Bad Honnef – Nach nahezu vier Jahrzehnten geht ein prägendes Kapitel regionaler Mediengeschichte zu Ende: Das Rhein-Neckar-Fernsehen (RNF), Deutschlands ältester privater Regionalsender, hat seinen Sendebetrieb aufgrund finanzieller Schwierigkeiten eingestellt. Damit ist auch RNF Live, der Livestream des Senders, nicht mehr aktiv.
Der Livestream auf rnf.de zeigte bis zuletzt das laufende Programm des Senders – identisch mit dem Angebot, das Zuschauerinnen und Zuschauer über Kabel und Satellit empfangen konnten. Mit der Einstellung des Sendebetriebs ist dieses Angebot nun verstummt. Die letzte Ausgabe des Formats „RNF Life“ lief kurz vor Weihnachten 2025 und markierte einen emotionalen Abschied von einem Sender, der die Metropolregion Rhein-Neckar über Jahrzehnte journalistisch begleitet hat.
RNF stand wie kaum ein anderes Medium für regionale Berichterstattung: lokal verankert, nah an den Menschen und mit einem klaren Fokus auf Themen, die im bundesweiten Medienbetrieb oft keinen Platz finden. Von Kommunalpolitik über Wirtschaft und Kultur bis hin zu Vereinsleben und gesellschaftlichem Engagement war RNF für viele Zuschauerinnen und Zuschauer eine feste Informationsquelle.
Dabei wäre das endgültige Aus noch nicht zwangsläufig besiegelt. Nach Angaben des Insolvenzverwalters würde für eine begrenzte Übergangszeit lediglich ein mittlerer fünfstelliger Betrag benötigt, um den Betrieb abzusichern und Perspektiven für ein mögliches Fortbestehen zu entwickeln. Diese Zwischenfinanzierung könnte Zeit verschaffen, um neue Modelle, Investoren oder Kooperationspartner zu prüfen.
Gerade in der heutigen Zeit zeigt der Fall RNF, wie verletzlich regionale Medien sind – und wie wichtig sie zugleich bleiben. Während soziale Netzwerke und überregionale Plattformen den Informationsfluss beschleunigen, geht regionale Einordnung oft verloren. Lokale Sender wie RNF leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Meinungsvielfalt, demokratischen Kontrolle und gesellschaftlichen Identität vor Ort.
Mit dem Ende von RNF Live verschwindet nicht nur ein Livestream, sondern eine Stimme der Region. Ob es gelingt, diese Stimme noch einmal hörbar zu machen, hängt nun davon ab, ob sich kurzfristig Unterstützung findet – und davon, welchen Wert regionale Medien künftig für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft haben sollen.Gefällt dir diese Persönlichkeit?











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