Bad Honnef / Düsseldorf. Der Einzelhandel in Nordrhein-Westfalen hat in den vergangenen Jahren spürbar zugelegt. Wie das Statistische Landesamt IT.NRW mitteilt, ist der reale Umsatz im Einzelhandel seit 2016 bis zum Jahr 2025 um 12,8 Prozent gestiegen. Damit zeigt sich die Branche insgesamt robust.
Treiber dieser Entwicklung sind vor allem digitale und technologiegetriebene Bereiche. Besonders stark wuchs der Einzelhandel mit Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik, der ein Plus von 42,6 Prozent verzeichnete. Noch dynamischer entwickelte sich der Versand- und Internethandel, dessen Umsätze seit 2016 um 61,3 Prozent gestiegen sind. Diese Entwicklung spiegelt auch das veränderte Konsumverhalten wider, das zunehmend von Onlinekäufen geprägt ist.
Demgegenüber stehen jedoch klassische Handelssegmente unter Druck. So gingen die realen Umsätze im stationären Einzelhandel mit Nahrungs- und Genussmitteln um 19,3 Prozent zurück. Auch Verkaufsstände und Märkte verzeichneten ein Minus von 18,3 Prozent. Gerade für kleinere Anbieter und lokale Händler bleibt die Lage damit angespannt.
Im Großhandel zeigt sich ein gemischtes Bild: Insgesamt lagen die Umsätze 2025 um 3,0 Prozent unter dem Niveau von 2016. Allerdings konnte auch hier der Handel mit IT- und Kommunikationsgeräten deutlich zulegen – ein Hinweis darauf, dass Digitalisierung weiterhin ein zentraler Wachstumsmotor ist.
Eine positive Entwicklung zeigt sich beim Thema Beschäftigung. In allen Handelsbereichen ist die Zahl der Beschäftigten gestiegen, besonders deutlich im Kfz-Handel mit einem Plus von 13,9 Prozent. Vor allem der Handel mit Kraftwagen sowie mit Krafträdern und Zubehör verzeichnete starke Zuwächse.
Bedeutung für Bad Honnef
Für den lokalen Handel in Bad Honnef lassen sich aus den Zahlen klare Trends ableiten: Während digitale Geschäftsmodelle und spezialisierte Technikangebote wachsen, geraten klassische Einzelhandelsformate zunehmend unter Druck. Initiativen zur Stärkung der Innenstadt, zur Digitalisierung des Handels und zur besseren Verzahnung von Online- und Offline-Angeboten dürften daher weiter an Bedeutung gewinnen.
Gleichzeitig zeigt die steigende Beschäftigung im Kfz-Bereich, dass auch regionale Betriebe von der positiven Entwicklung profitieren können – etwa Werkstätten und Autohäuser in der Region.
Die jetzt veröffentlichten Zahlen für 2025 sind vorläufig, geben aber bereits eine klare Richtung vor: Der Handel in NRW befindet sich im Wandel – mit Chancen für innovative Konzepte und Herausforderungen für traditionelle Strukturen.
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