Was für ein Theater um zwei Millionen

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Bad Honnef | Im Kurhaus zu Selhof, Saal Kaiser, gab es heute Abend Schnitzel – und „Eine Hochzeit mit Hindernissen“. Die Mischung dürfte bei manchen Zuschauern zu Hause zu einem Nachspiel geführt haben. Vorher mussten sie sich fast zwei Stunden den Bauch vor Lachen halten. Schuld hatte die Theatergruppe des Bürgervereins Selhof.

Die Geschichte: Verlobter wacht nach Junggesellenabschied neben süßer Biene auf. Er weiß von nichts, sie, dass sie aus einer bestellten Spaß-Torte gekrabbelt war – einer dieser berüchtigten Schenkelklopfer auf Herrenabenden.

Natürlich wurden sie überrascht – von seiner Mutter. Die reiste extra aus Australien an, um anlässlich der Hochzeit zwei Millionen zu verteilen. Aber auch an einen untreuen Sohn? Also musste eine Notlüge her. Noch-nicht-Verheirateter und Torten-Girlie solidarisierten sich und gingen zum Schein eine Beziehung ein.

Die Komplikationen nahmen zu, als die richtige Verlobte Lisa ins Spiel kam – und ein Standesbeamter, der echter nicht sein konnte. Er wurde gespielt von Anja Krupop und die ist im wirklichen Leben Standesbeamtin in Honnef. Auf den Brettern griff Eheverschließer Hugo Bettenmacher vor lauter Verzweiflung denn auch zur Flasche. Zu viel Verwechslung, zu viel „Hier stimmt was nicht!“, wie es Lisas Vater, Fabrikant Bruno Brauser, mehrmals scharfsinnig vermutete.

Nach weiteren Irrungen und Wirrungen das gute Ende. Alle Töpfchen fanden ihre Deckelchen. Alles gut in Selhof. Auch wenn Rita Honigmund‘ Lebensweisheit einige Männer-Popos auf ihren Zuschauer-Stühlen hin und herrutschen ließ: „Eine Scheinehe ist, wenn eine Frau vor der Ehe den Anschein erweckt, der Mann hat in der Ehe noch etwas zu sagen.“

Super, was die Truppe in nur vier Wochen Probezeit auf die Beine gestellt hat. Ingo Olbermann (Vater Brauser) schlüpfte gleich in verschiedene Rollen (unter anderem in die eines Schamanen); köstlich Torten-Braut Petra (Nadine Batzella) mit ihrer unbekümmerten Spielart inklusive sexy Augenaufschlag; toll, wie Claudia Funken die prüde Verlobte und Finanzbeamtin Lisa spielte („Beamte wollen nur das Gute“); hervorragend der ständig parabelnde Bruno Penibel (Carsten Neumann); wie man es sich von einer Honnefer Standesbeamtin wünscht: professionell – Anja Krupop alias Standesbeamter Hugo Bettenmacher; als hätte er in seinem Leben nur Theater gespielt – Klaus Mastallerz (Verlobter Klaus Honigmund); reif für’s Kömödienstadl: Silke Lohr als Mutter Rita Honigmund.

Hinter den Kulissen wirkten mit: Hannelore Bock-Plum (Maske), Claus Plum (Inspizient), Jürgen Heck (Film). Im Souffleusenkasten saßen Hannelore Ufken und Romy Heppner .

Lust auf mehr? Sonntag findet um 16 Uhr im Selhofer Kurhaus Saal Kaiser die zweite Aufführung statt.

 

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