Königswinter/Oberdollendorf. Eine wichtige Verkehrsverbindung zwischen Königswinter und Bonn wird in den kommenden Monaten komplett erneuert: Ab April beginnt der Landesbetrieb Straßen.NRW mit dem Ersatzneubau der Bahnbrücke der L193 in Oberdollendorf. Das Land Nordrhein-Westfalen investiert rund 20 Millionen Euro in das Projekt. Die Arbeiten sollen bis Anfang 2027 abgeschlossen sein.
Die bestehende Brücke stammt aus dem Jahr 1963 und ist stark beschädigt. Nach Angaben von Straßen.NRW entspricht sie weder den heutigen Sicherheitsanforderungen noch den Anforderungen an Tragfähigkeit und Verkehrsführung. Eine Sanierung gilt als technisch und wirtschaftlich nicht sinnvoll. Stattdessen wird das Bauwerk vollständig zurückgebaut und durch eine moderne Stahlbrücke ersetzt.
Wichtige Verbindung für Pendler
Die Brücke führt über die Gleisanlagen der Deutsche Bahn auf der Strecke zwischen Troisdorf und Unkel. Sie verbindet das Stadtgebiet von Oberdollendorf direkt mit der Bundesstraße 42 sowie der Autobahn 562 und ist damit eine wichtige Verkehrsachse für Pendler und Gewerbe.
Täglich nutzen rund 6.000 Fahrzeuge die Brücke, darunter etwa 130 Lastwagen. Wegen Schäden an den Stahlträgern dürfen Fahrzeuge mit mehr als 16 Tonnen das Bauwerk bereits seit einiger Zeit nicht mehr befahren. Zudem fehlen bislang getrennte Wege für Fußgänger und Radfahrer.
Neue Stabbogenbrücke ohne Pfeiler im Gleis
Die neue Brücke wird als sogenannte Stabbogenbrücke aus Stahl gebaut. Sie wird etwa 85 Meter lang und 15 Meter breit sein und ohne Stützen im Gleisbereich auskommen. Dadurch soll der Bahnbetrieb künftig weniger beeinträchtigt werden.
Auch die Verkehrsführung wird neu organisiert. Geplant sind zwei Fahrstreifen mit jeweils 3,50 Metern Breite, ein drei Meter breiter kombinierter Rad- und Gehweg auf der Ostseite sowie ein zwei Meter breiter Gehweg auf der Westseite.
Bauzeit von rund zehn Monaten
Straßen.NRW setzt bei dem Projekt auf ein funktionales Ausschreibungsverfahren, bei dem Planung und Bau eng miteinander verzahnt sind. Dadurch soll die Bauzeit deutlich verkürzt werden.
Die entscheidenden Arbeiten – der Abriss der alten Brücke und der Einschub der neuen Konstruktion – erfolgen während einer planmäßigen Sperrpause der Deutschen Bahn vom 11. Juli bis 3. November 2026. Die neue Brücke wird zuvor in mehreren Einzelteilen angeliefert und vor Ort montiert. Während der Sperrpause wird sie mit speziellen Schwerlasttransportern eingeschoben.
Bauphasen im Überblick
Der Zeitplan sieht derzeit folgende Schritte vor:
- ab 7. April 2026: Einrichtung der Baustelle und Beginn der Bauarbeiten
- Frühsommer 2026: Vormontage der neuen Stahlbrücke
- Mitte Juli 2026: Abriss der bestehenden Brücke und Bau der neuen Widerlager
- Ende Oktober 2026: Einschub der neuen Brücke
- ab Dezember 2026: Fahrbahnaufbau und Restarbeiten
- Anfang 2027: Fertigstellung und Verkehrsfreigabe
Die vorbereitenden Arbeiten, darunter Baumfällungen und das Herrichten des Baufeldes, sind bereits abgeschlossen. Auch der Bauwerksentwurf wurde Anfang März genehmigt.
Vollsperrung und Umleitungen
Während der Bauzeit wird die L193 von April 2026 bis Anfang 2027 vollständig gesperrt. Der Verkehr wird über den Grünen Weg (L286), die Cäsariusstraße (L286) und die Heisterbacher Straße (K4) umgeleitet.
Zusätzlich gilt ab Beginn der Bauarbeiten am 7. April auf der Bergstraße zwischen Heisterbacher Straße und Petersbergstraße ein temporäres Halteverbot.
Mit dem Neubau soll die wichtige Verbindung langfristig gesichert und zugleich die Situation für Fußgänger und Radfahrer deutlich verbessert werden.










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