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Dumme Frage? Gibts auch beim Wetter nicht

Von Dipl.-Met. Magdalena Bertelmann, Deutscher Wetterdienst

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wetter - Dumme Frage? Gibts auch beim Wetter nicht

Bad Honnef – Samstag war der “Stell-eine-dumme-Frage-Tag”, ein Aktionstag, der seinen Ursprung in den USA hat. der Deutsche Wetterdienst klärte ein paar Fragen, die der ein oder andere vielleicht “dumm” findet.

Mit den Vorhersagemeteorologen des DWD kann man über verschiedenste Kanäle in Kontakt treten. Ob am Telefon, per Mail oder in den sozialen Netzwerken, täglich erreichen die Wetterfrösche Fragen zum Wetter und zur Vorhersage an bestimmten Orten. Oft wiederholen sich die Anfragen, gerade, wenn ein besonderes Phänomen aufgetreten ist oder in den Nachrichten darüber berichtet wird. Auszüge aus den Fragen und die Antworten darauf finden Sie in den folgenden Abschnitten.

Frage: Beziehen sich die aktuell gemessenen Höchstwerte auf Temperaturen in der Sonne oder im Schatten?

Antwort: Die Daten werden gemäß international festgelegten Zeiten und Vorschriften für die Erfassung von meteorologischen Daten gewonnen. Für die Temperatur gelten folgende Bedingungen: Die Lufttemperatur wird in 2 m Höhe über Grund gemessen. Die Messung erfolgt in einer strahlungs- und witterungsgeschützten Hütte. Die Hütte soll auf natürlichem Untergrund, möglichst auf einer Rasenfläche stehen und der Luftströmung ungehindert ausgesetzt sein. Der Luftraum, in dem gemessen wird, darf nicht durch Mauern, Bretterzäune, Hecken, dicht stehendes Strauchwerk oder dicht wachsende höhere Pflanzenkulturen abgeschlossen sein.

Frage: Wie kommen die hin und wieder sichtbaren Phantomniederschläge bei einzelnen Niederschlagsradarstationen zustande?

Antwort: Das Radar zeigt Brechungsindex-Irregularitäten, die durch hohe Feuchte bzw. Feuchteunterschiede auftreten. Diese treten u.a. an Grenzschichten, wie z.B. Inversionen, auf. In der bodennahen Grenzschicht können diese auch an Warmluftblasen in der bodennahen Grenzschicht auftreten. Die absoluten Reflektivitätswerte sind in der Regel nicht besonders hoch. Darüber hinaus können auch Insekten, Windkraftanlagen (inklusive den intensitätsschwächeren Nebenkeulen) und Bodenclutter signifikant zu den Reflektivitätswerten beitragen. In der Summe ergeben sich dadurch Ring- bzw. Kreismuster in den Radardaten, die je nach Luftmasse, Tageszeit und Atmosphärenschichtung größer oder kleiner sind und unterschiedlich homogen sein können.

Frage: Wie sollten sich Senioren in Seniorenwohnstätten bei Hitze verhalten?

Antwort: Die Verhaltensempfehlungen sind bei allen Menschen gleich. Allerdings sind ältere und kranke Menschen sowie Kinder besonders gefährdet. Zu allererst gilt: Meiden Sie die Hitze und gehen Sie nicht in die Sonne. Trinken Sie ausreichend und versuchen Sie, Ihre Wohnräume kühl zu halten. Unter nachfolgendem Link finden Sie weitere. Tipps: https://www.dwd.de/DE/leistungen/hitzewarnung/hitzewarnung.html?nn=18384

Frage: Welche Bedeutung hat auf der Wetterkarte die gelb-orange eingetragene Kurve, von der beidseitig im Wechsel schräge Linienstücke wegführen?

Antwort: Bei der Linie handelt es sich um eine sogenannte Konvergenzlinie. Dies ist ein Bereich, wo Luftmassen aufeinander strömen und zum Aufsteigen gezwungen werden. Im Sommer sind häufig Konvergenzen auf den Wetterkarten zu finden, da sie mit erhöhter Gewittertätigkeit einhergehen.

Frage: Stimmt es, dass es im Spätsommer und Herbst noch Birkenpollen gibt?

Antwort: Die höchste Konzentration an Birkenpollen gibt es zwischen Ende März und Anfang Juni. Durch veränderte Vegetation können auch vorher und hinterher Birkenpollen in erhöhtem Maß vorkommen. Eine Übersicht über die aktuelle Pollenbelastung finden Sie hier: https://www.dwd.de/DE/leistungen/gefahrenindizespollen/gefahrenindexpollen.html. Im Lexikon des Deutschen Wetterdienstes finden Sie einen Pollenflugkalender mit den gängigsten Pollenarten und ihrem wahrscheinlichsten Auftreten.

Frage: Wie kann ich erfahren, welche Windstärke am 18.08. gegen 13h in Ediger-Eller herrschte?

Antwort: Im Climate Data Center des Deutschen Wetterdienstes finden Sie alle Messwerte unserer Wetterstationen: https://cdc.dwd.de/portal/. Da es in diesem Ort keine Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes gibt, geben die Kollegen des Regionalen Klimabüros Auskunft über wahrscheinlich aufgetretene Windböen.

Frage: Bei der Bezeichnung von Hochs und Tiefs wurde aus Gründen der Gleichberechtigung beschlossen männliche und weibliche Namen abzuwechseln.

Wann wird wieder gewechselt und wann ist zum letzten Mal gewechselt worden? Antwort: Das Geschlecht der Hoch- und Tiefnamen wechselt jedes Jahr vom 31. Dezember auf den 01. Januar, wobei die Bezeichnungen der Druckgebilde aus dem Vorjahr im neuen Jahr erhalten bleiben. Im Jahr 2019 tragen die Hochs Frauennamen und die Tiefs Männernamen. Sie können sich ein Hoch oder Tief kaufen. Details dazu finden Sie bei www.met.fu-berlin.de/wetterpate/.

Frage: Gibt es einen Warnungstyp des DWD, der sich speziell auf Astschlaggefahr im Wald bezieht?

Antwort: Der DWD warnt nicht speziell vor Astschlaggefahr im Wald.  ir bieten folgende Warnparameter: Wind, Gewitter, Regen (Stark- und Dauerregen), Schnee, Schneeverwehungen, Glätte, Frost und Nebel.

Oft erreichen uns kurzfristige Wetteranfragen per Mail. In diesen Fällen müssen wir jedoch auf die kostenpflichtige Hotline verweisen: https://www.dwd.de/DE/service/kontakt/wettervorhersage/beratung.html

Sollte Ihnen nach dem Durchlesen der kleinen Fragenauswahl eine Frage auf dem Herzen brennen, die Sie sich bislang nicht getraut haben zu stellen, dann tun Sie es doch heute. Es gibt keine dummen Fragen und schließlich ist heute auch der Tag des Rechts auf Wissen…

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