Bonn/Rhein-Sieg/Euskirchen – Das diesjährige Ostergeschäft ist für viele Einzelhändler in der Region deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Einzelhandelsverband Bonn Rhein-Sieg Euskirchen hervor, die unter den Mitgliedsbetrieben durchgeführt wurde.
Sowohl bei der Kundenfrequenz als auch bei den Umsätzen zeigt sich ein verhaltenes Bild: Mehr als die Hälfte der befragten Händler (54 Prozent) meldete rückläufige Besucherzahlen in den Geschäften. Lediglich 15 Prozent konnten einen Anstieg verzeichnen, während bei knapp einem Drittel (31 Prozent) das Niveau des Vorjahres gehalten wurde.
Noch deutlicher fallen die Ergebnisse bei den Umsätzen aus: 61 Prozent der Unternehmen berichten von Einbußen im Ostergeschäft. 21 Prozent erzielten stabile Ergebnisse, während nur 18 Prozent ein leichtes Plus verbuchen konnten.
Entsprechend gedämpft ist die Stimmung im Handel. Nur knapp ein Viertel (24 Prozent) der Befragten zeigte sich zufrieden mit dem Geschäftsverlauf. 41 Prozent bewerteten das Ostergeschäft als mittelmäßig, während 35 Prozent eine negative Bilanz ziehen.
„Das Ostergeschäft hat vielen Betrieben nicht die erhoffte Belebung gebracht“, erklärt Alexander B. Jentsch, Vorsitzender des Verbands. Gerade in wichtigen Saisonphasen werde deutlich, wie angespannt die Lage im stationären Einzelhandel derzeit sei.
Als Gründe nennt der Verband neben der zurückhaltenden Konsumstimmung auch strukturelle Herausforderungen in den Innenstädten. Dazu zählen unter anderem Erreichbarkeit, fehlende Planungssicherheit und zunehmender Wettbewerbsdruck.
Der Verband fordert daher gezielte Maßnahmen von Politik und Verwaltung, um die Attraktivität der Innenstädte zu stärken. „Wir brauchen wieder mehr Frequenz in den Zentren. Vor allem müssen die Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass sich inhabergeführter Einzelhandel langfristig lohnt“, so Jentsch.
Mit Blick auf die kommenden Monate bleibt die Branche vorsichtig: Ohne spürbare Verbesserungen bei den Standortfaktoren und der Kauflaune der Verbraucher dürfte sich die angespannte Situation vieler Betriebe fortsetzen.










