Stadt bestätigt: Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Tempo 30 und Hockeyplatzbebauung

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Bad Honnef | Die Aufregung war groß, als gestern viele Anwohner der Kardinal-Frings-Straße in der Verkehrsausschusssitzung im Sibi erschienen. Sie wollten sich für den Erhalt ihrer Spielstraße einsetzen. Nach Planungen der Stadt soll sie durch eine 30er-Zone ersetzt werden, weiterhin will sie einen verkehrsberuhigten Bereich von 50 bis 100 Metern prüfen.

Tätig wurde die Stadt, nachem zwei Schreiben aus der Anwohnerschaft bei der Verwaltung eingingen. In diesen Schreiben wurde das Empfinden geäußert, dass das Verkehrsaufkommen und die gefahrenen Geschwindigkeiten in der Kardinal-Frings-Straße zugenommen haben. Als mögliche Ursache für die empfundene Verkehrszunahme wurde ein etwaiger Umfahrungsverkehr der Lichtsignalanlage Linzer Straße/Feilweg angeführt.

Bei Messungen des Durchgangsverkehrs, die hauptsächlich in der Ferienzeit vorgenommen wurden, konnte hinsichtlich der Kardinal-Frings-Straße keine Benachteilung festgestellt werden. Allerdings stellte die Verwaltung erhebliche Geschwindigkeitsüberschreitungen im Bereich der Spielstraße fest. Anstatt entsprechende Maßnahmen zu treffen, will sie Tempo 30-Schilder aufstellen. Die verkehrsberuhigte Zone sei 55 Meter zu lang, das Verhältnis von Weg und Zeit sei nicht hinreichend nutzungsverträglich, um die nötige Akzeptanz für die vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit bei den Verkehrsteilnehmern zu erreichen. Von den Verkehrsteilnehmern könne nicht erwartet werden, eine derart lange Strecke mit Schrittgeschwindigkeit zu befahren.

Die Anwohner konnten keinen kausalen Zusammenhang zwischen der Ampelschaltung, dem Durchgangsverkehr und der Umwandlung in eine Tempo 30-Zone erkennen. Sie wiesen darauf hin, dass es natürlich auch bei Tempo 30 Regelverletzungen geben, somit die Geschwindigkeitsüberschreitungen noch einmal deutlich zunehmen würden. Auch will sich ihnen nicht erschließen, dass sie auf eine Spielstraße verzichten sollen, die sie 1989 selbst mitfinanziert haben. Die Stadt hatte in ihrer Vorlage zunächst die Prüfung eines Spielstraßenbereichs von 50 bis 100 Metern vorgesehen. Heute teilt sie verbindlicher mit, sie wolle ihn einrichten. Trotzdem stünde den Kindern dann erheblich weniger Spielfläche zur Verfügung.

Bei so viel Unverständlichkeit gediehen Spekulationen, unter anderem ob die Maßnahme etwas mit der möglichen Bebauung des Hockeyplatzes zu tun haben könnte. Für ein neues Wohngebiet wäre die Kardinal-Frings-Straße ein wichtiger Zubringer. Nachdem dies zunächst weder bestätigt noch verneint wurde, schaffte die Stadt heute Klarheit: „Ein Zusammenhang mit einer Bebauung des Hockeyplatzes besteht nicht.“

Alle Überlegungen der Verwaltung seien ausschließlich darauf ausgerichtet, die Verkehrssituation in der Kardinal-Frings-Straße im Sinne der Anwohner zu verbessern und eine künftige zweifelsfreie Überwachung des fließenden Verkehrs durch die Polizei zu ermöglichen, so die erste Beigeordnete Cigdem Bern. Für die Verwaltung habe die Sicherheit für Kinder in der Kardinal-Frings-Straße absolute Priorität. „Um in den Dialog mit der Anwohnerschaft zu kommen, wird die Verwaltung mit der Anwohnerschaft kurzfristig einen Ortstermin durchführen“, so die Erste Beigeordnete.