Bonn. In Bad Honnef fand gerade der erste Bevölkerungsschutztag statt. Die Stadt Bonn führt am Samstag, 27. Juni 2026, eine Katastrophenschutzübung mit mehreren hundert Einsatzkräften von Feuerwehr, Hilfsorganisationen und Technischem Hilfswerk durch. Übungsschwerpunkt ist das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs in der Weststadt. Im Umfeld werden einige Straßen gesperrt. Im übrigen Stadtgebiet werden vermehrt Einsatzfahrzeuge zu beobachten sein.
Die Einsatzkräfte sammeln sich ab 7 Uhr morgens in der Stadt. Einsatzfahrzeuge werden vor allem auf dem Gelände der Müllverwertungsanlage der Stadtwerke Bonn und in der Immenburgstraße bereitgestellt. Die eigentliche Übung dauert von 9 bis voraussichtlich 18 Uhr.
Folgende Straßen werden aufgrund der Übung von circa 9:30 bis 17:30 Uhr für den Individualverkehr gesperrt: Immenburgstraße ab der Kreuzung Am Dickobskreuz, Am Dickobskreuz zwischen Immenburgstr. und Müllverwertungsanlage, Hein-Möller-Straße sowie Karlstraße und Jonas-Cahn-Straße jeweils zwischen Immenburgstraße und Nideggerstraße. Der Durchgangsverkehr über die Endenicher Straße ist nicht betroffen.
Die Übungsleitung der Bonner Feuerwehr hat bei der Planung die angespannte Verkehrssituation in Zusammenhang mit der Sperrung der Bonner Nordbrücke berücksichtigt. Für Fahrten zu den an der Übung beteiligten Kliniken wurden Routen definiert, die die Hauptverkehrsachsen aussparen, um den innerstädtischen Verkehr nicht weiter zu belasten.
Für die Bevölkerung besteht zu keiner Zeit eine Gefahr. Notrufe sowie der reguläre Rettungsdienst bleiben uneingeschränkt erreichbar und funktionsfähig.
Mit der Übung stärkt die Stadt Bonn gemeinsam mit ihren Partnern die Vorbereitung auf außergewöhnliche Einsatzlagen und verbessert die Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen.
Übungsdetails: Strategischer Patiententransport im Katastrophenfall
Im Mittelpunkt der Übung steht ein Szenario, bei dem eine größere Anzahl verletzter oder erkrankter Menschen nach einem fiktiven Schadensereignis mit einem Lazarettzug nach Bonn gebracht werden. Die Einsatzkräfte üben, wie diese Menschen übernommen, medizinisch erstversorgt und anschließend zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser weitertransportiert werden. Ziel der Übung ist es, die Abläufe des sogenannten strategischen Patiententransports zu erproben, der im Ernstfall dazu dient, Gesundheitssysteme in stark betroffenen Regionen zu entlasten – etwa nach Naturkatastrophen, bei Pandemien oder anderen Großschadenslagen.
An der Übung sind rund 500 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Katastrophenschutz und Polizei beteiligt. Neben den umfangreich eingebundenen Bonner Einsatzkräften wird die Übung durch überörtliche Einsatzformationen aus dem Rhein-Sieg-, Rhein-Erft- und Oberbergischen Kreis sowie aus den Regierungsbezirken Arnsberg und Düsseldorf unterstützt. Außerdem sind die Deutsche Bahn, die Stadtwerke Bonn sowie die Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung beteiligt.
Bestandteil des Übungsablaufs sind außerdem das Universitätsklinikum Bonn, das Waldkrankenhaus und das Gemeinschaftskrankenhaus Bonn – Haus St. Petrus. Sie üben die weiteren Abläufe der Versorgung einer großen Zahl Verletzter/Erkrankter in den Krankenhausstrukturen. Dafür werden von den Kliniken insgesamt rund 200 Ärzte, Pflegekräfte und technisches Personal zusätzlich in den Dienst gerufen, die an der Übung teilnehmen.
Die Übung hat folgende Ziele:
• Zusammenarbeit der Katastrophenschutzeinheiten aus Bonn und der Region sowie THW, Feuerwehr und Rettungsdienst;
• Aufbau und Betrieb eines Behandlungsplatzes zur medizinischen Versorgung von Verletzten und Erkrankten,
• Patiententransport und die dazugehörige Transportorganisation für bis zu 100 Patient*innen,
• Übergabe von Patient*innen zwischen Lazarettzug, Behandlungsplatz, Transportfahrzeugen und aufnehmenden Krankenhäusern.
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