Bad Honnef. Wie wirken sich versiegelte Flächen auf das Stadtklima aus? Und welche Rolle kann Künstliche Intelligenz dabei spielen, die Folgen neuer Baugebiete auf die Temperaturentwicklung vorherzusagen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich eine öffentliche Informationsveranstaltung des Lions Club Bad Honnef am Mittwoch, 15. Juli, um 19 Uhr im Foyer des Rathauses. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen.
Im Mittelpunkt des Abends stehen aktuelle Ergebnisse aus dem schulischen Klimaanpassungsprojekt „Von Hitzeinseln zu Grünen Oasen in Bad Honnef“, das Teil des Netzwerks „Bad Honnef lernt Nachhaltigkeit“ ist. Darüber hinaus wird erstmals ein KI-gestütztes Modell vorgestellt, das die Temperaturentwicklung unter dem Einfluss von Flächenversiegelung am Beispiel von Bad Honnef-Süd simuliert.
Sechs Jahre Engagement für nachhaltige Bildung
Den Anstoß für das Projekt gab vor sechs Jahren die Förderung durch den Lions Club Bad Honnef. Daraus entstand ein Service-Learning-Projekt zur Ermittlung von Hitzeinseln in Bad Honnef, das inzwischen mehrfach auf Landes- und Bundesebene im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ausgezeichnet wurde.
Ziel des Projekts ist es, Schülerinnen und Schüler nicht nur an wissenschaftliche Methoden heranzuführen, sondern ihnen die Möglichkeit zu geben, aktiv an der nachhaltigen Entwicklung ihrer Heimatstadt mitzuwirken.
Projektleiterin Maria-Elisabeth Loevenich, die das Nachhaltigkeitsnetzwerk koordiniert, wird während der Veranstaltung die Entwicklung des Projekts sowie dessen Bedeutung für das generationenübergreifende Lernen und Zusammenleben in Bad Honnef erläutern. Außerdem stellt sie die Faktoren vor, die das Projekt zu einem erfolgreichen Beispiel nachhaltiger Bildungsarbeit gemacht haben.
Oberstufenschüler entwickelt KI-Modell
Im zweiten Teil des Abends präsentiert Lukas Weichelt, Oberstufenschüler am Schloss Hagerhof, seine Facharbeit mit dem Titel „Hitzeinseln in Bad Honnef – Entwicklung eines KI-Modells zur Datenverarbeitung und -analyse“.
Für seine Arbeit wurden sämtliche Temperaturmessungen der vergangenen Jahre in ein KI-Modell integriert. Die Auswertung zeigt den Zusammenhang zwischen Flächenversiegelung und steigenden Temperaturen und ermöglicht darüber hinaus Prognosen für zukünftige Entwicklungen.
Anhand des Beispiels Bad Honnef-Süd wird demonstriert, welche Auswirkungen die Umwandlung von Grünflächen in bebaute Areale auf die Entstehung neuer Hitzeinseln haben könnte. Das Modell soll damit eine wissenschaftlich fundierte Grundlage liefern, um die klimatischen Folgen städtebaulicher Entscheidungen besser einschätzen zu können.
Die Veranstaltung richtet sich an alle, die sich für Klimaanpassung, Stadtentwicklung und innovative Ansätze in der Umweltbildung interessieren. Der Eintritt ist frei.
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