Siebengebirge. Der Verschönerungsverein für das Siebengebirge (VVS) hat eine eigene Naturschutzstiftung ins Leben gerufen, um seine Arbeit langfristig finanziell breiter aufzustellen. Wie der Verein jetzt mitteilte, wurde die „VVS-Stiftung Naturschutz Siebengebirge“ nach der Beschlussfassung in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im August des vergangenen Jahres inzwischen offiziell genehmigt und der Öffentlichkeit vorgestellt.
Mit der neuen Stiftung soll neben dem Verein ein zusätzliches finanzielles Standbein geschaffen werden. Ziel ist es, die vielfältigen Aufgaben im Natur- und Landschaftsschutz im Siebengebirge dauerhaft abzusichern. „Wir wollen mit der Gründung der Stiftung zusätzlich zum VVS als Verein eine Geldmaschine anwerfen, die zukünftig die Arbeit für den Naturschutz im Siebengebirge mit absichern soll“, erklärte der frühere VVS-Vorsitzende Hans Peter Lindlar, der die Initiative angestoßen hat und nun den Stiftungsvorsitz übernimmt. Stellvertretender Vorsitzender ist der aktuelle VVS-Chef Stephan Schütte.
Als Startkapital hat der Verein 100.000 Euro eingebracht. Dieses Vermögen soll in den kommenden Jahren durch Zustiftungen wachsen. Bürgerinnen und Bürger der Region können so gezielt zur Förderung des Naturschutzes beitragen – etwa durch Spenden oder die Einbringung von Erbschaftsanteilen.
Aufgrund der aktuellen Zinssituation rechnet die Stiftung zunächst mit jährlichen Erträgen von rund 3.000 Euro. Mit steigenden Rücklagen sollen diese Mittel künftig deutlich anwachsen. Gefördert werden sollen unter anderem die Pflege von Biotopen, Umweltbildungsangebote für Schulklassen sowie der Ankauf ökologisch wertvoller Flächen.
Bei der Vorstellung im Forsthaus Lohrberg würdigten Vertreter aus Politik und Verwaltung die Gründung als wichtigen Schritt für den regionalen Naturschutz. Bad Honnefs Bürgermeister Philipp Herzog sieht in der Stiftung eine Möglichkeit, dem Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger nachzukommen, sich konkret finanziell für ihre Heimat zu engagieren. Auch aus Königswinter kam Unterstützung: Der stellvertretende Bürgermeister Michael Ridder begrüßte insbesondere, dass die Stiftung nicht nur Projekte im VVS-Wald fördern will, sondern auch Initiativen wie die Pflege von Streuobstwiesen und Weinbergsbrachen im Siebengebirge.
Das Siebengebirge gehört zu den ökologisch wertvollsten Landschaftsräumen der Region und ist als europäisches Schutzgebiet ausgewiesen. Die Pflege und der Erhalt der Artenvielfalt sowie die Unterhaltung der Infrastruktur – von Wanderwegen bis zu Aussichtspunkten – sind mit erheblichem Aufwand verbunden. Neben ehrenamtlichem Engagement sind dafür immer wieder auch kostenintensive professionelle Leistungen notwendig.
Mit der neuen Stiftung will der VVS dazu beitragen, diese Aufgaben langfristig zu sichern und den Naturschutz im Siebengebirge nachhaltig zu stärken.










