Bad Honnef/Neuss. Während Bad Honnef bei der Bewerbung um die Landesgartenschau 2020 leer ausging, zeigt sich in diesem Jahr in Neuss, welches Potenzial in einem solchen Großprojekt steckt: Die Landesgartenschau 2026 ist erfolgreich gestartet – und zieht bereits in der ersten Woche tausende Besucherinnen und Besucher an.
Seit der Eröffnung am 16. April präsentiert sich das neue „Grüne Herz“ der Stadt als lebendiger Treffpunkt für Natur, Bewegung, Kultur und Begegnung. Im Zentrum steht das rund 38 Hektar große ehemalige Rennbahngelände, das zu einem großzügigen Stadtpark umgestaltet wurde. Die Fläche soll weit über das Veranstaltungsjahr hinaus als nachhaltiger Mehrwert bestehen bleiben und verbindet künftig Innenstadt, Hafen und Rhein.
Bürgermeister Reiner Breuer zeigt sich begeistert vom Start: Die Besucherzahlen überträfen die Erwartungen, der neue Park werde von den Menschen mit großer Offenheit angenommen. Schon jetzt sei die Landesgartenschau ein Ort des Miteinanders und ein Signal für die zukünftige Stadtentwicklung.
Tatsächlich bietet das Gelände ein breites Spektrum: von aufwendig gestalteten Blumenwelten und Schaugärten über Spiel- und Sportflächen bis hin zu Kunstinstallationen, Gastronomie und Veranstaltungen für alle Generationen. Kinder erobern die Spielplätze, Jugendliche nutzen Beachvolleyballfelder, Skateanlagen und den Dirt Track, während andere Besucher an der Seeterrasse entspannen oder durch die parkähnlichen Anlagen flanieren.

Auch organisatorisch fällt die erste Bilanz positiv aus. Rund 8.500 Besuche wurden allein am Eröffnungswochenende gezählt, mehr als 11.000 Tickets in den ersten vier Tagen verkauft. Auffällig: Viele Gäste wandeln ihre Tagestickets direkt in Dauerkarten um – ein Zeichen für die Attraktivität des Angebots.
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die Beteiligung zahlreicher Initiativen. Die sogenannte „Grünes Herz“-Community sorgt mit Workshops, Sportangeboten und kreativen Mitmachaktionen für zusätzliche Lebendigkeit. Parallel stoßen auch die Beiträge der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, etwa mit der „Licht.Kirche“ als Ort der Ruhe und Begegnung, auf große Resonanz.
Darüber hinaus profitiert die gesamte Stadt. Verbesserte Wegeführungen, neue Mobilitätsangebote und die Anbindung an den Radschnellweg stärken die Erreichbarkeit. Begleitende Aktionen in der Innenstadt – vom Blumenschmuck bis zu Veranstaltungen wie Streetfood-Festivals und verkaufsoffenen Sonntagen – binden Neuss als Ganzes in das Ausstellungserlebnis ein.
Die starke erste Woche zeigt: Die Landesgartenschau ist weit mehr als ein temporäres Event. Sie wirkt als Motor für Stadtentwicklung, Klimaanpassung und Lebensqualität – und könnte auch in Bad Honnef neue Diskussionen darüber anstoßen, ob ein solcher Impuls künftig erneut angestrebt werden sollte.
Die Landesgartenschau Neuss 2026 läuft noch bis zum 11. Oktober – und verspricht einen langen, erlebnisreichen „Herzenssommer“ am Rhein.













