Rhein-Sieg-Kreis – Für die Elterninitiative krebskranker Kinder St. Augustin e.V. (EKKK) ist der diesjährige Internationale Kinderkrebstag am Montag, dem 15. Februar, im Pandemiejahr 2021 ein Stück Normalität, wenn auch eine traurige. Denn Krebserkrankungen im Kinder- und Jugendalter kennen keinen Lockdown. Ganz im Gegenteil, betont Manuela Melz, Vorsitzende der EKKK: „Die Station war in den vergangenen Monaten und ist auch derzeit voll belegt. Keines der 13 Zimmer ist momentan frei. An Arbeit mangelt es uns nicht, wenngleich auch wir den Mehraufwand der Hygiene- und Schutzmaßnahmen spüren, die für unsere jungen Patienten überlebenswichtig sind. Damit wird es zu einer besonderen Herausforderung, den Kindern und Jugendlichen noch sicherer als bislang Abwechslung, Freude, Nähe und etwas Leichtigkeit im harten Klinikalltag zuteilwerden zu lassen.“

Jährlich zählt die EKKK an der Asklepios Kinderklinik Sankt Augustin etwa 45 bis 50 Neuerkrankungen. Oder anders gesagt: In der Regel kommt jede Woche ein neu an Krebs erkranktes Kind zur Gruppe der jungen Patientinnen und Patienten, die teils über Monate oder Jahre mit Unterbrechungen in der Klinik behandelt werden, dazu.

In Deutschland erkranken nach Zahlen der Deutschen Kinderkrebshilfe jährlich rund 2.000 Kinder und Jugendliche an Krebserkrankungen, die im Kinder- und Jugendalter häufig bösartig sind, da sich die Tumorzellen rasend schnell vervielfachen.

Heute werden in hochentwickelten Ländern wie Deutschland bereits 80 Prozent der erkrankten Kinder und Jugendlichen wieder gesund, hat Childhood Canter International (CCI) errechnet. In Ländern der Zweiten oder der Dritten Welt sieht das deutlich anders aus. Auch daran soll der Internationale Kinderkrebstag erinnern: Weltweit stirbt daher immer noch alle drei Minuten ein Kind an einer Krebserkrankung.

Zu den häufigsten Krebserkrankungen im Kinder- und Jugendalter zählen Leukämien, also Krebserkrankungen der Blutzellen, aber auch Tumore des Gehirns und des Rückenmarks sowie bösartige Veränderungen im Lymphsystem, das der Immunabwehr des Körpers dient. „Im Jahr 2020 hatten wir auf Station besonders viele Patienten mit Akuter Lymphatischer Leukämie (ALL). Bei dieser Erkrankung sind die Therapiezeiten besonders lang, aber die Prognosen dank der medizinischen Entwicklung der vergangenen Jahre wirklich beeindruckend gut.“

Das war vor 50 Jahren, als die Asklepios Kinderklinik gebaut wurde und seit jeher kinderonkologischen Patientinnen und Patienten betreut, noch deutlich anders.
Wie die Deutsche Krebshilfe mitteilt: „Kam die Diagnose Leukämie bei einem Kind noch vor etwa vier Jahrzehnten einem Todesurteil gleich, überleben heute vier von fünf der jungen Patienten ihre Erkrankung.“

Prof. Dr. Klaus von Schnakenburg war es, der ab 1983 als Chefarzt und von 2002 bis 2005 als Ärztlicher Direktor der Klinik die Kinderonkologie in Sankt Augustin professionalisierte und die erkrankten Kinder und Jugendliche, die vor seiner Tätigkeit nach Alter sortiert auf den Stationen behandelt wurden, auf der gemeinsamen und darauf spezialisierten Kinderonkologischen Station zusammenführte.

Seit 1989 wird diese Arbeit durch die Elterninitiative krebskranker Kinder St. Augustin e.V. (EKKK) unterstützt, erklärt die Vorsitzende Manuela Melz: „Wir begleiten die Kinder und deren Familien während dieser immens eingreifenden Zeit und nutzen die gute Zusammenarbeit mit den Ärzten, dem gesamten Klinikpersonal und der Geschäftsführung.

Mit den Projekten und unterstützenden Angeboten, beispielsweise das Tagebuch mit den Mutperlen, den Aktivtäten in der Silberinsel – einem Rückzugsort für die kleinen Patienten – oder der Familieninsel (Elternhaus) für die Eltern und Begleitpersonen, erleben die Kinder etwas Normalität und Abwechslung während ihres Krankenhausaufenthalts. Zudem unterhält die Elterninitiative eigene Beratungsangebote und stellt der Klinik für die Arbeit der Kinder- und Jugendonkologie eine Psychologin aus eigenen finanziellen Mitteln zur Verfügung.

Auf diesem Weg hat der Verein seit seiner Gründung über 650 Familien helfen können, mit mehr als 150.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit.
Finanziert wird die Unterstützung und Betreuung ausschließlich durch Spenden, betont die Vorsitzende Manuela Melz: „Die Corona-Pandemie und die damit verbundene wirtschaftliche Unsicherheit hat zu einem Einbruch der Spendenbereitschaft von Privatpersonen und Unternehmen geführt. Wir wollen und müssen die erfolgreiche Arbeit für unsere krebskranken Kinder und Jugendliche fortsetzen. Krebs kennt keinen Lockdown!“

Manuela Melz
Elterninitiative krebskranker Kinder St. Augustin e.V.

Weitere Informationen unter: www.ekkk.de
Spendenkonto: KSK Köln, IBAN DE56 3705 0299 0016 0007 19

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