Über 600 TeilnehmerInnen bei Demo gegen Schulschließung

Vorsitzender des Schulwerks geht von positiver Entwicklung aus - Norbert Röttgen, MdB, erinnerte daran, dass Eigentum verpflichtet

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Bad Honnef/Nonnenwerth – Der Vorgang um das Franziskus Gymnasium auf der Insel Nonnenwerth dürfte mittlerweile zu einem der negativsten Beispiele der deutschen Schullandschaft gehören. Die Privatschule mit über 150-jähriger Tradition soll geschlossen werden. Für die Schülerinnen und Schüler ist das unvorstellbar.

Rund 600 TeilnehmerInnen, SchülerInnen, Eltern und andere an der Schule Interessierte gingen deshalb heute Morgen in Bad Honnef auf die Straße.

Als Grund für die Schließung gibt der Betreiber, Peter Soliman, Brandschutzkosten in Millionenhöhe an. Das Geld hätte er nicht. Ein Brandschutzgutachten liegt nicht vor. Die Eltern wollen schon lange selbst ein Gutachten finanzieren. Das wurde bislang vom Betreiber verhindert.

Kommt es wirklich zur Schließung, müssten die meisten Schülerinnen und Schüler große Nachteile in Kauf nehmen, beispielsweise auch deutlich längere Anfahrtswege. In einem Fall müsste ein Schüler 40 Kilometer fahren, um zu seiner Schule zu kommen. Wegen der unterschiedlichen Schulkonzepte drohten Wiederholungen von Schulzeiten. Nicht zu unterschätzen wären die emotionalen Probleme.

In Bad Honnef würde das Sibi stark belastet. Es soll auch längst nicht mehr sicher sein, dass die Privatschulen in der Badestadt ausreichend Schülerinnen und Schüler übernehmen könnten.

Die Landesregierung Rheinland-Pfalz verhält sich auffallend defensiv. Viele Eltern und am Erhalt der Schule Interessierte wünschen sich von ihr mehr Engagement.

Ein Problem ist auch die kurze Auslauffrist einer Privatschule in Rheinland-Pfalz von nur 3 Monaten. Das setzt Eltern und die Kommunen enorm unter Druck – auch wenn die Schulschließung auf Nonnenwerth mit dem Ende des Schuljahres einhergehen würde. Im Fall Franziskus Gymnasium müssten über 500 neue Schulplätze gefunden werden.

Der heutige Protestmarsch soll noch einmal alle Verantwortlichen aufrütteln, nach Lösungen zu suchen, um die Zukunft der Schülerinnen und Schüler von Nonnenwerth zu sichern. Der Vorsitzende des Schulwerks, Peter Luft, äußerte sich zuversichtlich. Er geht davon aus, dass der Betreiber den Schulbetrieb erhalten will.

Bei der Abschlusskundgebung auf dem Marktplatz forderte der Bundestagsabgeordnete Norbert Röttgen Lösungen. Das Brandschutzproblem dürfe nicht dazu führen, dass eine Schule wie das Franziskus Gymnasium geschlossen würde. Er erinnerte daran, dass Eigentum verpflichte. Auch den Orden als Verkäufer nahm er in die Verantwortung.

Die Demo konnte erst mit 20-minütiger Verspätung beginnen. Nach Information des Schülerelternbeirats hätte ein auf der Insel tätiger Sicherheitsdienst die Kinder am Übersetzen nach Bad Honnef gehindert. Der Betreiber sprach von einem Kommunikationsproblem.

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