Bad Honnef – Außer Erfahrung gab es für Rhöndorf bei Iserlohn nichts zu holen. Die Kangaroos waren von Beginn an dominant und gewannen am Ende souverän mit 100:76 (56:41). Allerdings mussten die Dragons auf Juhwan Harris-Dyson verzichten. Den Ausfall ihres Topscorers konnten die Rheinländer nicht kompensieren.
Der amerikanische Forward hatte sich im Abschlusstraining an der Hand verletzt. Vorweg bemerkt: Das Fehlen von Juhwan Harris-Dyson wirkte sich auf Rhöndorfs Performance an beiden Enden des Spielfeldes deutlich aus. Nicht nur als Scorer wurde der 26-Jährige schmerzlich vermisst, auch seine schnellen Hände in der Defense und seine Athletik beim Rebound fehlten deutlich. Zum Glück konnte Jorge Mejias wieder auflaufen und lieferte mit 19 Punkten und zehn Assists eine überzeugende Leistung ab.
Von Beginn des ersten Viertels an ließ Iserlohn keinen Zweifel daran aufkommen, wer Chef im Ring ist. Die Hausherren spielten geduldig, fanden häufig den freien Mann und schlossen beängstigend sicher ab. In den ersten zehn Minuten fanden 63 Prozent der Dreier-Versuche und 70 Prozent aus dem Zweier-Bereich ihr Ziel. Beeindruckende Quoten – allerdings ließen die Dragons die Kangaroos auch an der langen Leine agieren. Auf der anderen Seite zeigte die aggressive Defensive der Gastgeber Wirkung. Kurzum: Rhöndorf fehlten zwingende Lösungen und suchte sein Glück immer wieder aus der Distanz. Da nur 25 Prozent der Würfe jenseits der Dreierlinie fielen, war der 17-Punkte-Rückstand der Dragons die logische Konsequenz (10’/35:18).
Eine schwere Hypothek gleich zu Beginn der Begegnung. Doch das Team um Coach Max Becker biss sich im zweiten Spielabschnitt in die Partie hinein. Angetrieben vom starken Lagui Diallo (12 Pkt.) kämpften sich die Rheinländer bis zur 18. Minute wieder bis auf neun Punkte heran (45:36). Das Momentum, das Ergebnis noch enger zu gestalten, nutzten die Dragons jedoch nicht. In den letzten 120 Sekunden vor der Halbzeitpause machte Iserlohn wieder Druck und baute die Führung erneut zweistellig aus (20’/56:41).
Auch nach dem Seitenwechsel machte Rhöndorf die Athletik von Iserlohn zu schaffen. Besonders Tyson Leitao verschaffte sich nachhaltig Respekt. Der 2,03 Meter große Center markierte beeindruckende 26 Punkte, acht Rebounds und sechs Blocks! Damit darf man ihn mit Recht als Vater des Erfolgs bezeichnen. Jedenfalls beherrschten die Kangaroos die Körbe eindeutig (40:26 Reb.) und zogen zwischenzeitlich auf 29 Zähler davon (37’/98:69). Im sicheren Gefühl des Sieges ließen die Sauerländer die Zügel dann ein wenig schleifen, was Rhöndorf für Ergebniskosmetik nutzte.
Aufgegeben haben die Dragons zu keinem Zeitpunkt, aber wie im ersten Viertel waren die Offensivbemühungen zu eindimensional. Zu selten schlugen die Dreier im Korb des Gegners ein. Duje Dujmovic (12 Pkt.), Dusan Ilic (8 Pkt.) und Kenan Reinhart (13 Pkt.) setzten sich noch einmal gut in Szene, konnten aber die breite Übermacht von Iserlohn mit Glynn Hubbard III (10 Pkt./6 As.), Sadiq Ajagbe (10 Pkt./6 Reb.), Daniel Zacek (19 Pkt.), Christopher Schultz (6 Pkt./10 Reb.) – und dem bereits genannten Tyson Leitao – nicht matchen. Am 100:76-Erfolg gibt es nichts zu meckern.
Am nächsten Samstag steht Tabellenführer Essen im DragonDome auf dem Programm. Hoffentlich kann Rhöndorf dann wieder komplett antreten und für eine Überraschung sorgen.
Max Becker (Headcoach Dragons Rhöndorf):
„Zunächst Glückwunsch an Iserlohn. Wir haben es heute von Beginn an nicht geschafft, Iserlohns Stärken einzuschränken und unsere eigenen aufs Feld zu bringen. Sicherlich hat der Ausfall von Juhwan Harris-Dyson geschmerzt, dies kann jedoch nicht als Ausrede für die Art und Weise zählen, wie wir teilweise verteidigt haben. Wir sind eine junge Mannschaft und insgesamt auf einem guten Weg. Wichtig ist nun, dieses Spiel abzuhaken und mit vollem Fokus in die neue Trainingswoche zu gehen.“
Klaus Beydemüller











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