Bad Honnef – Das Abendbuffet ist vorbei, die Bäckerei schließt, im Supermarkt müssen Waren aus dem Sortiment genommen werden. Was an diesem Tag nicht mehr verkauft wird, muss deshalb nicht automatisch im Müll landen. Genau hier setzt die Plattform Too Good To Go an – und das Konzept wird auch in Bad Honnef und der Region genutzt.
Mehrere Unternehmen aus der Stadt nutzen die App, um überschüssige Lebensmittel noch zu verkaufen. Dazu gehören unter anderem EDEKA Klein in Aegidienberg, das China Restaurant Bambus und Seminaris Hotel Bad Honnef.
Überraschungstüten statt Lebensmittelabfall
Das Prinzip ist einfach: Betriebe stellen über die Too-Good-To-Go-App Lebensmittel ein, die am Ende des Tages oder wegen bestimmter Sortimentswechsel nicht mehr regulär verkauft werden können. Kundinnen und Kunden kaufen diese Angebote zu einem reduzierten Preis und holen sie zu einer festgelegten Zeit ab.
Dabei weiß man häufig vorher nicht genau, was in der Tüte steckt. Der Inhalt richtet sich danach, welche Lebensmittel beim jeweiligen Anbieter übrig geblieben sind.
Bei EDEKA Klein in der Himberger Straße gibt es beispielsweise verschiedene Angebote. Über Too Good To Go werden unter anderem Überraschungstüten aus dem Sortiment Obst udn Gemüse angeboten.
Auch Hotelbuffet wird zur Überraschungstüte
Ein anderes Beispiel ist das Seminaris Hotel Bad Honnef an der Alexander-von-Humboldt-Straße. Dort können über Too Good To Go unter anderem Überraschungstüten mit übrig gebliebenen Backwaren erworben werden. Das Hotel the YARD bietet übrig gebliebene Speisen vom Frühstücksbuffet an.
Gerade bei Buffets ist das Prinzip interessant: Wie viele Gäste tatsächlich kommen und wie viel gegessen wird, lässt sich nicht exakt vorhersehen. Gleichzeitig müssen Speisen, die nach dem Buffet nicht mehr regulär angeboten werden können, nicht zwangsläufig entsorgt werden.
Die Idee kommt aus Kopenhagen
Too Good To Go ist dabei längst mehr als eine kleine App für übrig gebliebene Restaurantportionen. Die Idee entstand 2015 in Kopenhagen. Ausgangspunkt waren unter anderem Lebensmittel, die in Buffetrestaurants am Ende des Tages übrig blieben.
2016 ging die App in Dänemark an den Start und expandierte noch im selben Jahr in weitere europäische Länder. Aus dem Start-up entwickelte sich eine internationale Plattform zur Vermittlung überschüssiger Lebensmittel.
Heute ist Too Good To Go nach eigenen Angaben in 21 Ländern aktiv. Das Unternehmen spricht von rund 120 Millionen registrierten Nutzerinnen und Nutzern und 180.000 aktiven Partnerunternehmen. Mehr als 500 Millionen Mahlzeiten seien bislang über die Plattform gerettet worden.
Kein Wohltätigkeitsprojekt
Hinter Too Good To Go steht allerdings kein gemeinnütziger Verein, sondern ein Unternehmen. Die dänische Too Good To Go ApS wurde 2016 gegründet und hat ihren Sitz in Kopenhagen.
Das Geschäftsmodell ist eine Vermittlung: Unternehmen können mit Lebensmitteln, die sie voraussichtlich nicht mehr regulär verkaufen, noch Einnahmen erzielen. Kundinnen und Kunden bekommen die Waren günstiger. Too Good To Go verdient an der Vermittlung.
Der ökologische Gedanke ist dabei Teil des Geschäftsmodells. Lebensmittelproduktion verbraucht Ressourcen – von landwirtschaftlichen Flächen und Wasser bis hin zu Energie für Verarbeitung, Kühlung und Transport. Werden bereits produzierte Lebensmittel nicht gegessen, waren diese Ressourcen zumindest teilweise vergeblich eingesetzt.
Was es in Bad Honnef zu entdecken gibt
Für Verbraucher ist das Konzept vor allem eines: eine Art digitale Wundertüte. Welche Angebote verfügbar sind, verändert sich ständig und hängt davon ab, was bei den teilnehmenden Betrieben tatsächlich übrig bleibt.
Das macht die App auch für lokale Anbieter interessant. Statt überschüssige Ware selbst entsorgen zu müssen, können sie kurzfristig Abnehmer finden. Gleichzeitig bekommen Verbraucher die Möglichkeit, Lebensmittel günstiger einzukaufen – müssen dafür aber akzeptieren, dass sie den genauen Inhalt häufig erst bei der Abholung erfahren.









