„Honnef heute“ trifft StäV-Wirt – und schon wird geplant

0

Bad Honnef/Berlin | Wie hätte sich Europa entwickelt, wäre Bonn Bundeshauptstadt geblieben? Müßige Frage. Weniger überflüssig der Hinweis: Was wäre den Berlinern entgangen, hätte das Rheinland nicht großzügig auf den Regierungssitz verzichtet? Zum Beispiel Karneval, Kölsch und Himmel un Äd.

Denn: Ohne Regierungshauptstadt Berlin gäbe es auch keine StäV in Preußenland. Und die (gastronomische) Ständige Vertretung hat als rheinisches Polit-Lokal schließlich dafür gesorgt, dass die geschichtlich mehrfach gebeutelte Hauptstadt nicht nur die Freundlichkeit wiederentdeckte, sondern auch vor Depressionen schützende Erbgut-Prosa wie „Et hätt noch emmer joot jejange“ in sich aufnahm. Wie wäre das politische Berlin sonst zu erklären?

So holte StäV-Wirt Harald Grunert 1998 den Berliner Karneval aus den Hinterhöfen auf die Straße und stellte als Harald I. mit Martina I. zugleich das Prinzenpaar. Hundertausend Berliner Narren und rheinische Jecken feierten gemeinsam den Höhepunkt der 5. Jahreszeit. Wirt-Kollege Friedel Drautzburg philosophierte begleitend in der TAZ: „Karneval ist eine Sache, die den Rheinländer als zutiefst menschliches Wesen auszeichnet.“

Jetzt trafen sich Rainer Hombücher von Honnef heute und Harald Grunert am Schiffbauerdamm 8 und sinnierten bei einem Kölner Getränk und neben der vom Kurhaus op Sälef besten Bulette zwischen Rhein und Spree über frühere Zeiten.

StäV-Chef und Ex-Prinz Harald Grunert (r.) und Rainer Hombücher
StäV-Chef und Ex-Prinz Harald Grunert (r.) und Rainer Hombücher
adenauer
Konrad Adenauer als Postkartenmotiv. Foto: Bundespresseamt, Konrad-Adenauer-Postkartenedition der StäV (2011)

Die beiden kennen sich seit den 68ern – erst waren sie Kollegen in einem „Erziehungsheim“ und beteiligten sich aktiv an der Veränderung veralteter pädagogischer Strukturen, später zählten sie zum Erst-Generationen-Team der „Stattzeitung De Schnuess“, die sich nun schon seit Jahren Jahren politisch anspruchslos „Schnüss“ nennt und statt 1.50 DM keinen Cent mehr kostet. Immerhin brachte das engagierte Magazin in seiner besten Zeit den Bonner-Ewig-Bürgermeister Hans Daniels mehrfach aus der Fassung, legte sich mit der bürgerlichen Lokalpresse an, enttarnte Nazi-Juristen und musste sich in einem der ersten Gewalt-Prozesse zwischen alternativen Gruppen und der Polizei behaupten – zunächst wie erwartet erfolglos, dann gab’s den gerechten Freispruch.

Übrigens: Auch der Bad Honnefer Grünen-Kreistagsabgeordnete Burkhard Hoffmeister war später Redaktionsmitglied der „Stattzeitung“, ebenso wie Gerd Billen, von 2007 bis 2013 höchster deutscher Verbraucherschützer und heute Staatssekretär im Jutsitzministerium, Bernhard Meier, stv. Pressesprecher im NRW-Bauministerium und Potsdams Ex-Kulturchef Martin Schmidt-Roßleben, der überraschend Anfang des Jahres im Alter von 60 Jahren verstarb.

De Schnuess, Bonn, Berlin, Rhein, Spree, Karneval, Kölsch, Buletten, Himmel un Äd, Bad Honnef, Honnef heute, Heimatlust – da passt Vieles zusammen.

Einer gehört auch dazu: Konrad Adenauer. 2011 gab die StäV eine Postkartenedition mit Fotomotiven und Zitaten vom „Alten“ heraus. Der wird bei einer gemeinsamen Aktion von StäV und „Honnef heute“ eine Rolle spielen.

Bald mehr dazu.

 

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein