Siebengebirge/NRW. Das Land Nordrhein-Westfalen verstärkt seine Sanierungsoffensive für Straßen, Brücken und Tunnel deutlich. Grundlage ist der neue „Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur“, aus dem bis 2036 insgesamt 3,5 Milliarden Euro in die Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur fließen sollen. Davon profitieren auch die Region und insbesondere Königswinter.
Wie das NRW-Verkehrsministerium mitteilte, werden allein 2026 rund 60 Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes in Maßnahmen an Landesstraßen investiert. Finanziert werden unter anderem 23 Brückenersatzneubauten, 15 Fahrbahnsanierungen sowie Tunnelsanierungen.
Königswinterer Brückenneubau im Fokus
Eine der ersten Maßnahmen des Programms ist der Neubau einer rund 85 Meter langen Brücke über die Bahnstrecke an der L193 in Königswinter. Verkehrsminister Oliver Krischer stellte das Projekt jetzt vor Ort vor und enthüllte das erste Baustellenschild im neuen Design des Infrastrukturprogramms.
Besonders bemerkenswert: Die neue Brücke soll innerhalb von nur zehn Monaten zwischen dem ersten Spatenstich und der Verkehrsfreigabe fertiggestellt werden. Möglich wird dies laut Ministerium durch eine sogenannte funktionale Ausschreibung. Dabei definiert das Land die Anforderungen an das Bauwerk, während das beauftragte Unternehmen große Teile der Planung und technischen Umsetzung eigenständig entwickelt. Dadurch sollen Planungs- und Bauzeiten deutlich verkürzt werden.
Zudem wird der Ersatzneubau bewusst mit einer Sperrpause der Deutschen Bahn abgestimmt. Hintergrund ist die geplante Generalsanierung der Bahnstrecke zwischen Troisdorf und Wiesbaden, die im Sommer beginnt. Durch die Bündelung der Arbeiten sollen zusätzliche Einschränkungen reduziert werden.
Minister Krischer: „Mehr Baustellen, aber schnellere Fortschritte“
„Was über Jahrzehnte liegen geblieben ist, kann jetzt schneller angegangen werden“, erklärte Verkehrsminister Krischer. Mit den zusätzlichen Mitteln könnten mehr Projekte umgesetzt und Sanierungsmaßnahmen vorgezogen werden. Dies bedeute zwar mehr Baustellen, zugleich aber auch schnellere Fortschritte beim Abbau des Sanierungsstaus.
Neben den Landesmaßnahmen investiert auch der Bund zusätzlich in Nordrhein-Westfalen. Für Brücken- und Tunnelsanierungen an Bundesstraßen stehen 2026 rund 82 Millionen Euro bereit. Weitere 89 Millionen Euro sind für Fahrbahnsanierungen vorgesehen.
Insgesamt fließen damit in diesem Jahr rund 500 Millionen Euro in den Erhalt der Straßeninfrastruktur in Nordrhein-Westfalen. Dazu zählen Mittel aus dem Sondervermögen, dem regulären Bundeshaushalt sowie Landesprogramme für Straßen- und Radwege.
Milliardenhilfen auch für Städte und Gemeinden
Auch die Kommunen sollen erheblich profitieren: Für die Sanierung kommunaler Straßeninfrastruktur stehen innerhalb der kommenden zwölf Jahre insgesamt zwei Milliarden Euro bereit. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf großen Rheinbrücken wie der Severinsbrücke in Köln, der Theodor-Heuss-Brücke in Düsseldorf oder der Brücke der Solidarität in Duisburg.
Ausbau der Radwege bleibt Schwerpunkt
Ein weiterer Fokus liegt auf dem Ausbau der Radwege. Insgesamt stehen 2026 rund 38,5 Millionen Euro für Radwege an Landesstraßen zur Verfügung. Finanziert werden unter anderem neue Radwege, die Sanierung bestehender Strecken sowie sogenannte Bürgerradwege.
Ziel: Sanierungsstau langfristig abbauen
Das Land verfolgt mit der bereits 2023 gestarteten Sanierungsoffensive das Ziel, den über Jahrzehnte entstandenen Sanierungsstau schrittweise abzubauen. Bis 2033 sollen rund 400 Brückenbauwerke saniert oder ersetzt werden. Nach Angaben des Verkehrsministeriums wurden seit Beginn der Offensive bereits rund 380 Kilometer Landesstraßen und 196 Kilometer Bundesstraßen erneuert. Zudem konnten bislang 44 Brückenersatzneubauten abgeschlossen werden.









