Malteser üben Hilfeeinsatz bei Sturmereignis auf Jugendzeltplatz

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Foto: Daniela Egger/Malteser

Bad Honnef – Rund 30 Einsatzkräfte der Malteser-Einsatzeinheit SU 05 haben bei ihrer Jahresübung ein bis zur Alarmierung unbekanntes Übungsszenario durchgespielt. Angenommen war ein Sturmereignis mit 25 Betroffenen auf einem Jugendzeltplatz. Die Einsatzkräfte aus Bad Honnef, Meckenheim und Siegburg versorgten dabei die Verletzten medizinisch und betreuten die Unverletzten.

Immer dann, wenn viele Menschen oder große Gebiete von einem Schadensereignis betroffen sind, kommt der Katastrophenschutz. Mit der Einsatzübung trainierte die fünfte Katastrophenschutz-Einsatzeinheit des Rhein-Sieg-Kreises (EE SU 05) ihre Abläufe und Zusammenarbeit und stellte ihr Können auf den Prüfstand. Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte des Katastrophenschutz-Zuges kommen von den Malteser Ortsgruppen aus Siegburg, Meckenheim und Bad Honnef und bilden eine von fünf Einsatzeinheiten im Kreisgebiet. Dabei sind sie vielseitig einsetzbar: Die Einheit besteht aus einem Führungstrupp, zwei Fachgruppen für den Sanitätsdienst und den Betreuungsdienst und einen Fachtrupp für Technik und Sicherheit.

Jugendzeltlager von Sturm betroffen

Im angenommenen Szenario auf dem Campingplatz Jillieshof in Bad Honnef-Himberg war ein Unwetter über den Zeltplatz einer Jugendgruppe mit 25 Teilnehmenden gewütet. Dabei hatten sich 13 Personen Verletzungen zugezogen. Die Verletztendarstellenden vom DPSG-Stamm Hersel-Widdig und von der Malteser Jugend Bad Honnef waren dazu realitätsnah von drei Schminkerinnen der Meckenheimer Gruppe für realistische Unfalldarstellung vorbereitet worden. Während im realen Einsatzfall zusätzlich auch der kommunale Rettungsdienst bei solchen Ereignissen involviert wäre, übte die Einsatzeinheit dieses Mal für sich.

Eine erste Erkundung der Lage nahm der Kommandowagen der Einheit vor. Übungs-Zugführer Malte Daniels beschreibt: „In den ersten Minuten galt es, sich einen Überblick zu verschaffen, um so die Einsatzkräfte zu koordinieren und schnell allen Betroffenen adäquat zu helfen. Dabei mussten wir auch herausfinden, welche Verletzten die dringendste Hilfe benötigen.“

Nach einer ersten Einschätzung forderte die Zugführung schnell auch die restlichen Kräfte der Einsatzeinheit und weitere Unterstützung an. Die Betroffenen wurden von den Helfenden in vier Kategorien unterteilt: Lebensbedrohlich Verletzte, Schwerverletzte, Leichtverletzte und Unverletzte, die dann nach Priorität versorgt und ins fiktive Krankenhaus transportiert wurden.

Parallel zur Versorgung der Verletzten richtete die Betreuungsgruppe der Einsatzeinheit eine provisorische Betreuungsstelle für die Betroffenen ein, die in der Übung zwar keine Verletzungen erlitten, jedoch trotzdem ihre Unterkunft verloren hatten.

Positives Fazit zur Zusammenarbeit der Kräfte

Am Ende des Tages zogen die beiden Übungsleiter Lucca Musconi-Shaw und Thomas Hoeft ein positives Fazit. Hoeft resümiert: „Mit der Übung war es unseren Helfenden möglich, die Abläufe bei einem Massenanfall von Verletzten weiter zu erproben. Eine besonders gute Rückmeldung in unserer Abschlussrunde war, dass die Einsatzkräfte aus Meckenheim, Siegburg und Bad Honnef besonders nach den einsatzreichen letzten Jahren ein eingespieltes Team sind!“

Einen besonderen Dank richteten die Übungsleiter an die vielen Unterstützenden, die die Übung möglich gemacht hatten: Die Verletztendarstellung durch die DPSG, die Malteser Jugend und die Unfalldarstellungsgruppe, das DRK Bad Honnef für ein Mittagessen im Anschluss an die Übung und die Betreiber des Campingplatzes für die Zurverfügungstellung des Geländes. Zugführer Maximilian Kornfeld richtete zudem am Schluss seinen Dank an die Übungsleitenden für ihren enormen Vorbereitungsaufwand.

Die Katastrophenschutz-Einheiten in Deutschland arbeiten weitestgehend mit ehrenamtlichen Einsatzkräften, die sich in ihrer Freizeit aus- und fortbilden und in den Einsatz fahren. Die Kosten für die Ausrüstung und für Lehrgänge werden in Siegburg, Meckenheim und Bad Honnef vom Malteser Hilfsdienst getragen. Alle drei Standorte sind ständig auf der Suche nach neuen Ehrenamtlichen.

Andreas Archut

 

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