Unkel. Eine gute Nachricht für die Stadt Unkel: Nach Jahren des Stillstands kommt wieder Bewegung in das traditionsreiche „Rheinhotel Schulz“ an der Rheinpromenade. Mit der erfahrenen Gastronomenfamilie Nandapalan hat das Haus neue Betreiber gefunden, die an die glanzvollen Zeiten des Hotels anknüpfen wollen. Ihr Ziel ist es, das geschichtsträchtige Gebäude in bevorzugter Lage erneut zu einer attraktiven Adresse für anspruchsvolle Gäste zu entwickeln.
Direktorin Vasuki Nandapalan ist sich der besonderen Verantwortung bewusst, die mit der Übernahme einhergeht. „Wir führen ein Haus mit einer langen und bewegten Geschichte“, betont sie. Um dieser Tradition gerecht zu werden, wandte sie sich an den Geschichtsverein Unkel mit der Bitte, die Historie des Anwesens aufzuarbeiten. Stadtarchivar Wilfried Meitzner und Vorstandsmitglied Daniela Görken-Bell überreichten ihr nun eine entsprechende Ausarbeitung sowie historische Abbildungen aus dem Stadtarchiv.
Die Wurzeln des heutigen Hotels reichen weit zurück. Bevor das Anwesen um 1880 in ein Gästehaus umgewandelt wurde, war es über Jahrhunderte hinweg ein Herrenhaus und Weingut unter dem Namen „Eschenbrender Hof“. Die Familie Eschenbrender spielte eine bedeutende Rolle in der Geschichte Unkels. Nach dem Dreißigjährigen Krieg und der Pestepidemie von 1666 trugen die Brüder Eschenbrender maßgeblich zur wirtschaftlichen Erholung der Stadt bei. Andreas Eschenbrender wirkte als Präsident, sein Bruder Arnold als Justiziar der kurkölnischen Landstände, während Gottfried Eschenbrender dem Erzbischof als örtlicher Pastor diente.

Stadtarchivar Wilfried Meitzner, GVU-Vorstandsmitglied Daniela Görken-Bell – Quelle: GVU
Auch literaturgeschichtlich ist das Anwesen von Bedeutung: 1840 lernte der Dichter Ferdinand Freiligrath hier seine spätere Ehefrau Ida Melos kennen. Die Tochter eines Weimarer Professors war als Erzieherin der Töchter des damaligen Mieters, Freiherr von Steinäcker, auf dem Hof tätig.
Einen entscheidenden Entwicklungsschub erfuhr das Haus im Jahr 1890, als der Godesberger Hotelier Robert Schulz das Anwesen erwarb. Er baute es erfolgreich zu einem renommierten Hotel aus, das mehrfach modernisiert und erweitert wurde. Der Name „Schulz“ blieb auch unter den folgenden Eigentümern erhalten – ein Beleg für den ausgezeichneten Ruf, den das Haus über Jahrzehnte genoss.
Insbesondere in der Zeit zwischen den Weltkriegen und während der „Bonner Republik“ war das „Rheinhotel Schulz“ eine angesehene Adresse. Regelmäßig trafen sich hier Spitzenpolitiker aus der Bundeshauptstadt zu Tagungen und Gesprächen.
Mit der Übernahme durch die Familie Nandapalan beginnt nun ein neues Kapitel. Die Betreiber wollen die historische Substanz bewahren und zugleich zeitgemäße Akzente setzen. Ziel ist es, das „Rheinhotel Schulz“ wieder zu einem Ort der Begegnung, der Gastlichkeit und der gehobenen Hotellerie zu machen – ganz im Sinne seiner langen und bedeutenden Tradition.










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