Bad Honnef. Mit der gemeinsam gesungenen Europahymne fand am Sonntag im Kurhaus Bad Honnef ein emotionaler Abschluss des Festakts zur 50-jährigen Städtepartnerschaft mit Berck-sur-Mer statt. Zahlreiche Gäste aus beiden Städten würdigten ein halbes Jahrhundert deutsch-französischer Freundschaft.
Für den musikalischen Rahmen sorgten die Musikerinnen und Musiker des Club Musical Berckois sowie die Clax Concert Band der Bad Honnefer Musikschule. Trotz kaum vorhandener gemeinsamer Probenzeit überzeugten sie mit einem harmonischen und mitreißenden Programm.
Bad Honnefs Bürgermeister Philipp Herzog begrüßte die Gäste herzlich. Für die französische Seite sprach Marc Dubois stellvertretend für Bercks Bürgermeister Bruno Cousein, der nach einem Fahrradunfall nicht teilnehmen konnte. In seiner Ansprache betonte Dubois die enge Verbundenheit beider Städte und die Bedeutung der gelebten Partnerschaft.
Colette Martel, Vorsitzende des Bercker Partnerschaftskomitees, erinnerte an die Initiatoren der Städtepartnerschaft und deren Vision eines vereinten Europas. Irina Briese, Vorsitzende des Komitees auf Bad Honnefer Seite, hob insbesondere die Bedeutung des Jugendaustauschs hervor, der seit Jahrzehnten das Herzstück der Partnerschaft bildet.
Der Bundestagsabgeordnete Norbert Röttgen ordnete die Städtepartnerschaft in den größeren europäischen Kontext ein. Er sprach offen über die historischen Spannungen zwischen Deutschland und Frankreich, betonte aber zugleich, dass eine enge Zusammenarbeit beider Länder heute unverzichtbar für Frieden, Sicherheit und Wohlstand in Europa sei.
Einen besonders persönlichen Einblick boten vier Schülerinnen des Siebengebirgsgymnasiums, die von ihren Erfahrungen während eines Aufenthalts in Berck-sur-Mer berichteten. Ihre Schilderungen machten deutlich, wie prägend und verbindend solche Begegnungen für junge Menschen sind.
Bereits am Samstag hatten die Feierlichkeiten mit einem Empfang im Rathaus und der Eröffnung einer Fotoausstellung begonnen. Am Abend folgte ein gemeinsames Konzert in St. Johann Baptist – ein weiterer musikalischer Höhepunkt des Jubiläumswochenendes.
Auch Willi Birenfeld, Vorsitzender des Bad Honnefer Partnerschaftskomitees von 1997 bis 2003, unterstrich gegenüber Honnef heute die besondere Bedeutung solcher Städtepartnerschaften in der heutigen Zeit. Gerade in einer Phase globaler Unsicherheiten seien persönliche Begegnungen und gelebte Freundschaften über Grenzen hinweg wichtiger denn je.
Eine Partnerschaft mit Geschichte
Die Wurzeln der Städtepartnerschaft reichen bis in die 1970er Jahre zurück. Angestoßen durch persönliche Kontakte engagierter Bürger und die Initiative des damaligen Chefredakteurs der Honnefer Volkszeitung, Klemens Hoffstadt, fiel die Wahl auf den nordfranzösischen Küstenort Berck-sur-Mer.
1974 wurde eine erste Delegation aus Bad Honnef in Berck begeistert empfangen – ein bemerkenswertes Zeichen der Versöhnung, da die Stadt im Zweiten Weltkrieg stark unter deutschen Angriffen gelitten hatte. Im selben Jahr wurde bei einem Gegenbesuch in Bad Honnef die Partnerschaft offiziell beschlossen, 1976 folgte die Unterzeichnung der Urkunde.
Schon früh entwickelte sich ein intensiver Austausch, insbesondere zwischen Schulen beider Städte. Der bis heute bestehende Schüleraustausch wurde maßgeblich von engagierten Lehrkräften auf beiden Seiten aufgebaut und prägt die Partnerschaft bis heute.
Um die Zusammenarbeit weiter zu stärken, wurde 1984 das Partnerschaftskomitee in einen gemeinnützigen Verein umgewandelt, der seither zahlreiche Begegnungen, Reisen und Projekte organisiert.
Ausstellung im Rathaus
Wer tiefer in die Geschichte der Städtepartnerschaft eintauchen möchte, hat dazu ab Montag, 4. Mai, Gelegenheit: Die Fotoausstellung „50 Jahre Städtepartnerschaft – Impressionen aus 50 Jahren deutsch-französischer Freundschaft“ ist bis zum 15. Mai im Foyer des Rathauses Bad Honnef für alle Interessierten zugänglich.
50 Jahre Städtepartnerschaft: Bad Honnef empfängt Delegation aus Berck-sur-Mer











