Bad Honnef-Rhöndorf. Frage: Welche Tiere sind im Naturpark Siebengebirge heimisch? Uhu, jene große Eule, Schwarzstorch, der ängstliche Verwandte des „Klapperstorchs“, oder die Wildkatze, alles andere als ein Schmusekätzchen? Oder: Was unterscheidet die Wildkatze von der Hauskatze? Und: Bienen! Ja, simpel und einfach Bienen. Es gibt die Bienen, die dem Imker den Grundstoff für den Honig liefern, aber es gibt auch Wildbienen. Beide haben bei den heutigen Steingärten zu kämpfen – aber das ist ein anderes Thema. Und die Aufgabe lautet: Im Siebengebirge leben viele Wildbienenarten. Diese haben oft witzige Namen. Hier siehst du ein Langhornbienenmännchen. Wie sieht die weibliche Langhornbiene aus? Drei Alternativen wurden aufgezeichnet.
Ja, es war schon nicht einfach, diese und einige andere Fragen zu beantworten, die der Veranstalter des Herbstmarktes in Rhöndorf auf dem Ziepchensplatz den Kindern stellte, die sich an der Fragerunde beteiligten. Zum Glück wurden die Fragen nach dem Alter der Kinder gewichtet, aber es war schon eine Herausforderung. Hätten Sie die Antworten gewusst? Ich vermute, der eine oder andere Erwachsene hätte seine Schwierigkeiten gehabt. (Die Auflösung finden Sie unten.)
Aber es gab auch Führungen. Die Vorstellung des Adenauer-Rundwegs durfte nicht fehlen; ein GPS-gesteuerter Rundgang wurde für Kinder angeboten, wobei jedoch die Eltern helfen sollten. Ja, mit Verlaub geschrieben: Der kam nach Auskunft des Veranstalters nicht so gut an. War vielleicht zu schwierig für die Eltern. Wäre wohl besser gewesen, wenn die – wenn vorhanden – älteren Geschwister für Orientierung gesorgt hätten. Aber, so sagte man mir, es ist der erste Versuch, ein solches Angebot in diesem Rahmen zu platzieren und aus den Erfahrungen zu lernen, um im nächsten Jahr einen neuen Versuch zu starten. Lohnt sich auf jeden Fall.
Ansonsten: jede Menge Stände mit den jahreszeitlich aktuellen Produkten, die den Sommer über reiften und nun auf die Verbraucher warteten. Da wären Kürbisse in allen Farben, Formen und Varianten: große, kleine, runde, ovale, gepunktete, gefleckte, dicke oder nicht so dicke, dafür aber mit Pocken. Und Äpfel in reichlicher Sortenvielfalt. Honig in ebensolcher Vielfalt und alles, was man mit dem Honig und den Waben so machen kann, z. B. Kerzen, die den Bienen und Wespen an so manchem Sommerabend den Weg zu möglichen Genüssen vom Grill weisen, wo sie dann mit hektischen Handbewegungen der menschlichen Zeitgenossen verscheucht werden. So ist der natürliche Gang der Welt.
Produkte vom Schaf gab es in allen Varianten, und Wein von zwei im Siebengebirge ansässigen Winzerbetrieben wurde auch angeboten. Die Kartoffel wurde in Form von hochgelobten Reibekuchen unters Volk gebracht, und ja, Musik gab es auch. Alisha und J. Low – Gitarre, Geige und Gesang – mühten sich, in zum Teil zierlichem Vortrag und mehr als anhörenswert, gegen den Strom der Marktbesucher, aber viele sind vorbeigelaufen und nur wenige haben zugehört. Vielleicht war die Anziehungskraft der Reibekuchen zu groß?
Der Markt war gut besucht, sehr gut sogar, und der Ziepchensplatz wurde seinem Ruf als Publikumsmagnet gerecht. Überschaubar, familiär und mit dem Drachenfels als Kulisse. Was will man mehr? Und man fragt sich, warum Peter Profittlich sen. von seinem Podest aus etwas grimmig auf das Geschehen blickt. Was soll’s. Die Auswahl war vielfältig; allerdings hat das Kunsthandwerk gefehlt, von dem es im Naturpark Siebengebirge ja jede Menge gibt – von Töpfereien bis zum Seifensieder. Schade.
Dafür gab es auch kleine Schätze. Toll das „Hüppekästchen“, das auf den Stand von „Wir fürs Klima“ hinwies. Nun gut, ich hätte ja gerne „gehüpft“. Aber: Man wird älter. Jedoch war der Stand, auf den hingewiesen wurde, interessant. Informationen über die heimische Pflanzenwelt und wie man sie in den eigenen Garten oder auf den Balkon holen kann. Dazu gab es Ableger von Stauden, die am Sonntagvormittag in der bekannten Herrgottsfrühe aus dem Naturgarten „Drachenparadies“ an der Drachenfelsschule in Niederdollendorf geholt und morgenfrisch eingetopft auf den Ziepchensplatz gebracht und dann gegen Spende abgegeben wurden. Dazu gab es Samentüten verschiedenster Blumen und Kräuter aus dem gleichen Naturgarten, um die heimische „Scholle“ für den nächsten Sommer schön bunt und – für die heimischen Käfer und Insekten – attraktiv zu machen.
Zum Schluss noch eins. Für mich gab es auf dem Markt auch einen heimlichen Star. Es war ein kleiner Schneemann. Gut, nicht aus Schnee, aber was soll’s. Aber was macht ein Schneemann auf einem Herbstmarkt? Ganz einfach: Er trug eine Mütze und einen Schal aus Schafwolle. Und so sah er sich zumindest gut gerüstet dem kommenden Winter entgegen. Und wer genau auf ein Foto hinschaut, wird ihn auch erkennen. Ganz versteckt, im Hintergrund – sonst wäre er ja auch geschmolzen. Rein gedanklich.
Ach ja, die Auflösung: Sowohl Uhu, Schwarzstorch als auch Wildkatze sind im Naturpark heimisch. Das Weibchen der Langhornbiene kann man an der gelblichen Färbung der hinter dem Kopf befindlichen Behaarung erkennen, die sonst nur das Männchen besitzt. Und: Was unterscheidet die Wildkatze von der wildfarbenen Hauskatze? Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal ist der dickere Schwanz der Wildkatze, der auch weniger Ringe aufweist als bei wildfarbenen Hauskatzen. Und: Wer von den Leserinnen und Lesern hätte alle drei Fragen beantworten können und somit eine Becherlupe gewonnen?
Fotos: Rolf Thienen









