23 Altbuchen am Lemmerzbad müssen gefällt werden

Durch Klimawandel geschädigte Bäume erhöhen das Unfallrisiko für Erholungssuchende sowie Anwohner, nicht nur in Verbindung mit Winterstürmen.

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Symbolfoto - Quelle: Pixabay/Hans

Königswinter – Die Dürrejahre 2018 bis 2020 haben deutliche Spuren im Wald und an den Bäumen hinterlassen. So sind auch einzelne sonnenexponierte Altbuchen am Oberweingartenweg entlang des Lemmerzbades massiv durch Wassermangel und Sonnenbrand geschädigt. Sie drohen, nicht nur bei heftigen Stürmen – wie denen der letzten Tage – umzukippen. Vielmehr befürchtet das Regionalforstamt ein plötzliches Auseinanderbrechen der Kronen, die dann unkontrolliert über die Straße bis auf das Gelände des Schwimmbades fallen können. Diese spontanen Abbrüche haben in den vergangenen Jahren bereits häufiger zu schweren bis tödlichen Unfällen in NRW geführt.

Bei einem Ortstermin zwischen der Unteren Naturschutzbehörde des Rhein-Sieg-Kreises und dem Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft wurden 23 kronengeschädigte oder teil abgestorbene Altbuchen markiert. Für diese wurde gemeinsam eine Strategie abgestimmt, wie Fledermäuse und andere geschützte Arten vor dem Fällvorgang aus dem jeweiligen Baum vertrieben werden können.

Die Experten der Naturschutzbehörde sowie das Regionalforstamt sehen aufgrund des hohen Altholzanteils entlang des Nachtigallentals keine Gefahr für den Erhaltungszustand geschützter Tierarten. Diese Arten finden in den umliegenden Waldbeständen des Siebengebirges eine neue Bleibe, erklärt der Fledermausexperte des Kreises.

Das Regionalforstamt bewirtschaftet den landeseigenen Wald. Im Fall des Oberweingartenweges bzw. des Lemmerzbades kommt das Regionalforstamt seiner Verkehrssicherungspflicht entlang öffentlicher Straßen und Wege nach.

Die geschädigten oder abgestorbenen Bäume werden lediglich gefällt und das Holz verbliebt im Wald. Somit wird der für viele Tier- und Pflanzenarten wichtige Totholzanteil weiter erhöht.

Die nächste Generation von Buchen und anderen Laubbäumen steht auch schon in den Startlöchern: Im Zuge der Fällungen erhalten diese kleinen Bäume ausreichend Licht und können den freiwerdenden Platz optimal nutzen. Auch wenn der Anblick im ersten Moment nicht schön anmutet, so entsteht auch hier schnell wieder ein dichtes Waldgefüge.

Durch die Arbeiten muss die Straße Oberweingarten in den kommenden zwei Wochen immer wieder kurzzeitig gesperrt werden. Die Anlieger sind informiert.

Ein Beitrag des Regionalforstamts Rhein-Sieg-Erft

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