Ostern zeigt die Sonne, was sie kann

Von Dipl.-Met. Tobias Reinartz, Deutscher Wetterdienst

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Biergarten Insel Grafenwerth - Foto aus vergangenen Tagen

Bad Honnef – Ostern kann im Allgemeinen mit nahezu der gesamten Bandbreite an Wettererscheinungen in Verbindung stehen. Von Sommerfeeling bei über
25 Grad bis Wintereinbruch mit einer Schneedecke selbst im Tiefland ist alles drin. Das liegt einerseits daran, dass Ostern zu den beweglichen Feiertagen zählt und auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond fällt.

Der frühestmögliche Ostersonntag wäre demnach der 22. März und der späteste der 25. April – also ein variabler Zeitraum von über einem Monat. Zudem kommt, dass die Sonne im Frühjahr einiges an „Wumms“ hat und so zum Beispiel Südeuropa schon gut erwärmen kann, während über Nordeuropa noch weiterhin kalte Luft vorherrscht. Je nach Luftströmung kann man sich also schnell mal wie in einer anderen Jahreszeit fühlen.

Und wo wird sich Ostern in Sachen Wetter dieses Jahr einordnen? Die Überschrift hat es zwar bereits verraten, gehen wir aber mal noch etwas ins Detail und beginnen mit dem Karfreitag.

Karfreitag: Der Tiefausläufer, der uns am heutigen Donnerstag südwärts überquert, kommt an den Alpen zum Liegen und sorgt dort für viele Wolken und etwas Regen. Über Skandinavien baut sich dagegen ein Hochdruckgebiet auf, das Deutschland von Norden her zunehmend unter seine Fittiche nimmt. Also Sonne satt? Mitnichten! Denn in höheren Luftschichten liegt besonders die Nordosthälfte noch im Einflussbereich eines Tiefs, welches dort für vielfach grauen Himmel, aber kaum Regen sorgt. Im Rest des Landes zeigt sich neben den Wolken aber auch häufig die Sonne. Dazu dreht die Strömung auf nördliche Richtungen, mit der wieder etwas kühlere Luft ins Land einfließt. Im Südwesten bekommt man bei Höchstwerten um 20 Grad kaum etwas davon mit, im Nordosten wird man dagegen nicht einmal die 10-Grad-Marke knacken. Kurz noch zur Nacht zum Karsamstag mit einem wichtigen Hinweis für Pflanzenbesitzer: Die Wolkendecke reißt im Norden und Nordosten auf. Dort muss also verbreitet mit Frost in Bodennähe (5 cm über dem Erdboden), vereinzelt sogar mit Luftfrost (2 m Höhe) gerechnet werden.

Karsamstag: Der Hochdruck kann sich von Norden her nun zunehmend durchsetzen. Einzig am Alpenrand hat man noch bis zum Abend mit dichterem Gewölk und ein paar Schauern zu „kämpfen“. Ansonsten gibt es im Tagesverlauf von Nord nach Süd immer mehr Sonnenschein, wenngleich das Temperaturniveau nun auch im Süden nicht mehr an das der Vortage anknüpfen kann. Trotzdem bleibt es zumindest in der Westhälfte mild, für 20 Grad reicht es dort aber nicht mehr, in der Westhälfte sind wohl selbst 15 Grad unerreichbar.
Die Wolkenarmut macht sich dann natürlich auch in der Nacht zum Ostersonntag bemerkbar. Verbreitet ist Frost in Bodennähe zu erwarten, besonders in der Osthälfte auch oftmals Luftfrost.

Ostersonntag und -montag: An beiden Tagen zeigt die Sonne, was sie kann, wenngleich sie sich ihren Platz am Himmel am Ostermontag mit ein paar harmlosen Wolken teilen muss. Die Außenthermometer zeigen in der Spitze Werte zwischen etwa 14 und 20 Grad (von Ost nach West zunehmend) und bleiben vor allem in der Nacht zum Dienstag zumeist wieder im positiven Bereich – mit Bodenfrost ist aber in beiden Nächten verbreitet zu rechnen.

Und wie geht es nach Ostern weiter? Ab Dienstag steht uns wohl wieder ein etwas unbeständigerer Witterungsabschnitt fernab der 20-Grad-Marke ins Haus. Alles in allem ist die Prognose aber noch ziemlich unsicher. Wenn man so möchte, könnte man sagen: Nach Ostern beginnt das „Geeier“.

 

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