Bad Honnef – Im Oktober wurde der Standort der Internationalen Universität (IU) in Bad Honnef offiziell an die Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft übergeben. Die derzeit rund 300 internationalen IU-Studierenden werden noch bis zum 30. September 2026 am Campus in Bad Honnef von der IU betreut und können anschließend an andere nahegelegene IU-Standorte wechseln. Danach übernimmt die Alanus Hochschule den gesamten Campuskomplex.
Am aktuellen Standort der Alanus Hochschule in Alfter studieren derzeit etwa 1.600 Frauen und Männer. Welche Angebote die Hochschule künftig in Bad Honnef machen wird, ist bislang nicht offiziell bekannt. Möglicherweise bekommt der neue Standort eine größere Bedeutung, als bisher vermutet.
Für Bad Honnef eröffnet sich dadurch eine große Chance: neue Impulse, junge Menschen und kreative Ideen. Darauf sollte sich auch die lokale Kultur-, Event- und Geschäftswelt frühzeitig einstellen. Ebenso ist davon auszugehen, dass Bad Honnef künftig stärker in den öffentlichen Fokus rücken wird.
So wurden jüngst die Architekturstudierenden Julian Krüger und Lorenz Rhiner beim diesjährigen BDA Masters-Preis des Bunds Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA), Landesverband Nordrhein-Westfalen, ausgezeichnet. Ihr partizipatives Bachelorprojekt „Stadtbaustelle“ am Bonner Chlodwigplatz hat die Jury überzeugt durch visionäres städtisches Engagement, experimentelles Bauen und gesellschaftliche Relevanz.
Vom Durchgangsort zum lebendigen Treffpunkt – die Idee hinter „Stadtbaustelle“
In ihrer ausgezeichneten Arbeit haben Krüger und Rhiner den Chlodwigplatz in Bonn in ein offenes „Reallabor“ verwandelt: mit Sitzgelegenheiten rund um den Brunnen, einer Tischtennisplatte im Schatten der Bäume, Hochbeeten und einem Schachtisch. Das Besondere daran: Die Gestaltung erfolgte gemeinsam mit Anwohner:innen von Anfang bis Ende. Damit zeigen die beiden Studierenden, dass Stadt von ihren Nutzer:innen gemacht wird und dass öffentlicher Raum nie abgeschlossen, sondern ständig im Werden ist. „Wir wollten keinen fertigen Entwurf, sondern einen Raum des Dialogs schaffen, einen Ort, der sich im Prozess weiterentwickelt und von den Menschen mitgestaltet wird“, sagt Julian Krüger. Sein Mitstreiter Lorenz Rhiner ergänzt: „Unser Ziel war es, temporäres Bauen als Werkzeug der Stadtentwicklung zu nutzen, nicht als Notlösung, sondern als Methode.“ Betreut wurde die Arbeit von Jun.-Prof. Miriam Hamel und Prof. Ragnhild Klussmann.
Auszeichnung für junge Architekt:innen mit Weitblick
Der BDA Masters ist ein Studienpreis, der jedes Jahr vom BDA NRW vergeben wird. Die 14 Architekturhochschulen NRWs können bis zu 3 Bacherlorarbeiten nominieren, aus diesen wählt eine Jury bis zu fünf Preisträger:innen aus. Diese erhalten jeweils ein Preisgeld von 2.000 Euro, das für die Unterstützung eines Masterstudium in Architektur gedacht ist. Diese Förderung ist nicht nur eine finanzielle Hilfe, sondern ein starkes Signal: Der BDA setzt auf junge Talente, die gestalterisch, ökologisch und sozial relevante Impulse setzen. In diesem Jahr wurden 30 Abschlussarbeiten von insgesamt 13 Hochschulen aus Nordrhein-Westfalen nominiert, darunter 3 Projekte der Alanus Hochschule.
Reaktion aus der Alanus Hochschule
Prof. Willem-Jan Beeren, Dekan des Fachbereichs Architektur an der Alanus Hochschule, zeigt sich besonders stolz: „Julian und Lorenz haben mit ihrem Projekt einen lebendigen, inklusiven Ort geschaffen, nicht im stillen Arbeitszimmer, sondern inmitten der Stadt und gemeinsam mit den Menschen. Genau solche Ansätze brauchen wir, um unsere Städte zukunftsfähig und partizipativ zu gestalten.“ Beeren betont zudem, dass die Alanus Hochschule ihre Architekturprogramme bewusst auf soziale Innovation und urbanes Engagement ausrichtet: „Diese Auszeichnung ist nicht nur ein persönlicher Erfolg, sondern ein Beleg dafür, dass unser didaktischer Anspruch wirkt und unsere Studierenden reale Veränderung möglich machen.“
Weiterbauen am Chlodwigplatz – das Projekt bleibt bestehen
Die „Stadtbaustelle“ ist kein kurzfristiges Studienprojekt, sondern bleibt dauerhaft aktiv. Jeden Montag von 17:00 bis 20:00 Uhr wird vor Ort weitergebaut und diskutiert. Alle Bürger:innen sind herzlich eingeladen mitzumachen. Unter der Leitung des Quartiersbüros Mackeviertel bekommt der Platz so eine langfristige Perspektive als lebendiger Treffpunkt im Viertel.











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