Franziskus Gymnasium: Su lang mer noch am Lääve sin!

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inselkarneval
Foto: SEB

Nonnenwerth – Die Schüler*innen Nonnenwerth nutzen auch den letzten Schultag vor den rheinland-pfälzischen Winterferien, um die Politik zur Verantwortung zu ziehen und die Gemeinschaft zu stärken.

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So besuchte eine kleine Delegation aus Eltern, Lehrer*innen und Schüler*innen die Amtseinführung von Landrätin Cornelia Weigand in Remagen. Sie hießen sie mit Blumen und der Einladung zum Gespräch zur Gesamtsituation rundum Nonnenwerth willkommen. „Wir sind von der ADD (die Behörde, die für Schulen zuständig ist) in Koblenz und dem Bildungsministerium in Mainz wahnsinnig enttäuscht. Wir werden hier total im Stich gelassen! Unsere Hoffnungen setzten wir in die neue Landrätin Frau Weigand. Wir hoffen, dass nun endlich jemand Verantwortung übernimmt und uns vor einer weiteren Katastrophe bewahrt.“, so Alina Münz, eine der Schülersprecher*innen.

Anschließend ging die Delegation weiter zur Kapelle St. Anna. Im dazugehörigen Kloster St. Anna leben die Franziskannerinnen, die 2020 die Schule an den aktuellen Träger verkauften. Die Schüler*innen zündeten Friedenskerzen an und stellten „Vergiss-mein-nicht“-Blumen vor die Tür, sowie das alte Gästebuch des Klosters. Das hatten die Schwestern bei ihrem überstürzten Auszug von der Insel zurückgelassen, sodass die Schüler*innen jetzt hoffen, ihnen damit die schönen, alten Zeiten nochmal in Erinnerung rufen zu können. „Das auf unserer Schule Gemeinschaft, Besonnenheit und Solidarität so unglaublich gelebt werden, hängt auch mit den Franziskanischen Werten zusammen, die ja schon in unserem Schulnamen stecken. Umso verlassener fühlen wir uns, weil die Schwestern uns leider in keinster Weise bei dem Kampf um unseren Schulerhalt unterstützen. Ich verstehe einfach nicht, wieso sie den Kaufvertrag nicht offen legen und uns damit unterstützen! Was ist denn daran so schlimm?“, so eine Schülerin, die lieber anonym bleiben möchte.

Am Laache, Kriesche, Danze sin

Dass die Nonnenwerther sich die Freude an der Gemeinschaft nicht nehmen lassen wollen, zeigten sie auch heute. Den traumatisierenden Ereignissen zum Trotz, war es heute am letzten Schultag vor den Ferien den Lehrer*innen ein besonderes Anliegen für gute Laune, Gemeinschaft und Hoffnung zu sorgen. So feierte man eine spontane Schulhof-Karnevals-Party mit Live-Musik. Die Schulgemeinschaft war komplett kostümiert und es wurde gelacht, gesungen und auf dem Schulhof getanzt. Mit dem ironischen Sessions-Motto „Su lang mer noch am Lääve sin!“, bewiesen sie, dass sie echte Rheinländer sind!

„In den Jahren vor Corona hatten wir an Wieverfastelovend immer eine große Karnevalsparty in der Turnhalle. An diese Tradition wollten wir anknüpfen“, erläutert Musiklehrer Roth, einer der Initiatoren. Er führt ferner aus, dass „unsere Kids durch Corona, Hochwasser-Katastrophe und die Brandschutz- Querelen schon genug Ängste in den letzten zwei Jahren ausstehen mussten. Wir nehmen als Pädagogen unsere Fürsorgepflicht der uns anvertrauten Kinder auch dahingehend ernst, dass wir ihnen ein möglichst normales Lernumfeld gestalten wollen. Auch – oder gerade –wenn die Situation ernst ist, darf auch gelacht werden!“

Marie Schmidt

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