Bad Honnef. Klezmer-Musik ist beschwingt, aber immer einen Hauch melancholisch bis tieftraurig. Sie ist vom Ostjudentum überliefert und erzählt von alltäglichen Begebenheiten, von rauschenden Festen wie Hochzeiten oder auch von Traurigem wie Abschieden und Vergehen. In der besonderen Atmosphäre der Anna-Kapelle oder des liebevoll sogenannten Anna-Doms spielten die Brüder Christian Wolf (Klarinette) und Daniel Wolf (Orgel) Klezmer, Tänze, Renaissance- oder Barock-Stücke, die die Zuhörenden mit zarten Klängen in den Bann zogen.
Der Verein Jüdische Vergangenheit und Gegenwart in Bad Honnef (JVGH) hatte zum Konzert eingeladen. Die Kapelle war bis auf den letzten Bank- und Stuhlplatz besetzt, einige mussten stehen. Die Zuhörenden erlebten mit Orgel und Klarinette eine außergewöhnliche und einzigartige Besetzung. Das Musikerlebnis war intensiv und berührend.
„Mit diesem verzaubernden Konzert konnten wir die jüdische Musik, hier die jiddische Klezmermusik, als Teil unserer eigenen Musiktradition wiederentdecken und erleben“, sagte JVGH-Vorsitzender Professor Rolf D. Cremer in seinem Schlusswort.
Der Verein JVGH hat es sich zur Aufgabe gemacht, das vergangene und gegenwärtige jüdische Leben in Bad Honnef sichtbar und erlebbar zu machen. Konzerte, Vorträge und Veranstaltungen stehen auf dem Programm. Auf der Website des Vereins (https://jvgh.de/ ) gibt es Informationen und hervorragend ausgearbeitete Videos zur jüdischen Geschichte in Bad Honnef. Der Verein setzt ein Zeichen gegen Antisemitismus. Wer Mitglied werden möchte, ist herzlich willkommen.
Christine Pfalz









