Nachruf für Karl Schumacher

Unser Mitarbeiter im Virtuellen Brückenhofmuseum, Karl Schumacher (91), ist am 11. Juni 2022 verstorben

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Kurt SchumacherAm 3. 1. 1931 wurde er in Oberdollendorf geboren. Er wuchs in einer Familie auf, die eng mit dem Weinort Oberdollendorf verbunden war. Seine Mutter, Elisabeth Schumacher, war bis 1961 eine Nebenerwerbswinzerin und zählte damit 1939 zu einem der 89 Winzerbetriebe im Ort. So war Karl immer mit den Oberdollendorfer Reben und dem Wein verbunden.

Karl Schumacher war bald Mitglied vieler Vereine: St. Sebastianus-Junggesellenbruderschaft Oberdollendorf, Männerbruderschaft u.a. Im fortschreitenden Alter lagen die Anliegen des Heimatvereins Oberdollendorf und Römlinghoven immer mehr am Herzen. Er besuchte mit seiner Frau Erika regelmäßig die Vorträge des Vereins und half ab 1991 auch beim Aufbau der Ausstellungen im Brückenhofmuseum, Bachstraße, 93, mit.

Karl Schumacher schrieb kleine, später immer umfangreichere Beiträge. Dabei waren die Mühlen und die Mühlenbetriebe sein Lieblingsthema, denn er war schon immer von den Mühlen beeindruckt, von der Technik der Mühlen und der Arbeit der Müller. 2007 konnte er sein Werk „Die Mühlen im Heisterbacher Tal“, das von seinem Sohn Olaf grafisch gestaltet wurde, beim Heimatverein herausgeben, es fand sehr schnell weit über die Region hinaus großes Interesse. 2016 war er einer der Autoren in einem Mühlenbuch des Rhein-Sieg-Kreises.

Karl Schumacher machte Führungen zu den ehemaligen Mühlenorten, und er plante, konstruierte und baute sogar Modelle der Öl- und Getreidemühlen, die er dann auch in Betrieb zeigte.

Die Modelle der Mühlen fanden sogar in Frankreich Interesse. Aus Lothringen meldete sich bald Marc Peiffer, der selbst ein leidenschaftlicher Bastler war. Er baute ein Mühlenmodell nach Anleitung von Karl Schumacher, das er der Presse vorstellte und bei vielen Gelegenheiten vorführte. Die Mühlen wurden so zu einem Zeichen der Völkerverständigung und der deutsch-französischen Freundschaft. Dazu finden Sie viele interessante Details – auch mit einer Reihe Videos – in unserem Virtuellen Brückenhofmuseum. Siehe LINK unten.

Auch die Geschichte des Jüdischen Lebens war ihm ein Anliegen. Zur Sonderausstellung im Bückenhofmuseums „Jüdisches Leben in Königswinter“ erforschte er das Aussehen der Synagoge Oberdollendorf, die 1939 abgerissen wurde, und schuf ein Modell, das auch heute noch im Museum gezeigt wird.

2018 zeigte er in seinem Werk „Spannende Heimat – Überliefertes und Erlebtes aus dem Siebengebirge“ sein vielseitiges Interesse für die Geschichte der Region als Auto und Herausgeber.

Er war mit Mitbegründer des Virtuellen Brückenhofmuseum e.V. i Jahre 2012 und seitdem als Mitarbeiter besonders aktiv.. In vielen immer sehr freundlichen Gesprächen konnte er uns beraten, er schrieb viele Texte, identifizierte Namen zu den alten Gruppenbildern und stellte Bilder zur Verfügung. Eine Reihe seiner Aufsätze, die das das Magazin Rheinkiesel veröffentlichte, konnten wir in unser Schriftenverzeichnis aufnehmen. Immer legte er großen Wert darauf, dass seine Beiträge sachlich richtig und historisch korrekt eingeordnet waren.

In Erinnerung bleibt auch seine Schilderung als Zeitzeuge, als ein Stolperstein für den von den Nazis verfolgten Ludwig Klaes am 12. November 2021 in Oberdollendorf auf dem Rennenberg verlegt wurde. Er wohnte in jungen Jahren mit seinen Eltern und Geschwistern in der Nachbarschaft des Ludwig Klaes und zeigte sich von dessen Leben und Sterben tief beeindruckt.

Karl Schumacher hat sich in den Jahrzehnten als Kenner und Freund seiner Heimat einen Namen gemacht und große Verdienste erworben. Wir werden ihn als einen immer aufgeschlossenen und fröhlichen Menschen in Erinnerung behalten.

Virtuelles Brückenhofmuseum e.V.

Dr. Andreas Schulte Beckhausen (1. Vorsitzender)
Lothar Vreden (Museumsleiter)

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