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Stadt plant weitere Naturopfer – Bürgerinitiative “Rettet den Stadtgarten” wehrt sich

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Bad Honnef | 3000 + neue Einwohner sollen der Stadt zu Reichtum verhelfen – das erklärte Ziel von Bürgermeister Otto Neuhoff. Da die größten Gewinnbringer die steuerzahlenden Bürgerinnen und Bürger sind, benötig Bad Honnef mehr Wohnraum. Der ist in der Tallage knapp bemessen. Nun soll ein Teil der grünen Oase am Stadtgarten mit neuen Wohneinheiten versiegelt werden. Dagegen wehrt sich eine Bürgerinitiative: “Rettet den Stadtgarten”. 

In einem Pressegespräch am Mittwoch im Seminaris gaben die sechs Mitglieder bekannt, dass die Bebauung aus ihrer Sicht keine gute Idee sei. Denn würde der grüne Schutzwall an der B42 wegfallen, könnten die von den Fahrzeugen verursachten Schadstoffe ungehindert in die Stadt ziehen. Geopfert werden müssten nicht nur “der alte Baumbestand und die dunkelblau-violetten Bänder der blühenden Krokusareale im Frühjahr, sondern vor allem auch die wichtige Rolle, die der Stadtgarten als Herzstück zweier grüner Achsen von Ost nach West und von Süd nach Nord inmitten der Stadt innehabe”, so Heinz Jacobs, Sprecher der Gruppe. Zu viel stehe auf dem Spiel, erklärte er, auch die Zukunft der folgenden Generationen, die ein Recht darauf hätten, dass sie nicht “verbaut” würde.

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Die Bürgerinitiative “Rettet den Stadtgarten” will eine Bebauung auch in Teilen verhindern

Sollte das Projekt umgesetzt werden, müsste die Bad Honnefer Bevölkerung erhebliche Einbußen an Lebensqualität und Gesundheit hinnehmen, so Jacobs. 

Für die Initiative stehe nicht nur die Gesundheit der Bad Honnefer auf dem Spiel, sondern auch die Lebensfähigkeit der Pflanzen und Tiere. Dabei machte sie besonders auf den gefährdeten Lebensraum geschützter Tierarten, wie Fledermäuse und der selten gewordenen Haselmäuse aufmerksam. Im Rahmen der Bewerbung zur Landesgartenschau sei gerade der Bereich des Stadtgartens noch als Highlight gepriesen worden. Dass er durch “die ISEK-Bebauungspläne in das Visier kurzfristiger und kurzsichtiger Interessen geraten ist”, irritiere Jacobs und seine Mitstreiter schon sehr.

Ebenfalls schwer zu verstehen sei, dass eine grüne Oase in Bad Honnef aus rein wirtschaftlichen Erwägungen geopfert werden solle. Wenn es das besondere Flair der Stadt Bad Honnef nicht mehr gäbe, würde auch niemand mehr nach Bad Honnef ziehen wollen. Die Stadt müsse sich entscheiden, ob sie qualitatives oder quantitatives Wachstum wolle.

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In Gefahr? Grüne Oase an der B42

Jürgen Goosmann, Mitglied des Freundeskreises Park Reitersdorf, erinnerte daran, dass schon einmal, vor fast 30 Jahren, der Reitersdorfer Park bebaut werden sollte. Der Park ist heute nicht nur eine Schönheit und Oase der Lebensfreude, sondern auch ein touristischer Magnet.

Damit der Stadtgarten auch in der Zukunft eine grüne Oase bleibt, kündigt die Bürgerinitiative nach den Sommerferien eine Unterschriftenaktion an und will damit auch den “Widerstreit von quantitativem und qualitativem Wachstum in der Stadt” anstoßen. Sie wolle, dass der in dem Park an der Alexander-von-Humboldt-Straße beheimatete Löwe (Ehrenmal für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen des Rheinischen Fußartillerie-Regiments Nr. 8) weiter beruhigt schlafen könne und empfiehlt gleichzeitig, den Stadtgarten “Löwenpark” zu taufen.

Nähere Informationen bietet die Webseite der Bürgerinitiative: bad-honnef-stadtgarten.org

Hunff und Honff: Merkwürdiges Bad Honnef