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Ururenkelin von Franz Liszt erhält Bröckemännche-Preis 2019 des Bonner Medien-Clubs

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Foto: Cornelis Gollhardt/Internationale Beethovenfeste GmbH

Bonn. Der Bonner Medien-Club (BMC) ehrt die Intendantin der Bonner Beethovenfeste, Prof. Dr. Nike Wagner, mit seinem renommierten Bröckemännche-Preis 2019. Das hat der Vorstand der Bonner Vereinigung von über 200 Journalisten, Pressesprechern und Medienschaffenden heute bekanntgegeben.

Die Auszeichnung wird jährlich an Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens vergeben, die in guter rheinischer Manier “wider den Stachel löcken”. Die Preisverleihung findet im Januar 2019 im Rahmen des Neujahrsempfangs des BMC statt. Als Laudatorin konnte die Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Isabel Pfeiffer-Poensgen, gewonnen werden.

Nike Wagner (Jahrgang 1945) hat Drama im Blut – kein Wunder, ist sie doch die Ururenkelin von Franz Liszt und Urenkelin von Richard Wagner. Sie wuchs in Bayreuth auf. Sie studierte Musik-, Theater- und Literaturwissenschaft in Berlin, Chicago, Paris und Wien und promovierte über „Karl Kraus und die Erotik der Wiener Moderne“. Seit 1975 arbeitet Nike Wagner als freiberufliche Kulturwissenschaftlerin und wirkt an internationalen Symposien und Kolloquien mit. Als Autorin wurde sie bekannt durch ihre Arbeiten zur Kultur- und Geistesgeschichte der europäischen Jahrhundertwende, als Kritikerin und Essayistin durch ihre Auseinandersetzung mit Richard Wagner und Bayreuth. 2012 wurde sie mit der Honorarprofessur der Pädagogischen Hochschule Heidelberg geehrt. Von 2004 bis 2013 war Nike Wagner die künstlerische Leiterin des Kunstfestes Weimar »pèlerinages«. Seit 2014 ist sie Intendantin des Beethovenfestes Bonn.

BMC-Vorsitzender Dr. Andreas Archut würdigte die designierte Preisträgerin für ihr ausdauerndes Wirken für das kulturelle Andenken an den bedeutendsten Sohn der Stadt Bonn: „Nike Wagner ist eine Kulturmanagerin mit Rückgrat. Sie leistet sich nicht nur einen eigenen Standpunkt, sie vertritt ihn auch unbeirrt und scheut dabei die Konfrontation nicht.“ Dazu gehört auch die Leitung der Beethovenfeste unter nicht immer leichten Rahmenbedingungen.

Das Beethovenfest, das in diesen Tagen wieder unzählige Besucher mit seinem Programm lockt, trägt die Handschrift seiner Intendantin, die zuvor Bonn nach eigenen Angaben eher mit Schwarz-Weiß-Fernsehen, Adenauer und Erhard-Zigarre assoziierte. Wagner bezeichnete das Beethovenfest in ihrem Auftaktinterview mit dem GA Bonn als „ein sehr erfolgreiches Fest, das aber trotz seiner internationalen Top-Künstler nicht wirklich internationale Ausstrahlung besitzt. Das Publikum ist hauptsächlich regional und die Pressereaktionen auch“. Durch pointierte Programmgestaltung, Projektentwicklungen und Uraufführungen sowie einen engeren Zusammenschluss der beethovenspezifischen Bonner Institutionen will sie die internationale Sichtbarkeit Bonns wieder steigern.

Streitbarkeit im besten Sinne des Wortes hat Nike Wagner immer wieder unter Beweis gestellt. Immer wieder mischte sie sich ein, wenn es in der Wagner-Familie um die weitere Ausrichtung der Festspiele und Fortführung des künstlerischen Erbes Richard Wagners ging. Der Versuch, die Festspielleitung in Bayreuth zu übernehmen, scheiterte. Bis heute begleitet Nike Wagner kritisch das Geschehen rund um den „Grünen Hügel“.

Im Jahr 2014 sah sich Wagner der geharnischten Kritik der Befürworter eines Bonner Festspielhauses ausgesetzt, weil sie öffentlich Bedenken geäußert hatte, ob die Betriebskosten des neuen Hauses zu stemmen seien. Und erst kürzlich, ausgerechnet zum Auftakt des diesjährigen Beethovenfests, das unter dem Motto „Schicksal“ steht, überraschte die Bundesstadt mit Sparplänen und dem Vorschlag, das Budget der von Wagner geleiteten Internationale Beethovenfeste Bonn GmbH um ein Viertel abzuschmelzen – ein Paukenschlag auch im Vorfeld des Festjahres 2020 zum 250. Geburtstag des großen Komponisten. Nike Wagner reagierte prompt und warnte vor dem „verheerenden Signal“, das diese Maßnahme auslösen würde. Mittlerweile klingen aus dem Stadthaus wieder versöhnliche Töne, die Kürzungspläne scheinen vom Tisch.

Die Verleihung des Bröckemännche-Preises 2019 findet vor geladenen Gästen im Rahmen des BMC-Neujahrsempfangs am Montag, 28. Januar 2019 ab 18 Uhr im Funkhaus der Deutschen Welle statt. Die Laudatio auf die Preisträgerin wird die Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Isabel Pfeiffer-Poensgen, halten.

Über den Bonner Medien-Club

Der Bonner Medien-Club ist die Vereinigung von mehr als 200 Mitgliedern, die als Journalisten und Pressesprecher in Bonn oder der Region leben und/oder arbeiten. Zweck des BMC ist die Pflege der Beziehungen seiner Mitglieder untereinander und zu den Behörden, Institutionen und anderen Einrichtungen des öffentlichen Lebens in der Region. Der BMC veranstaltet Hintergrundgespräche mit Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sowie Hausbesuche bei Einrichtungen in Bonn und Umgebung.

Über das Bröckemännche
Mit dem “Bröckemännche” (Brückenmännchen) wird seit 1999 alljährlich eine Persönlichkeit aus Bonn und der Region ausgezeichnet, die “wider den Stachel löckt”, sich nicht in Schablonen pressen lässt, den Mut zum Unkonventionellen hat, gegen den Strom schwimmt etc. Alle Mitglieder des Bonner Medien-Clubs können potenzielle Preisträger nominieren. Die Auswahl trifft der Vorstand des BMC. Namensgeber des Preises ist eine Sandsteinfigur an der Bonner Kennedybrücke, deren Miniaturausgabe jährlich als Preis verliehen wird.

Das Bröckemännche wurde ursprünglich von den Bonnern am Beueler Brückenkopf der ersten Bonner Rheinbrücke installiert. Die Figur hielt mit herausgestreckter Zunge ihr Hinterteil ins Rechtsrheinische. Sie erinnerte damit an den Umstand, dass sich weder der preußische Staat, noch das damals eigenständige Beuel an den Baukosten der 1898 eröffneten Brücke beteiligt hatten. Nach der Zerstörung der Brücke im Zweiten Weltkrieg wurde eine Replik des Bröckemännches an der neuen Brücke angebracht. Diesmal auf Bonner Seite und mit einer neuen Ausrichtung, nämlich als “Gruß” an das damals mit Bonn um den Regierungssitz konkurrierende Frankfurt/Main.

Zu den mit dem Bröckemännche Geehrten gehören Journalisten wie die ehemalige WDR-Intendantin Monika Piel, Politiker wie Dr. Monika Wulf-Mathies, Wolfgang Clement und Wolfgang Bosbach und Autoren wie der Arzt Dr. Manfred Lütz. Die vollständige Liste der Ausgezeichneten findet sich hier: http://www.bonner-medienclub.de/index.php?id=broeckemaennche

Foto: Cornelis Gollhardt/Internationale Beethovenfeste GmbH

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Kreisverwaltung und Außenstellen nach Himmelfahrt geschlossen

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Foto: Stefan Knauf

Rhein-Sieg-Kreis – Am Freitag nach Christi Himmelfahrt, 31.05.2019, sind alle Dienststellen im Siegburger Kreishaus sowie sämtliche Außenstellen der Kreisverwaltung geschlossen. Dies gilt ebenso für die Jugendhilfezentren des Rhein-Sieg-Kreises in Eitorf, Meckenheim und Neunkirchen-Seelscheid sowie für die Dienststellen der Kreisverwaltung im TechnoPark in Sankt Augustin.

Die Verwaltung bittet alle Besucherinnen und Besucher, dies bereits jetzt bei ihren Planungen zu berücksichtigen.

Ab Montag, 03.06.2019, stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung den Bürgerinnen und Bürgern dann wieder wie gewohnt zur Verfügung. (hei)

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11. Februar: Europäischer Tag des Notrufs – 112 gilt europaweit

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Rhein-Sieg-Kreis. – Im Schnitt alle 85 Sekunden geht in der Feuer- und Rettungsleitstelle des Rhein-Sieg-Kreises ein Notruf ein. Dies geschieht entweder durch eine automatische Gefahrenmeldeanlage oder einen Telefonanruf. Rund 250.000 eingehende Anrufe wurden allein in 2018 registriert. Darunter waren etwa 425 Notrufe pro Tag.

Wer die 112 wählt, erreicht die Feuerwehr, braucht einen Notarzt oder den Rettungsdienst. Die Nummer sollte aber wirklich nur in akuten Notfällen gewählt werden, also wenn Menschenleben bedroht sind. Die Polizei erreichen Hilfesuchende unter der 110.

Leider registrieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Leitstelle im Kreishaus in Siegburg immer öfter, dass viele Menschen den Notruf auch wählen, wenn sie z.B. einen Arzt sprechen wollen oder Fragen zu Medikamenten haben. Damit können die Anrufenden aber die Notrufnummer für lebensbedrohliche Fälle blockieren. Den Ärztlichen Bereitschaftsdienst erreicht man unter der bundesweit gültigen Nummer 116 117. Sie sollte gewählt werden, wenn man die Hausärztin oder den Hausarzt außerhalb der Sprechzeiten nicht erreicht. Zudem gibt es einen Zahnärztlichen Bereitschaftsdienst, sowie mehrere Not- Sorgen- und Beratungstelefone.

Übrigens können Gehörlose oder höreingeschränkte Menschen ein Notruf-Fax absetzen, welches über die 112 an die Leitstelle geschickt werden kann. Der Eingang des Telefaxes wird bei der Einsatzbearbeiterin oder beim Einsatzbearbeiter genau wie ein Telefonanruf signalisiert. Auf dem Formular wird aufgeschrieben, wer die Absenderin beziehungsweise der Absender ist und wo genau Hilfe benötigt wird. Ob Feuerwehr, Rettungsdienst oder Polizei angefordert wird, erfolgt per Ankreuzverfahren. Zudem gibt es Platz für weitere schriftliche Ergänzungen. Die Leitstelle entsendet dann unverzüglich die angeforderte Hilfe und die Absenderin beziehungsweise der Absender erhält ein Fax als Rückmeldung.

Den Europäischen Tag des Notrufs am 11. Februar gibt es seit 2009. Das Europäische Parlament, der Rat der Europäischen Union und die EU-Kommission wollen die seit 1991 europaweite Gültigkeit des Europanotrufs 112 bekannter machen. Der 11.2. wurde aufgrund der Zahlenfolge im Datum gewählt. (an)

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Wirtschaft im Rhein-Sieg-Kreis wächst weiter überdurchschnittlich

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Kann sich über die wirtschaftliche Entwicklung seines Kreises freuen: Landrat Sebastian Schuster

Rhein-Sieg-Kreis. Die Wirtschaftslage im Rhein-Sieg-Kreis ist weiter überdurchschnittlich gut. Das geht aus jetzt veröffentlichten Zahlen des Statistischen Landesamtes Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) hervor. Demnach hat die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den Unternehmen im Rhein-Sieg-Kreis im Jahr 2017 um 4.369 beziehungsweise 3,0 Prozent auf 148.134 Arbeitsplätze zugenommen. Der Rhein-Sieg-Kreis gehört damit auch weiter zu den überdurchschnittlich wachsenden Regionen in Nordrhein-Westfalen und Deutschland (Zunahme jeweils 2,4 Prozent).

„Der Großteil der neuen Arbeitsplätze wurde in Betrieben mit 250 und mehr Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern geschaffen“, sagt Kreiswirtschaftsförderer Dr. Hermann Tengler. In diesem Bereich sind insgesamt 2.651 Arbeitsplätze dazu gekommen (+9,8 Prozent), gefolgt von den Größenklassen 10 bis 49 Beschäftigte (+750 beziehungsweise +1,8 Prozent), 50 bis 249 Beschäftigte (+574 beziehungsweise +1,3 Prozent) und bis 9 Arbeitnehmende (+394 beziehungsweise +1,2 Prozent).

„Obwohl sich das Wachstum zuletzt auf die etwas größeren Firmen konzentriert hat, ist und bleibt der Rhein-Sieg-Kreis eine Region des Mittelstands“, so Dr. Hermann Tengler. Von den insgesamt 26.129 Betrieben, die es im Kreisgebiet gibt, haben 98 Prozent weniger als 50 Beschäftigte. „Diese Struktur wirkt in der Außenwahrnehmung zwar nicht spektakulär, sie ist dafür aber stabil und wenig krisenanfällig.“ Die Vielzahl an kleinen und mittleren Betrieben sorge für ein breit gefächertes Arbeitsplatzangebot und sei damit ein wesentlicher Grund für die niedrige Arbeitslosigkeit von zurzeit 4,6 Prozent im Kreisgebiet. (db)

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Hitler war eine Türkin?!17. Mai 2019
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