Königswinter/Bad Honnef. Gute Nachrichten für Pendler und Ausflügler am rechten Rheinufer: Seit Mittwoch (15. April) ist die B42 im Bereich der Tunnelkette zwischen Oberkassel und Oberdollendorf wieder vollständig befahrbar. Nach mehr als viereinhalb Jahren Bauzeit stehen nun wieder zwei Fahrstreifen pro Fahrtrichtung zur Verfügung.
Damit kehrt auf einer der wichtigsten Verkehrsachsen der Region wieder Normalität ein. Rund 50.000 Fahrzeuge täglich nutzen die Strecke – sowohl für den Weg nach Bonn als auch als zentrale Zufahrt ins Siebengebirge.
NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer machte sich vor Ort ein Bild vom Abschluss der Arbeiten. Die modernisierte Strecke sei „eine wichtige Verkehrsader für das Rheinland“ und nun deutlich sicherer und zukunftsfähiger.
Mehr Sicherheit in alten Tunneln
Seit September 2021 wurden die Tunnelbauwerke aus den 1980er Jahren umfassend modernisiert. Betroffen waren der Tunnel Oberkassel, die Galerie Oberdollendorf und der Tunnel Oberdollendorf. Hintergrund sind verschärfte europäische Sicherheitsstandards, die nach schweren Tunnelunglücken eingeführt wurden.
Zu den wichtigsten Maßnahmen gehörten:
- umfassende Betoninstandsetzungen
- neue Asphaltdecken und moderne Entwässerungssysteme
- erweiterte Flucht- und Rettungswege
- zusätzliche Feuerwehrzugänge
- ein neues unterirdisches Löschwasserbecken
- erneuerte Verkehrszeichenbrücken und Schutzsysteme
Bau unter laufendem Verkehr – mit Hindernissen
Eine besondere Herausforderung: Die Arbeiten wurden größtenteils unter laufendem Verkehr durchgeführt – Vollsperrungen konnten vermieden werden. Dennoch kam es zu Verzögerungen.
Ursprünglich sollte die Maßnahme bereits im August 2023 abgeschlossen sein. Zusätzliche Schäden an der Bausubstanz, aufwendigere Betonsanierungen sowie notwendige Nachrüstungen verlängerten die Bauzeit bis ins Jahr 2026. Auch Umweltaspekte spielten eine Rolle: Funde von Nestern der streng geschützten Haselmaus führten zeitweise zu Baustopps.
Trotz globaler Lieferengpässe konnte das Projekt weitergeführt werden. Am Ende stiegen die Kosten von ursprünglich rund 54 Millionen Euro auf etwa 62 Millionen Euro.
Restarbeiten im Mai
Ganz abgeschlossen sind die Arbeiten noch nicht: Im Mai folgen letzte Restarbeiten in Form von Tagesbaustellen. Diese sollen jedoch überwiegend außerhalb der Hauptverkehrszeiten stattfinden und nur geringe Einschränkungen verursachen.
Für die Menschen in Bad Honnef und der gesamten Region bedeutet die Freigabe vor allem eines: spürbare Entlastung im Alltag – nach Jahren mit Baustellen, Staus und Umleitungen.










