Feierliche Eröffnung in Bonn – Neuer Masterstudiengang zur Arzneimitteltherapiesicherheit gestartet

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Neuer Studiengang gestartet. 23 Studierende starten gut betreut ins Wintersemester 2022/23. Foto: Meike Böschemeyer/Uni Bonn

Bonn – Zum Wintersemester 2022/23 ist der weiterbildende und interprofessionelle Masterstudiengang Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) der Universitäten Bonn, Heidelberg und Tübingen im Pharmazeutischen Institut der Universität Bonn feierlich eröffnet worden. Die ersten 23 Studierenden beginnen mit dem Studium.

Insbesondere unter Apothekerinnen und Apothekern ist das neue Studienangebot auf große Resonanz gestoßen, aber auch Pflege-Fachpersonen und Angehörige weiterer gesundheitsbezogener Berufsgruppen sind unter den ersten Studierenden. Für die Universität Bonn begrüßten der Prorektor für Studium, Lehre und Hochschulentwicklung, Prof. Dr. Klaus Sandmann, und für die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der Prodekan für Studium und Lehre, Prof. Dr. Thomas Bartolomaeus, die neuen Studierenden herzlich und unterstrichen in ihren Grußworten die zunehmende Bedeutung des lebenslangen Lernens und der kontinuierlichen Weiterbildung.

„Das primäre Ziel ist die Erhöhung der AMTS-Kompetenz unserer Studierenden“, betont Prof. Dr. Ulrich Jaehde von der Abteilung Klinische Pharmazie der Universität Bonn, der den neuen Studiengang leitet. „Sie lernen, AMTS-relevante Strukturen und Prozesse zu analysieren und zu verändern sowie Lösungen im interprofessionellen Team zu erarbeiten. So werden sie fit für die mit AMTS verbundenen Herausforderungen und können als AMTS-Multiplikatorinnen und -multiplikatoren andere in ihrem beruflichen Umfeld mitnehmen.“ Dazu tragen auch die Interprofessionalität und der Austausch beruflicher Erfahrungen unter den Studierenden bei. „In den grundständigen Studiengängen wird ein interprofessionelles Arbeiten kaum erlernt. Diese Lücke möchten wir hier schließen, das ist eines der Alleinstellungsmerkmale des Studiengangs“, führt Prof. Dr. Cornelia Mahler, Studiengangsleiterin an der Universität Tübingen, aus.

Eine weitere Besonderheit ist das sogenannte „Blended-Learning“, also die Verzahnung von Präsenzlehre, Online-Elementen und Selbststudium. „Uns ist wichtig, dass der Masterstudiengang berufsbegleitend studierbar ist. Der Blended-Learning-Ansatz erlaubt den Studierenden deutlich mehr zeitliche Flexibilität als in einem reinen Präsenz-Studiengang und passt sich so gut an ihr Leben an“, sagt Prof. Dr. Hanna Seidling, Studiengangsleiterin an der Universität Heidelberg. „Gleichzeitig vertiefen und erweitern die Präsenzelemente und Online-Synchron-Studientage die online vermittelten Inhalte und tragen so zum Austausch der Studierenden bei.“

Dass Expertise für AMTS dringend gebraucht werden, führte der Festredner Prof. Dr. Walter-E. Haefeli von der Abteilung Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie des Universitätsklinikums Heidelberg eindrucksvoll anhand von Fallbeispielen vor Augen. „Fehler im Medikationsprozess können nur vermieden werden, wenn sie erkannt werden. Dazu sind Detailwissen, Prozesskenntnisse und eine Bereitschaft zur unermüdlichen Wachsamkeit notwendig.“

Die Bedeutung der Prozesssicherheit unterstrich auch Dr. Anne Dwenger vom Bundesministerium für Gesundheit, das die Einrichtung und Evaluation des neuen Masterstudiengangs im Rahmen des fünften Aktionsplans zur Verbesserung der AMTS in Deutschland finanziell fördert, in ihrem Grußwort: „Es werden professionell ausgebildete AMTS-Manager gebraucht, die sich in den verschiedenen Disziplinen austauschen, zusammenarbeiten und so Zunftdenken überwinden.“ Der Präsident des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Professor Dr. Karl Broich, fügte hinzu: „Je erfolgreicher die Absolventen dieses Studiengangs sind, desto erfolgreicher ist auch das BfArM in seinem Bemühen, die AMTS in Deutschland auszubauen. Wir können so einen Unterschied für die Patienten machen.“

Um von Anfang an eine hohe Qualität zu gewährleisten, wird das Zentrum für Evaluation und Methoden (ZEM) der Universität Bonn eine umfassende Evaluation des Studiengangs durchführen, die nicht nur Studierende, sondern auch Lehrende und Arbeitgebende einschließt. „Wir sind uns bewusst, dass es bei der Neueinrichtung eines Studiengangs an manchen Stellen noch etwas haken kann“, gibt Jaehde zu bedenken, ist aber gleichzeitig optimistisch: „Die umfassende Evaluation unterstützt uns dabei, gemeinsam mit den Studierenden der ersten Stunde den Studiengang kennenzulernen und für künftige Studierende weiterzuentwickeln.“ (AnA)

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