Rhein-Sieg-Kreis (ps) – Mit einer weiteren Eilentscheidung hat das Oberverwaltungsgericht NRW in Münster (OVG) am Donnerstagabend den für heute, 11. Dezember 2020, geplanten Transport von 66 trächtigen Rindern doch noch zugelassen.

Die Spedition hatte das OVG angerufen, nachdem der Rhein-Sieg-Kreis den Transport wegen möglicher Verstöße gegen den Tierschutz am Zielort in Marokko untersagt hatte. In der ersten Instanz hatte das Verwaltungsgericht Köln im Ergebnis die Untersagung noch bestätigt.

Das OVG argumentierte nun, die Untersagung käme praktisch einem allgemeinen Exportverbot von Rindern nach Marokko gleich. Damit würde die Kreisbehörde aber ihre Kompetenzen überschreiten. Allgemeine Exportverbote aus Tierschutzgründen seien Aufgabe des Bundes. Der Kreis könne einen Transport nur verbieten, wenn er konkrete Hinweise auf Tierquälerei im Anschluss an diesen speziellen Transport habe. Das sei aber nicht der Fall. Außerdem sei die Verantwortung des Spediteurs für die Handlungen in Marokko im Anschluss an den Transport fraglich.

Der Rhein-Sieg-Kreis bedauert diese Entscheidung, denn die vom OVG geforderten konkreten Nachweise sind von einer Kreisverwaltung kaum zu erbringen. Der beantragte Transport werde nun abgefertigt.

Der Kreis appelliert an die Bundesregierung, die Konsequenzen zu ziehen und Rinderexporte in Staaten ohne ausreichende Tierschutz-Standards allgemein zu unterbinden.

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Der Kreis hatte zunächst den Transport untersagt. Argument: Auch wenn der Transport selbst vermutlich tierschutzgerecht durchgeführt werden könnte (so hat es auch das Kölner Verwaltungsgericht bereits gesehen), käme es am Zielort in Marokko zu erheblichen Verstößen gegen deutsche Tierschutzbestimmungen. Das beträfe die Haltung als auch die Schlachtung der Tiere.

8 Kommentare

  1. Warum lässt man das zu, dass Geschöpfen, die sich nicht wehren können, so etwas angetan wird. Wenn das keine Tierquälerei ist, was dann? Guten Appetit beim nächsten Steak an diejenigen, die das entschieden haben. Möge es zäh und ungenießbar sein! Vegetarier zu werden wird immer reizvoller.

    • Es i s t unglaubliche Tierquälerei !!!
      Was haben wir nur für Richter in Deutschland, die so oft 0-Respekt vor den tierischen Lebewesen haben !!!
      Auch das Papageienschutz-Centrum Bremen e. V. scheiterte in einer sehr sehr traurigen Tierschutz-Angelegenheit vor dem Bundesgerichtshof – den Richtern dort war Eigentum wichtiger als Tierschutz. (!!)

      Frau Schöneberg, jeder kann erstmal nur für sich ernährungsmäßig Konsequenzen ziehen. Vegan leben ist für die Tiere der Schutz vor uns Menschen.

  2. Wie kann man diese Greueltaten an diesen armen Tieren zu lassen,trächtige Kühe,welche,dann noch auf einen Transport Weg geschickt werden,was da schon schlimm ist,dann noch dieses Islamische Ritual die Schlachtung über das Schächten.Wie kann man nur mit Tierleid Geld verdienen.Daran erkennt man immer wieder wie weit eine Gesellschaft entwickelt ist.So hoch entwickelt sein,aber so lang es immer noch Ausbeutung der Tiere gibt,dann ist man eigentlich von der Entwicklung nicht weiter gekommen. Eigentlich nur primitiv.Ich werde diese Ausbeutung der Tiere nie akzeptieren.

  3. Hier mein ausdrücklicher Protest gegen den Transport dieser trächtigen Tiere!
    Die Tierschutzbedingungen sind in jeglicher Richtung abstoßend und bei weitem nicht ausreichend. Solch ein Gebaren ist unfassbar und muss unter allen Umständen verhindert werden!

  4. Es ist ein Skandal, was sich RICHTER erlauben, jeder Bürger weiß was mit den Tieren in Marokko passiert. Üble Tierquälerei, die mit dem deutschen Tierschutzrecht nicht kompatibel ist.
    HÄTTE VON GROSSEN T.S. ORGANISATIONEN EIN VETO ERWARTET
    HABE PERSÖNLICH AN BILD HILFT GESCHRIEBEN. FREITAG KEINER ERREICHBAR.KÜHE BRINGEN KEINE AUFLAGE???

  5. Ein Faustschlag ins Gesicht von Anstand, Moral und Sitte.
    Ein Faustschlag ins Gesicht von Tierschutzorganisationen die täglich mit großem Aufwand von Missständen im In- und Ausland berichten.
    Und das von einem deutschen Gericht im Namen des Volkes.
    Unfassbar!!!!

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