ADFC: „Rheinufer benötigt dringend akzeptable Lösung“

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Königswinter – Mit einer Gesamtnote von 4,5 liegt Königswinter beim Fahrradklimatest 2018 im kreisweiten Vergleich unter den Schlusslichtern. Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bürgermeister Peter Wirtz und Vertretern der Stadtverwaltung hat der ADFC Bonn/Rhein-Sieg Donnerstag die detaillierten Ergebnisse des Fahrradklimatests für Königswinter vorgestellt.

In Königswinter haben sich 154 Fahrradfahrende beteiligt, ein gutes Drittel mehr als bei der vorangegangenen Befragung 2016. Das Ergebnis von Königswinter hat gegenüber 2016 deutlich um 0,6 Skalenpunkte nachgegeben: Statt auf eine Note von 3,9 erreicht die Stadt nun nur noch eine 4,5. Deutlich schwächer als 2016 wurden insbesondere folgende Aspekte bewertet: zügiges Radfahren (4,0 statt 3,0), Akzeptanz als Verkehrsteilnehmer (4,4 statt 3,4), Hindernisse auf Radwegen (4,8 statt 4,1), Konflikte mit Fußgängern (4,5 statt 3,8). Für Peter Lorscheid, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC, steht dieses Resultat in klarem Zusammenhang mit der geänderten Situation am Rheinufer: Die Umfahrung werde von Radfahrern nicht angenommen, am Rhein fühlen sie sich nun ausgegrenzt.

Der ADFC erneuert seine Forderung, möglichst bald zu einer Lösung zu finden, bei der Fahrräder auch am Rheinufer wieder zügig fahren dürfen. „Es kann nicht sein, dass am Rheinufer alle ihren Platz finden: Fußgängerpromenade, Grünstreifen, Stadtbahn, Fahrbahn für Autos, Parkplätze, Gehweg vor den Häusern – nur für die Radfahrer bleibt kein Platz“, betont Lorscheid. Hier sei von Verwaltung und Politik der Mut zu einer zukunftsfähigen Aufteilung des Verkehrsraumes gefordert.

Bernhard Steinhaus, Sprecher der ADFC-Ortsgruppe Siebengebirge betont, dass man bei all der Diskussion um eine akzeptable Lösung für das Rheinufer die übrigen Probleme nicht aus den Augen verlieren dürfe: „Ganz wichtig ist auch eine für Radfahrer nutzbare Verbindung in die Bergregion.“ Vor allem ein brauchbarer Radweg an der L268 von Oberdollendorf nach Heisterbacherrott stehe ganz oben auf der Wunschliste der Radfahrenden.

ADFC und Stadtverwaltung haben vereinbart, sich der Radverkehrsführung entlang der L268 aus dem Rheintal in Richtung Oberpleis im Rahmen einer Trassenvorplanung zu widmen. „Diesen Vorschlag begrüßen wir außerordentlich“, sagt ADFC-Sprecher Steinhaus. Er hofft, dass durch diese Vorleistung der Druck auf das Land, hier endlich Geld in die Hand zu nehmen, spürbar erhöht werde.

Sehr zu begrüßen ist aus Sicht des ADFC auch, dass im Haushalt der Stadt Königswinter in den nächsten Jahren jeweils 300.000 € für Sanierung und Neubau von Fahrradinfrastruktur eingeplant werden sollen, wie der Bürgermeister berichtete.

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