Rhein-Sieg-Kreis. Die Jungen Liberalen (JuLis) im Rhein-Sieg-Kreis gehen ungewöhnlich scharf mit der eigenen Parteiführung ins Gericht. Anlass ist die Ankündigung von Christian Dürr, beim kommenden Bundesparteitag erneut für den Vorsitz der FDP kandidieren zu wollen.
In einer Pressemitteilung kritisiert der Kreisverband die Entscheidung deutlich. „Mut predigen und dann nicht bereit sein, die notwendigen Konsequenzen zu ziehen – das passt nicht zusammen. Christian Dürr ist ein Looser“, erklärt der Kreisvorsitzende der Jungen Liberalen Rhein-Sieg, Nils Dormann.
Die JuLis verweisen auf die aus ihrer Sicht enttäuschenden Wahlergebnisse der vergangenen Monate. Diese würden „eine klare Sprache“ sprechen. Die Parteiführung habe vor rund einem Jahr einen Neustart und Aufbruch angekündigt, dieses Versprechen jedoch nicht eingelöst. Statt klarer inhaltlicher Positionierung nehme man vor allem kurzfristig Themen aus dem Tagesgeschehen auf – und verfehle damit die eigene Zielgruppe.
„Wir müssen wieder laut und unbequem sein – gerade zugunsten einer langfristigen Glaubwürdigkeit“, so Dormann weiter. Die Nachwuchsorganisation fordert daher nicht nur personelle Konsequenzen an der Parteispitze, sondern auch eine inhaltliche Neuaufstellung der FDP.
Nach Einschätzung der Jungen Liberalen habe die Partei in den vergangenen Monaten erheblich an Vertrauen verloren. Die derzeitige Führung offenbare zunehmend ein fragwürdiges Verständnis von Verantwortung. Wörtlich heißt es in der Mitteilung: „Die FDP hat erheblich an Vertrauen verloren und die Führung der Partei offenbart zunehmend, was sie unter Verantwortung versteht – nämlich nichts.“
Die deutliche Kritik aus den eigenen Reihen zeigt, wie angespannt die Lage innerhalb der FDP derzeit ist – auch im Rhein-Sieg-Kreis. Ob und in welcher Form sich diese innerparteilichen Konflikte auf den kommenden Bundesparteitag auswirken werden, bleibt abzuwarten.











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