Linz am Rhein. Mit einer feierlichen Zeremonie im Historischen Rathaus hat die Stadt Linz am Rhein ein neues Kapitel ihrer Kulturgeschichte aufgeschlagen: Der Musiker und Komponist Richard Wester wurde offiziell zum ersten „StadtStrünzer“ der Welt ernannt. Das neue Kulturformat verbindet Stadtgeschichte, Kunst und gesellschaftliches Leben und soll künftig Künstlerinnen und Künstler für einen begrenzten Zeitraum nach Linz einladen.
Für Richard Wester, der einen Teil seiner Kindheit in Linz verbrachte und sich als Saxophonist, Flötist, Klarinettist und Komponist international einen Namen gemacht hat, beginnt damit eine zehntägige Künstlerresidenz im historischen Rheintor. Dort wird er wohnen, arbeiten und sich künstlerisch mit seiner Heimatstadt auseinandersetzen.
Zur feierlichen Ernennung waren zahlreiche Gäste aus Politik, Kultur und Ehrenamt ins Historische Rathaus gekommen. Stadtbürgermeister Helmut Muthers sprach von einem historischen Moment für die „Bunte Stadt am Rhein“. In seiner Ansprache betonte er die besondere Bedeutung des Begriffs „Strünzer“, der in Linz für Lebensfreude, Herzlichkeit, Humor und Selbstbewusstsein stehe. Mit dem neuen Titel des „StadtStrünzers“ werde diese Tradition um ein kulturelles Format erweitert, auf das die Stadt stolz sein könne.
Der „StadtStrünzer“ sei ausdrücklich kein neuer Titel für Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt, sondern ein kulturelles Residenzprogramm. Eingeladene Künstlerinnen und Künstler sollen künftig im Rheintor leben und arbeiten und ihre ganz persönliche Sicht auf Linz entwickeln.
In seiner Laudatio würdigte Prof. Dr. Jürgen Hardeck, Staatssekretär a. D., Richard Wester als Künstler, dessen Musik seit Jahrzehnten Menschen berühre. Wester gehöre zu jenen Musikern, deren Name vielleicht nicht jedem bekannt sei, deren Werke jedoch von vielen Menschen gehört worden seien. Besonders hob Hardeck hervor, dass Wester nicht nur als erfolgreicher Musiker nach Linz zurückkehre, sondern auch als Sohn dieser Stadt.
Sichtlich bewegt zeigte sich Richard Wester selbst bei seiner Ernennung. Die Auszeichnung bedeute ihm besonders viel, weil sie aus seiner Heimat komme und ihn an den Ort zurückführe, an dem seine eigene Geschichte begonnen habe. Der Titel des StadtStrünzers sei für ihn weit mehr als eine Ehrung – er verstehe ihn als Einladung, noch einmal in die eigene Vergangenheit einzutauchen.
„Ich möchte hören, beobachten und aufnehmen, was diese Stadt ausmacht. Ich möchte die Atmosphäre, die Menschen und die Geschichte in Musik verwandeln“, sagte Wester in seiner Dankesrede.
Im Anschluss an die Zeremonie zogen die Gäste gemeinsam zum Rheintor. Dort begrüßte Dieter Lehmann im Namen des Rheintor-Teams den neuen StadtStrünzer und erinnerte an die umfangreichen ehrenamtlichen Arbeiten, mit denen das historische Bauwerk zu einem Ort für Kunst, Begegnung und Kultur entwickelt wurde.
Mit der symbolischen Schlüsselübergabe bezog Richard Wester offiziell seine Residenz auf Zeit. In den kommenden zehn Tagen wird das Rheintor nicht nur Unterkunft, sondern zugleich Atelier, Arbeitsplatz und Inspirationsort sein.
Während seines Aufenthalts wird Richard Wester auch öffentlich in Linz auftreten. Bereits am Freitag, 3. Juli, spricht er beim „Talk mit dem StadtStrünzer“ mit Wolfgang Latz über seine Kindheit in Linz, seine musikalische Laufbahn und seine aktuelle Residenz. Am Sonntag, 5. Juli, gibt er ein Improvisationskonzert in der Pfarrkirche St. Martin.
Den musikalischen Abschluss des Projekts bildet ein Konzert am 18. September in der Stadthalle Linz. Gemeinsam mit seiner Band wird Richard Wester dort die musikalischen Eindrücke seiner Zeit als erster StadtStrünzer präsentieren.
Foto: Tourist-Information Linz / Katharina Frings










