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Bonn – Das Mitwirkungsverfahren „Bonn4Future – Wir fürs Klima“ nimmt Fahrt auf: Im Dezember 2020 gestartet, sind nun die ersten Schritte des zweijährigen Projektes gegangen: Die eigens entwickelte digitale Nachhaltigkeitsplattform wird einem ersten Test unterzogen, der Projekt-Beirat wurde einberufen und die ersten Veranstaltungen sind in Vorbereitung. In einer gemeinsamen Pressekonferenz haben die Kooperationspartner Stadt Bonn und der Verein Bonn im Wandel die Meilensteine des Verfahrens vorgestellt.

Mit der Ausrufung des Klimanotstandes im Juli 2019 hat die Stadt Bonn anerkannt: Wenn wir so weitermachen wie bisher, wird es die Erde, wie wir sie kannten, nicht mehr geben. Die Hitzesommer und das Baumsterben machen die Klimakrise auch in Bonn sichtbar. Wenn wir die schlimmsten Folgen verhindern wollen, dann müssen wir jetzt handeln.

„Ein entschlossenes Handeln aller gesellschaftlichen Kräfte ist Voraussetzung für die Bewältigung der Herausforderungen, die die Klimakrise auch in Bonn mit sich bringt“, so Oberbürgermeisterin Katja Dörner. „Mit dem Verfahren Bonn4Future gehen wir dabei neue Wege: In Kooperation mit Bonn im Wandel tragen wir dazu bei, eine Zukunftsvision für 2035 zu entwickeln, die von der Stadtgesellschaft in ihrer Breite getragen wird.“

Bonn4Future wird ganz unterschiedliche Menschen und auch ganz unterschiedliche Ansichten aus der gesamten Stadtgesellschaft zusammenbringen. Die Form der Kooperation zwischen Stadt und Zivilgesellschaft hat dabei für die Bürgerbeteiligung in Bonn Modellcharakter: Bonn4Future ist ein Mitwirkungsverfahren, welches über andere Beteiligungsverfahren hinausgeht, indem zivilgesellschaftliches Engagement gefördert wird und die Bürgerschaft an der Zielerreichung der Klimaneutralität aktiv mitwirkt. Besonders ist zudem, dass Bonn4Future bereits in der Konzeptphase von breiter zivilgesellschaftlicher Unterstützung getragen wurde.

„Bonn im Wandel steht für Wertschätzung und eine Kultur des Miteinanders“, sagt Dr. Gesa Maschkowski, Vorstand und Mitinitiatorin von Bonn4Future. „Deswegen haben wir als Transition Initiative dieses Projekt angestoßen. Das Gegeneinander hat keine Zukunft mehr. Und wir glauben, dass der größte Schatz noch nicht gehoben ist: der gute Wille und die guten Ideen der Menschen.“

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Umweltdezernent Helmut Wiesner ergänzt: „Das Verfahren Bonn4Future ist ein Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität in Bonn. Es ergänzt auf innovative Weise die Maßnahmen, welche die Verwaltung bereits in Richtung Klimaschutz und Klimaanpassung auf den Weg gebracht hat.“

Bonn4Future – was passiert genau?

Das Bonn4Future-Team eröffnet das Mitwirkungsverfahren mit einem ersten Klimaaktionstag im Juli. Hier tauschen sich Engagierte in Klimaschutz und Bonner Initiativen zu Vorstellungen und Lösungsideen für eine klimaneutrale Stadt aus. Ergebnisse fließen im Herbst in das erste von vier Klimaforen ein. Hier arbeiten 100 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger zusammen mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Vereinen, Kultur, Verwaltung und Politik. Es entstehen Zukunftsbilder für 2035 und ein möglicher Fahrplan, die mit jedem Klimaforum ein Stück konkreter werden.

Ergebnisse aus den Foren werden in die Verwaltung und in die Politik gespiegelt. Sie dienen zur Orientierung und Unterstützung bei der Weiterentwicklung der bereits vorhandenen Klimaschutz-Maßnahmenkataloge. Nach jedem Forum wird rekapituliert: Was wurde umgesetzt, was nicht? Was braucht es noch? Es gibt außerdem eine enge Anbindung an das Bürgerbeteiligungsportal www.bonn-macht-mit.de. Das Partizipationsportal bündelt sämtliche Informationen zu Beteiligungsangeboten der Stadt Bonn und stellt Möglichkeiten der direkten Beteiligung bereit.

Ende April startet das Bonn4Future-Projektbüro mit dem Aufbau eines Kommunikationsnetzwerks. Interessierte Initiativen und Vereine sind eingeladen an einer Kommunikationsstrategie mitzuarbeiten. Das Ziel: Besser und wirksamer kommunizieren, um noch mehr Menschen zu erreichen. Vier Kommunikations-Trainings sind dafür vorgesehen, das erste findet bereits am Donnerstag, 22. April, in digitaler Form statt. Initiativen und Vereine, die Teil des Kommunikationsnetzwerks werden möchten, können sich melden unter kontakt@bonn4future.de.

Engagement sichtbar machen – das ist auch Ziel der neuen Bonner Online-Nachhaltigkeitsplattform. Sie wird ebenfalls im Rahmen von Bonn4Future entwickelt; gerade laufen die ersten Tests. Schrittweise geht sie online und interessierte Bonnerinnen und Bonner finden dort über eine Karte und einen Kalender mit denjenigen zusammen, die sich schon für eine nachhaltige und faire Stadt engagieren.

Ein Projekt-Beirat sorgt für eine hohe Qualität des Mitwirkungsverfahrens. Er wird vielfältig besetzt mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadtgesellschaft und aus allen Parteien. Er nimmt am 20. April 2021 seine Arbeit auf und beauftragt die wissenschaftliche Evaluation des Projektes.

Hintergrund

„Bonn4Future – Wir fürs Klima“ begann als Bürgerantrag, den Bonn im Wandel und die Klimawache Bonn Anfang 2020 eingebracht haben. Ausschlaggebend für den Bürgerantrag war der Beschluss des Rates im November 2019, dass Bonn bis 2035 klimaneutral werden soll. Der Ausschuss für Bürgerbeteiligung unterstützte das Vorhaben. Bonn im Wandel hat daraufhin mit Expertinnen und Experten für Bürgerbeteiligung ehrenamtlich ein Konzept für das mehrstufige Verfahren erarbeitet. In Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung wurde es daraufhin weiterentwickelt. Das Mitwirkungskonzept wird von über 50 Initiativen, Unternehmen und Organisationen unterstützt.

Mit einem Beschluss im September 2020 beauftragte der Rat der Stadt Bonn die Verwaltung, mit Bonn im Wandel einen Kooperationsvertrag abzuschließen. Die Stadt fördert das gesamte Projekt mit 719.000 Euro. Bonn im Wandel bringt Eigenleistungen im Wert von über 35.000 Euro ein. Für die Umsetzung des Projektes hat Bonn im Wandel ein Projektteam aufgebaut. Vier angestellte Expertinnen und Experten für Kommunikation und Beteiligung arbeiten eng zusammen mit dem Kernteam von Bonn im Wandel. Das bringt zehn Jahre Erfahrung mit in Sachen Transformation und Beteiligung. Als Ideen- und Projektlabor für eine nachhaltige Stadt hat der Verein ein großes Netzwerk und Know How in der Initiierung und Organisation von zivilgesellschaftlichen Projekten und Veränderungsprozessen in Bonn. Von Seiten der Stadtverwaltung wird Bonn4Future durch eine halbe Stelle koordiniert und begleitet.

Weitere Informationen unter www.bonn4future.de und www.bonnimwandel.de sowie www.bonn-macht-mit.de. (StB)

 

 

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