Bad Honnef. Bei einem geplanten größeren Wohnbauprojekt an der Bergstraße soll nach den derzeitigen Planungen kein öffentlich geförderter Wohnraum entstehen. Die SPD Bad Honnef kritisiert das Vorhaben und sieht neben der sozialen Frage auch Klärungsbedarf bei Verkehr und Rettungswegen.
Nach Angaben der SPD wurde der Umfang des geplanten Wohnraums gegenüber früheren Überlegungen reduziert. Dadurch werde die von der Stadt vorgegebene Schwelle unterschritten, ab der öffentlich geförderte Wohnungen bereitgestellt werden müssten.
„Wenn in Bad Honnef Wohnraum entsteht, darf die soziale Frage nicht einfach aus der Planung verschwinden“, sagt Frank Klein, SPD-Vertreter im Planungsausschuss. Gerade für Familien, Menschen mit durchschnittlichen Einkommen und Menschen mit Wohnberechtigungsschein werde bezahlbarer Wohnraum in der Stadt zunehmend knapp.
55 Stellplätze und mehr als 100 Kfz-Fahrten
Auch die Verkehrssituation beschäftigt die SPD. Für das Vorhaben sind laut der Partei 55 Stellplätze vorgesehen. Bei voller Belegung rechnet die Stadt demnach mit durchschnittlich deutlich mehr als 100 Kfz-Fahrten pro Tag.
Die SPD fordert deshalb eine genaue Prüfung der Auswirkungen auf die Anwohner und insbesondere auf die Sicherheit von Kindern auf ihrem Schulweg.
Offen sei aus Sicht der Partei zudem, wie Feuerwehr und Rettungsdienst das Grundstück im Notfall erreichen können und wie sichergestellt wird, dass die Zufahrt zu Hohenhonnef nicht beeinträchtigt wird.
„Wir sind nicht grundsätzlich gegen Wohnungsbau an der Bergstraße. Aber Wohnungsbau muss soziale Verantwortung und Sicherheit berücksichtigen“, erklärt SPD-Fraktionsvorsitzender Guido Leiwig.
Die Angaben und Forderungen stammen aus einer Mitteilung der SPD Bad Honnef.











Glaubt die SPD, dass ein Investor Millionen Euro in die Hand nimmt, um die Bebauung dann so zu gestalten, dass Personen mit Wohnberechtigungsschein dort einziehen können? Da wären Gebäude im Stil von Plattenbauten viel geeigneter.
Die SPD hat die Forderung nach geförderten Wohnungsbau artikuliert, aber dem Antrag der Grünen, dies auch bei dem Bauvorhaben an der Bergstraße 53 umzusetzen, nicht zugestimmt.
Unabhängig von den politischen Interessenlagen und Einwürfen halte ich es generell für sehr berechtigt und sinnvoll, Baumaßnahmen in Bad Honnef objektiv sehr kritisch unter die Lupe zu nehmen. Einerseits wird die Stadt immer weiter „zugebaut“ (Schlimmes Beispiel Konrad-Adenauer-Straße in Rhöndorf) wodurch die Attraktivität des Standortes auf Sicht sinken könnte. Das betrifft in der Tat primär nur das Erscheinungsbild. Aber was ist mit der zunehmenden Flächenversiegelung, den klimatischen Auswirkungen, dem Verbauen von Frischluftschneisen, den veränderten, klimatischen Rahmenbedingungen aufgrund des Klimawandels (Stichwort Starkregenereignisse). Und was bedeutet es, wenn die Stadt bei der Bergstraße 53 (vermutlich berechtigterweise) schon jetzt mit mehr als 100 (zusätzlichen) Kfz-Fahrten pro Tag rechnet, was ja nicht nur das kurze Stück zwischen der Hausnummer 53 und der Reichenbergstraße, sondern auch den Zu- Abfluss, bzw. das zusätzliche Verkehrsaufkommen auf Reichenbergstraße, Kreuzweidenstraße, Bergstraße in Richtung Rommersdorfer Straße, Rheingoldweg, Bismarckstraße betrifft … um nur die vermutlich am meisten betroffenen Zuwegungen zur Bergstraße zu nennen?
„Dadurch werde die von der Stadt vorgegebene Schwelle unterschritten, ab der öffentlich geförderte Wohnungen bereitgestellt werden müssten.“
Wenn das stimmt, dann ist doch völlig in Ordnung, was dort geplant ist. Oder ist es der SPD lieber, wenn dort statt dessen gar nicht gebaut wird?
Die Grünen haben noch gar nicht das Lastenfahrrad als Alternative zum Auto vorgeschlagen. Ist denen die Bergstraße etwas zu steil?