, wenn immer es geht, auf dem Gaspedal steht und schnelle Abschlüsse sucht. Da Bernau keinen herausragenden Topscorer in seinen Reihen hat, sondern viele Spieler für ein Double-Double gut sind, muss Rhöndorf in der Defensive sehr flexibel agieren. Bernaus Verteidigung lässt sich mit den Begriffen „robust“ und „aggressiv“ treffend umschreiben. Für die Dragons bedeutet das: mutig und schmerzfrei zur Sache gehen.
Man muss neidlos anerkennen: Das Talentförderprogramm von ALBA Berlin, an dem LOK BERNAU einen wesentlichen Anteil hat und von dem der Klub auch profitiert, ist eines der besten Deutschlands. Die Telekom Baskets Bonn und die Dragons Rhöndorf sind auf dem besten Weg, Ähnliches am Standort aufzubauen. Noch sind aber einige Leitplanken zu setzen.
Klaus Beydemüller






