Eltern schreiben Brandbrief an die Landesregierung: „Wo sind Sie? Wir brauchen Sie!“

Eltern beklagen Qualitätseinbußen im Unterricht - Schüler benötigten psychologische Unterstützung

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Nonnenwerth – Die Zeit auf Nonnenwerth drängt. Um das Franziskus Gymnasium als Schule zu retten, setzten die Eltern bislang viele Hebel in Bewegung. Zahlreiche UnterstützerInnen erklärten sich mit den Eltern und SchülerInnen solidarisch, darunter auch Prominente wie Sebastian Krumbiegel  von der Gruppe „Prinzen“ oder die Bläck Fööss, die vor gut einer Woche die Kunstaktion „Rausfliegendes Klassenzimmer“ auf dem Bahnhofsvorplatz vor dem Kölner Dom begleiteten.

Gleichwohl zeigt sich die Landesregierung bislang nicht gerade als Problemlöserin. 44 Eltern von betroffenen SchülerInnen haben nun erneut einen Anlauf genommen und wollen mit einem Offenen Brief Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Bildungsministerin Stefanie Hubig wiederholt auf die Dringlichkeit einer Lösungsfindung aufmerksam machen. Eltern und SchülerInnen bitten um Unterstützung. Nicht zum ersten Mal.

Dabei geht es aktuell nicht nur um die Schließung des Gymnasiums, sondern auch um die Unterrichtsqualität und die psychische Gesundheit der SchülerInnen. Auf der Insel besteht offensichtlich dringender Handlungsbedarf.

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Sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin Dreyer,
sehr geehrte Frau Bildungsministerin Dr. Hubig,

Wo sind Sie? Wir brauchen Sie! 

Wir brauchen Ihre Tatkraft, Ihre Vermittlungsstärke, Ihre Initiative und Empowerment für rd. 500 Schüler und rd. 60 Lehrer für die Sicherstellung des Unterrichts der staatlich anerkannten und geförderten privaten Ersatzschule Gymnasium Nonnenwerth.

Ihnen, den Lehrern und uns Eltern hat der Träger Peter Solimann zugesichert, dass die Schüler keinerlei Qualitätseinbußen im Unterricht zu erwarten haben.

Er hat Sie, die Lehrer, deren Schüler und uns Eltern massiv getäuscht! Denn das Gegenteil von Qualitätssicherung ist der Fall.

Für die Monate März, April und Mai wurden bereits Kündigungen vom Träger Peter Solimann ausgesprochen. Ohne Lehrer kein Schulunterricht, das ist offensichtlich. Vermehrte Stundenausfälle, Lehrerwechsel im Halbjahr und weniger Betreuung für Abiturschüler sind die Folgen.

Mängel tun sich auf. Wo man auch hinschaut, reiht sich ein Missstand an den anderen.
An einer Stelle fehlt der Lehrer, an anderer wiederum die Sekretariatsarbeiten, dann werden Reparaturarbeiten vom Träger behindert und Schüler vom Träger verunsichert.
Mehrere Schüler benötigen aufgrund der Geschehnisse professionelle psychologische Unterstützung.

Trotz teilverbeamteter Lehrerschaft, trotz 100% Bezahlung der angestellten Lehrer durch das Land RLP und trotz der Solidarität und des außerordentlich tollen Engagements aller Lehrer (ohne deren Extrameilen vieles gar nicht mehr ginge) gibt es keine Bildungssicherheit für dieses Schuljahr.

Das ist entgegen aller Zusagen. – Wo sind Sie, Frau Ministerpräsidentin Dreyer, wo sind Sie, Frau Bildungsministerin Dr. Hubig. Wir brauchen Sie!

  • Es gibt die Option der Trägerweitergabe.
  • Es gibt die Option eines Brandschutzgutachtens, welche dem zukünftigen Träger Planungssicherheit ermöglicht.
  • Es gibt die Option des Kündigungsschutzes.
  • Es gibt die Option der Trägereignung.
  • Es gibt viele Optionen, welche die Qualität des Schulbetriebes sichern können.

Sie können sich bestimmt vorstellen, dass es für uns als Eltern mehr als wichtig ist, dass unsere Kinder nach den Ausfällen der letzten Jahre endlich wieder einen „normalen“ Unterricht erhalten.

Und nicht zuletzt auch der Schüler wegen, welche schon durch die Flut betroffen waren.

Bitte nehmen Sie sich den Nöten der Schüler und Lehrer an. Es ist dringlich und wichtig.

Wir danken Ihnen!
Mit vorzüglicher Hochachtung.

Es folgen die Unterschriften der Eltern.

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2 Kommentare

    • Sorry, Herr Stenzel, aber entweder die Eltern oder Schüler entscheiden sich für eine staatliche Schule – dann könnten Sie die Sozialdemokratie oder die Schulbehörde angehen, oder Sie erwarten vielleicht ein besseres Ergebnis von ihrem Kind, wenns auf eine Privatschule geht. Dann aber bitte mit allen Konsequenzen. Nicht nur Bötchenfahren und Solimann-jagen… Überprüfen Sie bitte mal Ihr Weltbild – auch wenn es ein sozialdemokratisches ist.

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